KVW Aktuell

Den Menschen eine Stimme geben

Kriegsreporterin Sophia Maier zu Gast in Bozen
Krieg, Flucht und menschliches Leid standen im Mittelpunkt eines bewegenden Abends mit der Kriegsreporterin Sophia Maier im Pastoralzentrum Bozen. Auf Einladung des KVW Bezirks Bozen sprach die Journalistin aus München über ihre Erfahrungen in Krisengebieten wie der Ukraine, Syrien, Israel und Gaza.
Im Gespräch mit Alex Lechner wurde deutlich, was ihre Arbeit auszeichnet: Sophia Maier hört zu, fragt nach und erzählt die Geschichten der Menschen hinter den Schlagzeilen. Ihre Begegnungen mit Familien, die alles verloren haben, zeigen die verheerenden Folgen von Krieg und Gewalt, aber auch Mut, Würde und Hoffnung.
Ausgangspunkt des Gesprächs war ihr Buch „Herz aus Stacheldraht“, in dem sie eindrucksvoll über verlorene Menschlichkeit und die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft schreibt. Zugleich war der Abend ein starkes Plädoyer für Menschenrechte, Mitgefühl und Solidarität.
Die Veranstaltung fügte sich damit hervorragend in das KVW-Jahresthema „Ein gutes Leben für ALLE – Suche Frieden und jage ihm nach!“ ein und erinnerte daran, dass Frieden dort beginnt, wo Menschen nicht wegsehen, sondern hinschauen.

KVW Aktuell

Konstruktiver Journalismus

Manche klagen über die Fülle an negativen Nachrichten, die sie ermüden und
mitunter dazu führen, dass sie überhaupt auf Nachrichten verzichten.
Kann das die Lösung sein?
Karl Brunner – Geistlicher Assistent im KVW
Die Medien haben eine zentrale Aufgabe in der Demokratie: Sie sollten den Mächtigen auf die Finger schauen, Missstände aufdecken und die unterrepräsentierten Perspektiven in den Diskurs einbringen, damit ein möglichst breites Bild entstehen kann. Gelingt das, leisten sie bereits einen wichtigen Beitrag.
Alleine das beständige Aufdecken und Hinweisen auf Dinge, die nicht funktionieren, ist auf Dauer frustrierend und führt auch zu Schieflagen: So entsteht der Eindruck, dass alles schiefläuft, obwohl das nicht stimmt, weil eben fast ausschließlich einseitig Negatives berichtet wird. Dieser negative Tunnelblick schafft ein verbreitetes Gefühl von Ohnmacht und wirkt sich politisch aus, weil die so entstandenen einseitigen Bilder für Wahlentscheidungen leitend werden. Vor allem aber unterlässt diese Art der Berichterstattung die Beleuchtung der jeweils konstruktiven Aspekte. Ja, es ist die Aufgabe des Journalismus auf Fehlentwicklungen hinzuweisen! Es ist aber ebenso dessen Aufgabe, aufzuzeigen, was daraus gelernt werden kann, wo es schon Ansätze gibt, die dazu ermutigen, Veränderungen einzuleiten. So ein Journalismus wird „konstruktiv“ genannt, weil er nicht nur beschreibt, was schiefläuft, sondern auch, wie es besser laufen könnte.
Was für die Journalist:innen gilt, gilt auch für uns Alltagserzähler:innen. Durch den konstruktiven Zugang und so manche positive Beobachtung, die wir teilen, entsteht wieder Freude, gemeinsam Hand anzulegen und unsere Welt konstruktiv zu gestalten, ohne auf den notwendigen kritischen Blick zu verzichten. Auf solche Nachrichten muss keine:r verzichten, ganz im Gegenteil!
Hören Sie rein in unseren Podcast WERT-voll Leben! www.kvw.org/de/bezirke/bozen-39.html