Soziales

Ehrenamt fördert die Gesundheit

Warum freiwilliges Engagement Körper und Seele stärkt
Christan Wenter
Ob im KVW, im Sportverein oder in der Nachbarschaftshilfe: Ehrenamtliches Engagement ist aus der Gesellschaft nicht wegzudenken. Was viele nicht wissen: Wer sich freiwillig engagiert, tut nicht nur anderen etwas Gutes, sondern auch sich selbst. Zahlreiche Studien zeigen inzwischen, dass regelmäßige ehrenamtliche Tätigkeit nicht nur persönlich sehr bereichernd ist, sondern auch die Gesundheit fördert – körperlich wie psychisch.
Menschen, die sich regelmäßig ehrenamtlich betätigen, berichten häufiger von einer höheren Lebenszufriedenheit und weniger Stress. Der Grund liegt unter anderem im Gefühl, gebraucht zu werden. Wer anderen hilft, erlebt Selbstwirksamkeit – das Wissen, mit dem eigenen Handeln etwas bewirken zu können. Das stärkt das Selbstwertgefühl, trägt zu seelischem Wohlbefinden bei und kann sogar depressiven Verstimmungen entgegenwirken.
Ehrenamt beugt Einsamkeit vor
Auch soziale Kontakte spielen eine wichtige Rolle. Ehrenamt bringt Menschen zusammen, die sonst vielleicht nie miteinander ins Gespräch gekommen wären. Dies kann ein wirksames Mittel gegen Einsamkeit sein. Regelmäßige Treffen, gemeinsame Aufgaben und der Austausch mit anderen fördern soziale Bindungen – ein Faktor, der nachweislich das Risiko für psychische Erkrankungen senkt.
Doch nicht nur die Seele profitiert. Je nach Art des Engagements wirkt sich Ehrenamt auch positiv auf die körperliche Gesundheit aus. Studien belegen, dass Ehrenamtliche insgesamt aktiver sind und seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Zudem wird ihr Immunsystem gestärkt – vermutlich, weil Bewegung, soziale Einbindung und geringerer Stress zusammenwirken.
Ehrenamtliche leben länger
Besonders bemerkenswert ist, dass ehrenamtlich Tätige statistisch gesehen länger leben. Langzeitstudien belegen eine geringere Sterblichkeitsrate bei Menschen, die sich regelmäßig engagieren. Warum genau ehrenamtliche Tätigkeiten der Gesundheit potenziell nutzen können, bleibt weiter unklar. Eine Theorie geht dahin, dass Ehrenamtliche davon profitieren, dass sie körperlich mehr in Bewegung seien. Aber auch weitere biologische und gesellschaftliche Faktoren könnten hier mit einfließen. Entscheidend ist dabei jedoch das richtige Maß. Fachleute warnen vor Überforderung, denn auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift. Wer sich zu übernimmt, riskiert Stress statt gesundheitlicher Vorteile. Ehrenamtliches Engagement soll bereichern – nicht auslaugen.
Angesichts des demografischen Wandels und wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen gewinnt das Ehrenamt weiter an Bedeutung. Gemeinden und Organisationen sind daher gefordert, gute Rahmenbedingungen zu schaffen – mit klaren Strukturen, Anerkennung und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Am Ende gilt: Ehrenamt ist keine Pflicht, sondern eine Chance. Eine Chance, Gemeinschaft zu erleben, Sinn zu finden – und dabei ganz nebenbei etwas für die eigene Gesundheit zu tun.
TEXT: Christan Wenter, Geriater und Vorsitzender der KVW Senioren

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