KVW Aktuell
Konstruktiver Journalismus
Manche klagen über die Fülle an negativen Nachrichten, die sie ermüden und
mitunter dazu führen, dass sie überhaupt auf Nachrichten verzichten.
Kann das die Lösung sein?
mitunter dazu führen, dass sie überhaupt auf Nachrichten verzichten.
Kann das die Lösung sein?

Karl Brunner – Geistlicher Assistent im KVW
Die Medien haben eine zentrale Aufgabe in der Demokratie: Sie sollten den Mächtigen auf die Finger schauen, Missstände aufdecken und die unterrepräsentierten Perspektiven in den Diskurs einbringen, damit ein möglichst breites Bild entstehen kann. Gelingt das, leisten sie bereits einen wichtigen Beitrag.
Alleine das beständige Aufdecken und Hinweisen auf Dinge, die nicht funktionieren, ist auf Dauer frustrierend und führt auch zu Schieflagen: So entsteht der Eindruck, dass alles schiefläuft, obwohl das nicht stimmt, weil eben fast ausschließlich einseitig Negatives berichtet wird. Dieser negative Tunnelblick schafft ein verbreitetes Gefühl von Ohnmacht und wirkt sich politisch aus, weil die so entstandenen einseitigen Bilder für Wahlentscheidungen leitend werden. Vor allem aber unterlässt diese Art der Berichterstattung die Beleuchtung der jeweils konstruktiven Aspekte. Ja, es ist die Aufgabe des Journalismus auf Fehlentwicklungen hinzuweisen! Es ist aber ebenso dessen Aufgabe, aufzuzeigen, was daraus gelernt werden kann, wo es schon Ansätze gibt, die dazu ermutigen, Veränderungen einzuleiten. So ein Journalismus wird „konstruktiv“ genannt, weil er nicht nur beschreibt, was schiefläuft, sondern auch, wie es besser laufen könnte.
Was für die Journalist:innen gilt, gilt auch für uns Alltagserzähler:innen. Durch den konstruktiven Zugang und so manche positive Beobachtung, die wir teilen, entsteht wieder Freude, gemeinsam Hand anzulegen und unsere Welt konstruktiv zu gestalten, ohne auf den notwendigen kritischen Blick zu verzichten. Auf solche Nachrichten muss keine:r verzichten, ganz im Gegenteil!
Hören Sie rein in unseren Podcast WERT-voll Leben! www.kvw.org/de/bezirke/bozen-39.html

