KVW Aktuell

Gut älter werden – mit Herz, Hirn und Hightech

Bei der Messekonferenz „Smarter Lives 2026“ an der Eurac Research in Bozen ging es darum, wie ein gutes Leben im Alter gelingen kann: selbstbestimmt, gut begleitet und mit sinnvoll eingesetzter Technik. Rund 170 Teilnehmende aus Praxis, Forschung und Freiwilligenarbeit tauschten sich über neue Ideen, konkrete Lösungen und aktuelle Entwicklungen aus.
Foto: Sabine Jacob
TEXT: Eurac Research
Ein besonderer Impuls kam von Dr. Christian Wenter, ehemaliger Primar der Geriatrie am Krankenhaus Meran, Leiter der dortigen Memory Clinic und Seniorenvorsitzender des KVW. Er steht für eine Altersarbeit, die medizinisches Wissen, menschliche Nähe und Offenheit für Neues verbindet. Genau diese Mischung ist wichtig, damit ältere Menschen möglichst lange selbstständig und würdevoll leben können.
Das Programm war vielseitig: Am Vormittag wurden wichtige Fragen des Alterns besprochen – etwa der Umgang mit neuen Technologien, aktives Altern zu Hause und in der Gemeinschaft sowie neue Lösungen in der Pflege. Deutlich wurde: Technik hilft dann am meisten, wenn sie sich an den echten Bedürfnissen der Menschen orientiert.
Begleitet wurde die Veranstaltung von einer Messe mit 15 Organisationen und Unternehmen. Sie zeigten Produkte, Dienstleistungen und Ideen, die den Alltag älterer Menschen und die Arbeit in der Pflege unterstützen können. In Praxiseinheiten und Workshops konnten die Teilnehmenden außerdem selbst aktiv werden, unter anderem zu den Themen „Was bedeutet Altern?“, „Selbstfürsorge“, „Technik in der Pflege“ und zum Exoskelett „EXIA“.
„Smarter Lives 2026“ zeigte: Gutes Altern ist eine gemeinsame Aufgabe. Es braucht Fachwissen, freiwilliges Engagement, neue Technologien und vor allem den Blick auf den Menschen. Die Zukunft des Alterns liegt daher nicht allein in der Technik, sondern in der guten Verbindung von Herz, Hirn und Hightech.


Smarter Lives online: www.smarter-lives.eu

KVW Aktuell

Sie wehren sich

Die Menschen am Brenner haben ein klares Zeichen gesetzt. Die Politik ist aufgerufen, ihren Ruf zu hören!
Werner Atz, KVW Geschäftsführer
Das Verkehrsaufkommen auf der Brennerautobahn erreicht Jahr für Jahr neue Rekordwerte. Jedes Auto für sich stößt vielleicht weniger Schadstoffe aus, aber Lärm und Reifenabrieb bleiben gleich. Und auch emissionsarme Autos und LKW verstopfen die Straßen. Seit Jahren werden die Menschen am Brenner, und nicht nur dort, mit Versprechen abgespeist, vertröstet. Passieren tut aber wenig.
Also haben sich die Menschen im Tiroler Wipptal gewehrt und die Autobahn blockiert. Drei Stunden lang! (Alle anderen Sperren waren Entscheidungen der Behörden, nicht der Protestierenden.)
Was wurde nicht geschrieen und geklagt im Vorfeld, die Wirtschaft leide, die Menschen würden nicht mehr zu uns kommen, Italien sei vom Rest Europas abgeschnitten, das Chaos verpeste die Umwelt noch viel mehr, und stellt euch vor, das Rettungsauto kommt nicht durch! Unverantwortlich, den Brenner zu sperren. Passiert ist nicht viel. Weil sich die Autofahrer als vernünftig erwiesen haben, und sicher auch, weil dieser Tag von den Verantwortlichen für den Verkehr ordentlich geplant wurde. Die Blockade zeigt, dass die Autofahrer klüger sind als gedacht. Sie wälzen sich nicht alle über den Brenner, weil sie zu dumm sind, um an Alternativen zu denken. Sondern sie tun es, weil der Brenner so praktisch und billig ist.
Wenn das mal nicht mehr der Fall sein sollte, werden sie umdenken und neue Wege gehen, äh fahren. Das ist ein Hebel, an dem wir ansetzen können. Die Blechlawine am Brenner ist keine Naturgewalt, die über uns kommt, kein Schicksal, sonder das Ergebnis von bewusst getroffenen Entscheidungen. Und so wie die Entscheidungen der Politik diese Verkehrsbelastung mitverursacht haben, liegt es in ihrer Macht, sie zu verringern.
Keine Woche nach der geplanten Blockade stand wieder alles still. Am Fronleichnamswochenende standen die LKW von Salurn bis am Brenner Stoßstange an Stoßstange. Die Autos auf der Überholspur – dieses Wort kling wie Hohn – kamen kaum schneller voran. Und wenn was passiert wäre? Würden die Rettungswagen nicht durchkommen. An einem normalen Sommerwochenende ist das offensichtlich nicht schlimm, aber wenn die Wipptaler mal ein paar Stunden protestieren, geht gleich die Welt unter.