KVW International
Algunderinnen und Algunder in der Welt
KVW und Bildungsausschuss luden zu zwei Tagen mit Begegnungen, Erinnerungen und Heimkehr
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v.l.n.r. Ortsobfrau Monika Illmer, Siegmar Ladurner, Lukas Prantl, Daniel Graziadei, Günther Dissertori, Johannes Frasnelli
und Daniel Schrott
Text: Sepp Prantl
Algunderinnen und Algunder in der Welt: Heimkehr zu den Wurzeln
Unter dem Motto „Algunder und Algunderinnen in der Welt“ luden die KVW-Ortsgruppe und der Bildungsausschuss am 15. und 16. Mai zu einem besonderen Heimatfernen-Treffen ein. Rund 50 Algunderinnen und Algunder kehrten für zwei Tage an den Ort zurück, an dem für sie vieles begann: ihre Kindheit, ihre Schulzeit und oft auch die ersten prägenden Lebensentscheidungen.
Begegnung mit Algunder Persönlichkeiten in aller Welt
Den Auftakt bildete am Freitagabend eine Veranstaltung in der Aula der Mittelschule Algund. Dabei wurde deutlich, wie viele Persönlichkeiten aus der Gemeinde heute international in Wissenschaft, Forschung, Medizin, Kultur und Bildung tätig sind. Zu ihnen zählen der Physiker und ETH-Rektor Günther Dissertori, der Chirurg und Klinikleiter Lukas Prantl, der Chemieprofessor Stefan Stoll, der Geruchsforscher Johannes Frasnelli, der Meteorologe Daniel Schrott, der Literaturprofessor und Autor Daniel Graziadei sowie der Musiker Siegmar Ladurner.
Unter der Moderation von Renate Holzner von Radio Tirol diskutierten sie an einem „Runden Tisch“ über ihre Lebenswege und ihre Beziehung zur Heimat. Eingeführt wurde der Abend von Christian Zelger, der historische Algunder Persönlichkeiten vorstellte, sowie von Sepp Prantl. In den persönlichen Gesprächen wurde deutlich, wie stark die Verbundenheit mit Algund trotz internationaler Karrieren geblieben ist. Viele der Teilnehmenden leben heute in verschiedenen Ländern Europas, in Kanada oder den USA, fühlen sich ihrer Heimatgemeinde jedoch weiterhin eng verbunden.
Verbundenheit und kritische Perspektiven
Neben den positiven Erinnerungen wurden auch aktuelle Herausforderungen offen angesprochen. Themen wie Wohnraummangel, Mobilität, Infrastruktur, steigende Lebenshaltungskosten, soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Veränderungen in Südtirol und Algund standen im Mittelpunkt der Diskussionen. Der Austausch erfolgte stets aus einer Haltung des Interesses und der Verbundenheit mit der Heimatgemeinde.
Zahlreiche „Heimatferne“, Familienangehörige, Freunde und Interessierte waren zur Veranstaltung gekommen. Aus Seattle wurde Stefan Stoll online zugeschaltet. Nicht teilnehmen konnte Anna Stecher, die an der Universität „L’Orientale“ in Neapel chinesische Sprache und Literatur lehrt.
Auf weitere Algunder Persönlichkeiten in aller Welt verwies Sepp Prantl, darunter den Mathematikprofessor Thomas Stoll in Frankreich, die Onkologin Marion Stoll in Wien sowie Alexandra Illmer, die weltweit für UNICEF tätig ist.
Kultur, Geschichte und Begegnung
Der Samstag stand ganz im Zeichen von Kultur, Austausch und gemeinsamen Erinnerungen. Den Auftakt bildeten die Begrüßung der Heimatfernen durch eine Bläsergruppe der Musikkapelle vor der Kirche, eine von Marliese Kuppelwieser vorbereitete Wortgottesdienstfeier sowie ein anschließendes Stelldichein mit „Holbmittog“ auf dem Kirchhof. Bei der kulturhistorischen Exkursion zum Thema „Steinach und Wein“ führte Georg Thuile durch die sonst nicht öffentlich zugängliche Klosterkirche. In die Geschichte und Kultur des Weinbaus in Algund führten Klosterbauer Luis Ladurner und seine Frau Gerti ein, die auch den historischen Weinkeller vorstellten.
Am Nachmittag standen Besichtigungen der Sennerei mit Stefan und Edith Haller sowie der Pfarrkirche mit Lisi Mayrhofer auf dem Programm. Ergänzt wurde das Angebot durch die Vorführung eines Films über die Geschichte und Entwicklung der Gemeinde.
Lebendige Gespräche und Blick in die Zukunft
Beim gemeinsamen Mittagessen im Thalguterhaus wurden alte Bekanntschaften aufgefrischt und neue Kontakte geknüpft. Bürgermeisterin Alexandra Ganner informierte über die Arbeit des Gemeinderates und stellte aktuelle Projekte wie den Schulneubau sowie das geplante Kultur- und Jugendzentrum vor.
„Wir sind neugierig auf eure Erinnerungen und Erfahrungen und darauf, wie ihr heute auf eure Heimat blickt“, hatte KVW-Obfrau Monika Illmer bereits im Vorfeld betont. Dieser Gedanke prägte das gesamte Treffen: offen, persönlich und generationenübergreifend. Bei Kaffee und Kuchen sowie musikalischer Begleitung durch Sibylle Siller klang das Heimatfernen-Treffen am Samstagnachmittag aus – mit vielen Gesprächen, Erinnerungen und einem herzlichen „Auf Wiedersehen in Algund“.
Ein starkes Zeichen der Verbundenheit
Unter der Leitung von Monika Illmer wurde die Veranstaltung von zahlreichen engagierten Helferinnen und Helfern getragen. So wurde das zweitägige Treffen weit mehr als nur eine Veranstaltung: Es zeigte eindrucksvoll, dass Heimat nicht allein ein geografischer Ort ist, sondern ein Netz aus Beziehungen, Erinnerungen und Zugehörigkeit – getragen von Menschen, die ihre Wurzeln nie verloren haben.
Große Unterstützung erhielt das Heimatfernen-Treffen von der Gemeinde Algund, der Raiffeisenkasse Algund, der Brauerei Forst, der Algunder Sennerei, ALPS Coffee und Loacker.

