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Frauen, denkt auch an euch selbst!

27. Oktober 2017: Equal Pension Day – Frau und Vorsorge
Finanziell auf eigenen Füßen stehen. Das sollte für Frauen heute selbstverständlich sein. Am 27. Oktober 2017 findet deshalb der zweite Equal Pension Day statt, der von der regionalen Allianz für die Chancengleichheit ins Leben gerufen wurde. Es geht darum Lösungen aufzuzeigen, die Frauen die finanzielle Unabhängigkeit ermöglichen. Dazu gehört auch die Verantwortung für sich selbst! Eine gute, private Altersvorsorge ist gerade für Frauen ein wichtiges „Muss“.
Umfangreiche sachliche und kostenlose Beratung, Information und Unterstützung zum Thema »Frau und Vorsorge« bietet Pensplan und die Pensplan Infopoints beim KVW
Fakt ist, dass weibliche Berufstätige – sei es bei lohnabhängiger Arbeit, sei es als Selbständige – weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Ihr Arbeitsleben verläuft oft mit Unterbrechungen und sie haben häufiger Jobpausen oder arbeiten in Teilzeit – bedingt durch Mutterschaft, Kindererziehung oder Pflege von Familienangehörigen.
Die Folge: viele Frauen bekommen im Alter wesentlich niedrigere Renten als Männer und stehen vor einer entsprechenden Rentenlücke. Das belegen deutlich die Zahlen des nationalen Vorsorgeinstituts INPS/NISF: 2015 erhielten Männer monatlich durchschnittlich 1.337 Euro an Rente, Frauen hingegen 676 Euro.
Der erste Pfeiler: die öffentliche Rente
Der erste Pfeiler in der Vorsorge ist die öffentliche Rente. Deshalb ist es wichtig, dass die Sozialabgaben regelmäßig eingezahlt werden. Das sind keine Kosten oder Steuern, sondern die Absicherung für das Alter. Nachdem in Italien seit 1996 das beitragsbezogene Rentensystem gilt und gleichzeitig die Mindestrente abgeschafft wurde, reicht diese öffentliche Rente teilweise nicht mehr aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu erhalten. Mit dem neuen System zählen nämlich nur mehr die eingezahlten Beiträge für die spätere öffentliche Rente – in Kombination mit der Anzahl der Dienstjahre (derzeit sind mindestens 20 versicherte Arbeitsjahre nötig, um eine öffentliche Rente zu erhalten).
Kurzum: Wenn ich nur wenige Beiträge einzahle, weil ich Teilzeit oder im Nebenerwerb arbeite oder nur die Mindestbeträge einzahle, erhalte ich am Ende auch nur eine geringe Rente. Dies verschärft und verschlechtert die Situation von Frauen. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig folgende Fragen zu stellen: Wie wirken sich Kindererziehung, Teilzeitarbeit oder Arbeitslosigkeit auf meine spätere Rente aus? Lohnt es sich, freiwillige Beiträge zu zahlen und was passiert im Falle einer Scheidung? Welche Möglichkeiten gibt es für die zusätzliche private Altersvorsorge?
Die Antwort: eine maß­geschneiderte Rentenvorsorge
Um sich finanziell für die Zukunft und das Alter abzusichern, gibt es die Möglichkeit, die öffentliche Rente mit einer Zusatzrente zu ergänzen. Für Frauen mit ihrer speziellen Erwerbsbiografie ist sie ein wichtiges „Muss“. Bei der Zusatzrente handelt es sich um eine persönliche Sparform über einen Rentenfonds, in den monatlich oder jährlich eine individuelle Summe eingezahlt und später verzinst als Zusatzrente ausgezahlt wird. Jede Frau kann sich für ein ganz persönliches, maßgeschneidertes Vorsorgeprogramm entscheiden, das die Region Trentino-Südtirol mit dem Projekt Pensplan unterstützt.
Zusatzrentensparen: viele Vorteile
In der Ansparphase profitieren die Mitglieder eines Rentenfonds von den Steuervorteilen, der Unpfändbarkeit sowie der freien Vererbbarkeit der Zusatzrentenposition. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Vorschüsse zu beantragen. Und schließlich kann die Zusatzrentenposition auch für ein günstiges Bauspardarlehen genutzt werden.All diese Vorteile gelten auch für Familienmitglieder, die zulasten leben. Das heißt, ich kann auch meine Kinder in einen Rentenfonds einschreiben und für sie steuerfrei einzahlen.
Der Arbeitgeber zahlt mit
Geht Frau einer lohnabhängigen Arbeit nach, dann zahlt auch der Arbeitgeber mit. Das bedeutet, dass die Zusatzrente zum zusätzlichen Lohnelement wird, das der Frau zusteht, wenn sie in einen Rentenfonds einzahlt. Die Höhe der Beitragszahlungen wird vom jeweiligen Kollektivvertrag festgelegt.
Unterstützungen durch die Region
Die Region Trentino-Südtirol fördert die Absicherung in Form einer Zusatzrente durch zusätzliche Leistungen: zum einen übernimmt Pensplan im Auftrag der Region für die vertragsgebundenen Rentenfonds die Verwaltungsdienstleistungen, d.h. die Mitglieder der Rentenfonds profitieren von geringeren Kosten für die Verwaltung der Zusatzrentenposition. Zum anderen gibt es Beiträge zur Absicherung der Auszeiten wie bei Arbeitslosigkeit oder in finanziellen Notsituationen. Beiträge sind auch für die Absicherung von Erziehungszeiten und Pflegezeiten sowie für den Aufbau der Zusatzrente vorgesehen. Das gilt sowohl für die öffentliche Rentenkasse als auch für den Zusatzrentenfonds.
Der richtige Zeitpunkt ist jetzt
Der erste Schritt für eine kluge und gute Vorsorge ist die Beratung. Nur wenn ich weiß, wie meine persönliche Situation ist, kann ich auch entsprechend reagieren. Mit den Pensplan-Infopoints steht ein kapillares Beratungsnetz auf regionaler Ebene zur Verfügung. Die Infopoints bieten eine kostenlose Beratung zum Thema „Öffentliche Rente“ und „Zusatzrente“ an, können die Beitragsjahre kontrollieren und Simulationen erstellen, damit frau versteht, wie ihre konkrete persönliche Situation aussieht. Je früher diese Beratung in Anspruch genommen wird, desto mehr Zeit bleibt, um zusätzliche Einzahlungen zu tätigen oder nach anderen Lösungen zu suchen.
Infopoint im KVW
Der KVW bietet über den Pensplan-Infopoint des Patronates in allen Bezirken diese kostenlose Beratung an. Nutzen Sie die Gelegenheit, eine gute Beratung ist der Schlüssel für die Zukunft.
TEXT: Judith Gögele

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Was interessiert mich jetzt schon die Rente

Warum die Rente nicht nur Thema für Frauen sondern für die Familie sein muss.
Der Wechsel zum beitragsbezogenen Rentensystem bringt es mit sich, dass sich in Zukunft viele Menschen im Alter mit großen Herausforderungen finanzieller Natur konfrontiert sehen. Bereits beim Einstieg in das Erwerbsleben sollten wir uns Gedanken zum Thema Rente machen.
Wer eine Familie gründen möchte, muss sich natürlich Gedanken über Namen und Kinderbetten machen, allerdings darf dabei der Blick auf die eigene Zukunft nicht verloren gehen.
Wer sich erst darum kümmert, wenn er bzw. sie schon im Rentenalter ist, für den ist der Zug meistens schon abgefahren. Statistiken belegen, dass sich Frauen im Alter einer schlechteren finanziellen Situation gegenüber sehen. Bei Saisonsangestellten oder selbständig Tätigen kann es bei der Rente ebenso zu unliebsamen Überraschungen kommen.
Eine frühzeitige, finanzielle Absicherung und Vorsorge sollte deshalb bei der Familienplanung unbedingt ein Thema sein. Dabei sollte es nicht nur das Thema der Frau bleiben, sondern als Familie eine Lösung gefunden werden, wie man sich rechtzeitig für das Rentenalter absichern möchte.