KVW Soziales

Mutiger Blick nach vorne

20 Jahre Arbeitsförderungsinstitut Afi
Ende November hat das Arbeitsförderungsinstitut Afi sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Es war eine Geburtstagsfeier im Zeichen der Arbeit, sachlich und festlich zugleich.

Mit einer Tagung auf Schloss Maretsch feierte das Afi sein 20-jähriges Bestehen.Mit einer Tagung auf Schloss Maretsch feierte das Afi sein 20-jähriges Bestehen.

Das Arbeitsförderungsinstitut beging das runde Jubiläum „20 Jahre Afi“ mit den Vorträgen von drei Wissenschaftlern und einer anschließenden Debatte, zu der sich Bozens Uni-Rektor Walter Lorenz und die Bozner Unternehmerin Nadia Mazzardis Lucich gesellten. Im Mittelpunkt standen die Chancen und die Gefahren, die in Zukunft auf die arbeitenden Menschen zukommen.
Lob und Wertschätzung
An die zweihundert Gäste waren der Einladung gefolgt, allen voran Landeshauptmann Arno Kompatscher und Arbeitslandesrätin Martha Stocker. Beide wussten den Stellenwert des Instituts zu schätzen und zu würdigen. Im kleineren Kreis der Stakeholder ging es am Nachmittag zur Übersicht über das bisher Geleistete und vor allem um die nächsten 20 Jahre.
Mutiger Blick in die Zukunft
In einem „mutigen Blick nach vorne“ hinterfragte der angesehene Südtiroler Meinungsforscher Hermann Atz kritisch den Begriff Arbeitnehmer und entwarf ein Bild für die Zukunft des Instituts. Eine Zukunft, in der das „F“ im Namen Afi für ein klares Forschungsprofil steht, eine Zukunft, in der das Afi als Spezialist im Netzwerk mit anderen Wissenseinrichtung in und außerhalb des Landes die Würde der Arbeit in den Mittelpunkt stellt. Als Gegenstück zum Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer (Wifo), das über ungleich höhere Mittel verfüge, möchte Atz das Afi im Jahr 2030 am liebsten als ein solides Forschungsinstitut für Arbeit sehen, das wissenschaftlich unabhängig auf den eigenen Beinen steht.
Mit den entsprechenden Mitteln
„Wir nehmen alle Wertschätzungen und Geburtstagsglückwünsche gerne an“, sagte Afi-Direktor Stefan Perini. „In der Tat ist unser Blick nach vorne, in die Zukunft gerichtet, was die Sicht der Arbeit und die Entwicklung der Gesellschaft betrifft. Ein gesellschaftlicher Auftrag braucht aber auch die entsprechenden Mittel. Schließlich geht es um die Belange von allen arbeitenden Menschen“.
Die Zukunft der Arbeit
Professor Gerhard Boschs Vortrag „Zukunft der Arbeit“ baute auf folgende Punkte:
- Wachsende soziale Ungleichheit
- Demografischer Wandel
- Neue Technologien
- Neue Erwerbsverläufe.
Die wichtigsten Trends seien die wachsende Konzentration der Vermögen bei einem Prozent der Bevölkerung, die Aushöhlung der Mittelklasse, ein zum Teil wachsender Niedriglohnsektor, die ungleiche Verteilung von Arbeitszeit (in der Bosch eine neue Quelle der Ungleichheit sieht) sowie die abnehmende Besteuerung der hohen Vermögen und Einkommen. Vorbilder geringerer Ungleichheit seien die skandinavischen Länder.
Demografischer Wandel
Die EU-Projektionen rechnen bis 2060 mit einem wachsenden Anteil der Älteren (65 Jahre +). Dagegen trägt Migration zur Verjüngung bei. Zur Finanzierung des steigenden Altersquotienten müssten die Beschäftigungsquoten erhöht werden und zwar die von Älteren über Rentenreformen und die von Frauen durch den Ausbau der Kinderbetreuung und Ganztagsschulen und dem Abbau des Gender-Pay-Gap, so einige der Ansätze von Professor Bosch.

Sozialfürsorge

Keine Rentenerhöhnung 2016

Fehlende Inflationsanpassung sorgt für Enttäuschung
Mindestrente NISF/INPS 2016
1.1.2015
provisorischer monatlicher
Betrag
+ 0,3
1.1.2015
endgültiger
monatlicher
Betrag
+ 0,2 %
1.1.2016
provisorischer monatlicher
Betrag
+ 0,0 %
Aus der allgemeinen Pflichtversicherung für Arbeitnehmer, Sonderfonds der Bauern, Handwerker und Kaufleute
502,38 Euro

501,88 Euro

501,88 Euro
Jene RentnerInnen, die eine Inflationsanpassung der Rente im Jahre 2016 erwartet haben, werden enttäuscht. Es gibt nämlich gar keine für RentnerInnen bis zum dreifachen der Mindestrente bzw. über das sechsfache der Mindestrente. Es müssen auch 0,1 Prozent der im Jahre 2015 ausbezahlten Renten zurückbezahlt werden, da die provisorische Inflationsanpassung des letzten Jahres in der Höhe von 0,3 Prozent nicht bestätigt und mit 0,2 Prozent festgelegt wurde.
Im Monat Jänner fällt daher auch die Rente geringer aus, da die Ausgleichszahlung vom Renteninstitut einbehalten wird.
Beispiel: Im Jahre 2015 wurde die monatliche Rente in der Höhe von 1.400 Euro ausbezahlt. Ab Jänner 2016 steht nur 1.398,60 Euro monatlich zu und im Monat Jänner 2016 wird auch der Betrag von 18,20 Euro abgezogen.

TEXT: Elisabeth Scherlin