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Gourmet-Odyssee durch Südtirol

Michelin-Sterne leuchten über kulinarischem Paradies

Auf den Spuren der Exzellenz – Südtirols Restaurants brillieren mit höchster Kochkunst und regionaler Raffinesse.
Die kulinarische Welt schaute gespannt nach Brescia, als am Abend des 14. November die begehrten Michelin-Sterne für das Jahr 2024 verliehen wurden. Die renommierte Auszeichnung, die als höchste Anerkennung in der Gastronomie gilt, wurde in einer glamourösen Zeremonie im Teatro Grande in Brescia überreicht.
In diesem Jahr konnte Südtirol erneut seine gastronomische Exzellenz unter Beweis stellen, und die Anzahl der Sterne halten.
Gleich 3 Sterne leuchteten für Norbert Niederkofler und sein Atelier Moessmer in Bruneck.
Südtirol als kulinarisches Reiseziel
Die Verleihung der Michelin-Sterne unterstreicht einmal mehr die Bedeutung Südtirols als herausragendes kulinarisches Reiseziel. Die Region kann nicht nur mit atemberaubenden Landschaften und kulturellem Reichtum punkten, sondern auch mit einer Vielzahl von erstklassigen Restaurants, die die anspruchsvollsten Gaumen verwöhnen. Die ausgezeichneten Restaurants haben nicht nur lokale Aromen perfektioniert, sondern auch internationale Einflüsse geschickt integriert.
Insgesamt spiegelt die diesjährige Michelin-Sterne Verleihung die kontinuierliche Weiterentwicklung und Innovation in der Südtiroler Gastronomie wider. Die ausgezeichneten Restaurants laden Feinschmecker aus aller Welt ein, die einzigartigen Geschmackserlebnisse der Region zu entdecken und zu genießen.
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pj

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Ein blühendes Erbe für die Zukunft

Im Gespräch mit Lorenz Schiner, einem Pionier der biodynamischen Landwirtschaft. Eine Vision des Anbaus von althergebrachten Kulturen und die Bedeutung das Erhaltens von Wissen in der modernen Landwirtschaft.
Lorenz Schiner in Aktion – FOTO: Lorenz Schiner
Terra Vitae wurde Anfang 2016 von Lorenz Schiner gegründet, nachdem er zwischen Gais und Uttenheim fünf Hektar Ackerland zur Pacht bekommen hatte. Der bäuerliche Betrieb wird angelehnt an die Regeln der biodynamischen Landwirtschaft geführt und durch die Bio-Kontrollstelle BIKO Tirol (Nr. IT027969130516) überprüft.
Mohnfeld im Pustertal – FOTO: Lorenz Schiner
Auf dem Feld werden unter anderem altbekannte Kulturen wie Dinkel, Kartoffeln, Buchweizen, Mohn und Lein angebaut. Insgesamt wachsen auf der Ackerfläche 15 verschiedene Kulturpflanzen, eine einzigartige Vielfalt in der Umgebung. Der Betrieb setzt sich für den Erhalt von althergebrachtem Wissen rund um diese Kulturen ein.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Mohn, Lein, usw. biodynamisch anzubauen?
Ich bin damals darauf gekommen Mohn, Lein und Buchweizen anzubauen, Pflanzen, die früher unsere Landschaft geprägt haben, weil es für mich sehr wichtig ist, diese wieder in unsere Landschaft einzubringen, auch in politischer Hinsicht. Für mich persönlich ist es wichtig, das Wissen zu sammeln, das uns durch die moderne, durch Monokultur geprägte Landwirtschaft verloren gegangen ist. Somit habe ich vor acht Jahren mit dem Anbau dieser Sorten angefangen, mit der Idee, dass die Welt eine Erinnerung braucht, was wichtig ist und was hierhergehört.
Wer hat Sie geprägt, diesen Weg einzuschlagen?
Mich hat damals mein Opa sehr geprägt. Er hatte einen Garten voller bunter Blumen und von ihm habe ich gelernt, wie man Leute verzaubern kann. Deswegen ist es mir auch heute sehr wichtig, dass immer etwas auf dem Feld in Blühte steht. Diese Pracht wird auch gerne von anhaltenden Passanten bewundert und fotografiert. In politischer Hinsicht finde ich, dass es zum Denken anregen soll.
Wie viel produzieren Sie durchschnittlich im Jahr und wie vermarkten Sie diese Produkte?
Ich produziere jährlich um die sechs bis sieben Tonnen an Produkten, in den letzten Jahren war es jedoch etwas weniger. Natürlich sind einige Sachen noch ausbaufähig. Doch vor allem die Qualität ist mir sehr wichtig, genauso wie meinen Kunden in der Gastronomie.
Wer sind Ihre Abnehmer? Welche Lokale oder Restaurants beziehen Ihre Produkte?
Ich konnte in den letzten Jahren viele Kunden gewinnen, die den gleichen Weg gehen wie ich, zum Beispiel Issinger Weiher und Norbert Niederkofler. Sie schätzen die Qualität und Einzigartigkeit meiner Produkte. Da ich als einer der Ersten Mohn angebaut habe, konnte ich mir auch einige sehr wichtige Kunden sichern. Die Gastronomie an sich ist ein wertvoller Kunde, trotzdem stößt man immer wieder an seine Grenzen, teils aufgrund der Bürokratie, teils auch weil die Produktionskapazität mit meiner kleinen Struktur begrenzt ist.
Lorenz Schiner / rm