Sonderthema
Gartenarbeit ist gesund und macht glücklich
„Wer eine Stunde glücklich sein möchte, der betrinke sich. Wer ein Jahr glücklich sein will, der heirate. Wer ein Leben lang glücklich sein möchte, der werde Gärtner!“ – so lautet ein altes chinesisches Sprichwort.Die moderne Medizin bestätigt diese poetische Weisheit: Gartenarbeit tut gut – dem Körper ebenso wie der Seele.
Prävention durch Gartenarbeit
Dass Sport das körperliche und seelische Wohlbefinden steigert, die Gesundheit fördert und zu einer besseren sozialen Einbindung beitragen kann, gilt seit langem als wissenschaftlich belegt. Weniger bekannt ist jedoch, dass Gartenarbeit ganz ähnliche positive Wirkungen haben kann. Zahlreiche internationale Studien haben untersucht, wie sich regelmäßige Gartenarbeit auf den Organismus und die Gesundheit auswirkt. Dabei zeigt sich: Regelmäßiges Gärtnern senkt den Blutdruck, beruhigt den Puls und stabilisiert die Herzfrequenz. Auch der Blutzuckerspiegel kann sich verbessern, während der Stoffwechsel angeregt wird. Gartenarbeit wirkt wie ein sanftes Ganzkörpertraining: Sie fördert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit und kann sogar die Knochendichte erhöhen. Muskelverspannungen lösen sich, Schmerzen lassen nach. Gleichzeitig werden Trittsicherheit und Gleichgewichtssinn gestärkt und die körperliche Koordination verbessert. Darüber hinaus stärkt die Arbeit im Garten das Immunsystem, reduziert Stress und hebt die Stimmung. Wer einen Garten pflegt, tut also viel für seine Gesundheit. Vor allem aber macht Gärtnern Menschen glücklich und zufrieden.
Heben, tragen, bücken - langsam starten und rückenschonend arbeiten
Frische Luft, Bewegung und Freude – Gartenarbeit ist gesund, vorausgesetzt, man beachtet einige grundlegende Regeln. Wichtig ist, sich nicht zu überlasten und die Arbeit an die eigenen körperlichen Möglichkeiten anzupassen. Wie bei jedem sportlichen Programm empfiehlt sich auch hier eine kurze Aufwärmphase, bevor man sich an schwerere Arbeiten macht. So lassen sich Überlastungen vermeiden, die sonst noch tagelang spürbar sein oder sogar zu Verletzungen führen können. Wer länger im Garten arbeitet, sollte regelmäßig Pausen einlegen und ausreichend trinken. Gerade mit zunehmendem Alter ist es außerdem wichtig, allzu schnelle Wechsel der Körperposition zu vermeiden - besonders nach Arbeiten mit nach unten gebeugtem Kopf. Beim plötzlichen Aufrichten kann es sonst zu einem Blutdruckabfall kommen, mit Schwindel oder Schwarzwerden vor den Augen, und im schlimmsten Fall zu einem Sturz. Auch Überkopfarbeiten sollten nur mit Bedacht und mit regelmäßigen Pausen durchgeführt werden. Neben geeignetem Schuhwerk empfiehlt es sich, beim Gärtnern Handschuhe zu tragen, die vor Hautreizungen, Dornen und Insektenstichen schützen. Auch der Kopf sollte mit einem Hut bedeckt sein, während unbedeckte Hautstellen mit Sonnencreme geschützt werden sollten. Darüber hinaus ist funktionelle Kleidung ratsam, die ausreichend Bewegungsfreiheit bietet und Schweiß gut aufnimmt. Wer im Garten arbeitet, sollte alle zehn Jahre seine Tetanusschutzimpfung auffrischen lassen, damit es bei kleineren Verletzungen nicht zu einer Infektion kommt. Nach jedem Aufenthalt im Freien empfiehlt es sich, den Körper sorgfältig nach Zecken abzusuchen, da diese – auch in Südtirol – zunehmend verbreitet sind.Grundsätzlich gilt: Gartenarbeit ist ausgesprochen gesund, wenn sie regelmäßig, achtsam und im Einklang mit den eigenen körperlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten ausgeübt wird.
TEXT: Christian Wenter


