KVW International

Blick nach Portugal

2 Fragen an Ricardo Coelho von der LOC Portugal
Ricardo Coelho
Der KVW ist Teil der EBCA (Europäischen Bewegung christlicher Arbeitnehmer) und arbeitet dort mit ähnlichen Bewegungen und Sozialverbänden zusammen.
Ricardo Coelho ist 49 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. Im Februar 2026 wurde er zum stellvertretenden Koordinator der LOC – Bewegung christlicher Arbeitnehmer Portugals – gewählt. Seine Wahl erfolgte im Rahmen des Nationalkongresses 2026, auf dem Fátima Pinto zur nationalen Koordinatorin gewählt wurde. Dieser Kongress knüpfte an den Kongress vom Juni 2025 an, auf dem die Leitlinien für die kommenden drei Jahre festgelegt wurden. Hauptthema der Bewegung ist „Evangelisieren und die Arbeitswelt würdigen“.Für die LOC bleibt die Lebensüberprüfung das zentrale Instrument zur Evangelisierung der Arbeitswelt. Evangelisieren bedeutet, das Evangelium durch das Lebenszeugnis in der Kirche sowie im konkreten Lebensumfeld der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenwärtig zu machen.
Welche Schwerpunkte möchten Sie während Ihrer Amtszeit setzen, und welche sozialen Herausforderungen in der Arbeitswelt Portugals halten Sie derzeit für besonders dringlich?
Ricardo Coelho: Eine Priorität besteht darin, neue Arbeitnehmer zu erreichen und einzuladen, die Bewegung kennenzulernen und sich ihr anzuschließen. Nur wenn sich die LOC kontinuierlich erneuert und sich neuen Realitäten und Generationen öffnet, bleibt sie ihrem Auftrag treu.
Eine weitere wichtige Aufgabe besteht darin, die Kirche für die Bedeutung einer wirksamen Präsenz in der Arbeitswelt zu sensibilisieren – einer Präsenz, die nah am konkreten Leben der Menschen ist. Wie es in der Pastoralkonstitution Gaudium et Spes heißt: „Die Freuden und Hoffnungen, die Trauer und die Ängste der Menschen von heute, vor allem der Armen und aller Leidenden, sind auch die Freuden und Hoffnungen, die Trauer und die Ängste der Jünger Christi.“ (Nr. 1)

Zu den zentralen sozialen Herausforderungen in Portugal zählen:
die prekäre Arbeitssituation, insbesondere unter jungen Menschen, und
die Schwierigkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren,
niedrige Löhne, die ein würdiges Leben – einschließlich
des Zugangs zu Wohnraum – gefährden.

Diese Realitäten stellen hohe Anforderungen an das Engagement der LOC.
Wie kann die LOC Ihrer Meinung nach heute neue Menschen – insbesondere junge Arbeitnehmer und Menschen in prekären Beschäftigungs­verhältnissen – ansprechen und einbinden?

Heute spielt die LOC eine wichtigere Rolle denn je in Kirche und Gesellschaft. Wir leben in einer Zeit, die einerseits von sozialen Schwächen, andererseits aber auch von einem kulturellen Kontext geprägt ist, in dem Intoleranz, Individualismus und die Schwierigkeit, Zeichen der Hoffnung zu erkennen, zunehmen.
Dennoch gibt es viele Menschen – insbesondere junge Arbeitnehmer:innen und Menschen in prekären Lebenssituationen –, die sich mit den Werten der Menschenwürde, der sozialen Gerechtigkeit und der Solidarität identifizieren, wie sie in der Soziallehre der Kirche zum Ausdruck kommen.
Die Herausforderung besteht darin, aktiv auf diese Menschen zuzugehen und ihnen konkrete Räume der Begegnung, Beteiligung und des Engagements anzubieten.
In diesem Sinne ist der Vorschlag von Papst Franziskus besonders inspirierend: „Ich ziehe eine Kirche vor, die zerkratzt, verwundet und schmutzig ist, weil sie auf die Straßen gegangen ist, einer Kirche, die krank ist vor Verschlossenheit und der Bequemlichkeit, sich an ihre eigenen Sicherheiten zu klammern.“ (Evangeli Gaudium, Nr. 49).
Die LOC ist aufgefordert, diese „Kirche im Aufbruch“ zu verkörpern und Orte der Aufnahme, des Austauschs und des Engagements zu schaffen – Orte, an denen der Glaube mit dem Leben verbunden ist und echte Veränderung bewirkt wird.

KVW International

60 Jahre Engagement

30 Jahre Freundschaft: Milland/Sarns feiert doppelt
Die Ortsgruppe Milland/Sarns blickt in diesem Jahr mit großer Freude auf gleich zwei besondere Jubiläen: 60 Jahre engagierte Vereinstätigkeit sowie 30 Jahre gelebte Partnerschaft mit der KAB Etting (Ingolstadt).
Diese bedeutenden Anlässe werden im Juni gebührend gefeiert. Vom 5. bis 7. Juni dürfen wir unsere Freunde aus Etting zu einem festlichen Gegenbesuch in Milland willkommen heißen. Für diese Tage wurde ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet: Geplant sind unter anderem ein interessanter Empfang im Rathaus von Brixen sowie ein gemeinsamer Tagesausflug ins Gadertal. Ein besonderer Höhepunkt wird der Besuch in Oies in St. Leonhard in Abtei sein, wo wir den Wallfahrtsort des heiligen Josef Freinademetz kennenlernen. Den festlichen Abschluss bildet die gemeinsame Teilnahme an der Fronleichnamsprozession am Sonntag.
Im Anschluss daran laden wir herzlich zu einem geselligen Beisammensein ein, das von der Musikkapelle Milland feierlich umrahmt wird.
Diese Jubiläumsfeier bietet eine wertvolle Gelegenheit, die langjährige Gemeinschaft zu pflegen, die Partnerschaft zu vertiefen und neue gemeinsame Erinnerungen zu schaffen.