KVW Aktuell

Für Frieden beten, aber nicht nur …

Werden wir Botschafter für Frieden, Demokratie und soziale Solidarität!
Wir leben in unsicheren Zeiten, über 20 Kriege toben in der Welt. Seit dem Überfall Russlands in der Ukraine, ist der Krieg in unsere Nähe gerückt. Im Gazastreifen findet ein blutiges Gemetzel statt, Kinder, Frauen und Männer sterben jeden Tag, ein Verbrechen an der Menschheit. Aber was können wir schon tun, sagte neulich ein Vertreter im KVW-Ausschuss. Eine berechtigte Frage!
Nichts tun, wäre die falsche Antwort. Wir dürfen unser Gewissen nicht damit beruhigen, dass wir ohnmächtig gegenüber den Gräueln sind. Der KVW hat richtig reagiert: Mit dem Jahresthema Frieden und mit dem Friedensmarsch, mit dem die Menschen aufgefordert wurden, für den Frieden zu beten, aber auch dagegen aufzutreten.
Jeder Steinwurf zieht Kreise
Jeder Mensch beeinflusst durch sein Verhalten und seine Worte andere. Wie ein flacher Stein, der ins Wasser geschleudert wird und drei Mal weiterspringt, verbreitet sich eine Meinung mindestens drei Mal und zieht ihre Kreise. Wenn jeder etwa 100 Kontakte hat, vervielfacht sich dieser Effekt exponentiell, sodass laut dieser Theorie (100 hoch drei) eine Million Menschen erreicht werden könnten. Aber wenn es auch nur einige Hundert wären, seien wir uns bewusst, dass jeder von uns breite Kreise ziehen kann.
Als in den 1970er Jahren der Vietnamkrieg (1955-75) kein Ende fand, gingen in Amerika Massen von Menschen auf die Straße, der bekannte Beatles Star, John Lennon, zog von Stadt zu Stadt mit seiner Gitarre, Studenten an den Universitäten protestierten, die Menschen zeigten der Regierung und dem Präsidenten Nixon, dass sie nicht mehr akzeptierten, täglich Bahren von toten Soldaten in Washington einfliegen zu sehen. Und die Regierung musste diesen Krieg, nach 20 Jahren sinnlosen Blutvergießens aufgeben.
In der Hand von skrupellosen Verbrechern
Ich bin wenige Jahre nach dem Krieg geboren. Von den zwei Weltkriegen mit 70 Millionen Toten, jahrelangem Blutvergießen, Leiden und Hunger unserer Eltern und Großeltern wissen die Jüngeren wenig. Unsere Generation hat 80 Jahre Frieden erlebt, wie niemals in der Menschheitsgeschichte!
Ich habe vielfach das Gefühl, dass die Menschen angesichts des Weltgeschehens resignieren. Tatsächlich ist ein Großteil der Welt in der Hand von skrupellosen Verbrechern. Auch die Vereinigten Staaten von Amerika, lange für ihrer Demokratie bewundert, drohen in ein autokratisches System abzudriften. In Europa verzeichnen wir einen gefährlichen Trend zu autoritären Personen und Systemen, die mit populistischen Parolen, breite Massen gewinnen. Wir sind gefordert, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Engagieren wir uns dagegen, sprechen wir untereinander darüber, stellen wir Waffenlieferungen in Frage, vor allem an Länder, die die Menschenrechte gröbsten missachten, wie derzeit Israel und in vielen afrikanischen Staaten, hinterfragen wir die billigen Parolen von Populisten, die komplexe Probleme, wie die Einwanderung, mit einem Hexenstab zu lösen versprechen. Verlangen wir mehr politische Bildung für unsere Jugend. Werden wir zu Botschaftern für Frieden, Demokratie und soziale Solidarität in der Welt. Begegnen wir mit dem KVW diesen neuen Herausforderungen!
Zur Person
Oskar Peterlini ist neu in den KVW-Landesausschuss gewählt worden. Wir kennen ihn als sozial engagierten Südtiroler Politiker und Wissenschaftler. Er wirkte viele Jahre als Mitglied des Südtiroler Landtages, Präsident des Regionalrates und als Parlamentarier in Rom. Ihm verdanken wir auch die Idee und den Aufbau des Zusatz-Rentensystems Pensplan und Laborfonds. Heute lehrt er an der Freien Universität Bozen und in Rostock. Er gilt als Experte für das Südtiroler Autonomiemodell und friedliche Lösungen für Sprach- und Kulturkonflikte.
TEXT: Oskar Peterlini

KVW Aktuell

Ein Zeichen der Solidarität

KVW Frauen verteilen Erika-Pflanzen zum Tag der Beseitigung gegen Gewalt an Frauen
Rund um den Internationalen Tag der Beseitigung gegen Gewalt an Frauen am 25. November setzen die Frauen im KVW in diesem Jahr ein besonderes Zeichen der Solidarität und Sichtbarkeit: In zahlreichen KVW-Ortsgruppen werden kleine Erika-Pflanzen mit der Aufschrift „Du bist nicht allein(e)“ verteilt – begleitet von einem Informationsflyer zum Projekt Erika, das in betroffene Frauen in Gewaltsituationen unterstützt.
Mit dieser symbolischen Geste wollen die KVW Frauen:
auf das wertvolle Angebot des Projekts Erika aufmerksam machen,
betroffene Frauen ermutigen, sich Hilfe zu holen,
und ein klares Zeichen gegen Gewalt und für gesellschaftliche Verantwortung setzen.
„Es ist uns wichtig zu zeigen: Wir sehen hin, wir hören zu – und wir stehen an der Seite aller Frauen, die von Gewalt betroffen sind“, sagt Heidrun Goller, Landesvorsitzende der KVW Frauen. „Die Erika-Pflanze steht für Hoffnung, Stärke und Solidarität – genau das wollen wir vermitteln.“ Die Aktion wird in enger Abstimmung mit den Trägerorganisationen des Projekts Erika umgesetzt. Jede Pflanze trägt sichtbar den Slogan „Du bist nicht allein(e)“ – eine ermutigende Botschaft für Frauen, die sich in belastenden Situationen befinden, und ein Appell an die Gesellschaft, nicht wegzuschauen. Neben der Verteilung der Erika-Pflanzen wird auch ein Informationsflyer über das Projekt Erika beigelegt werden, um auf konkrete Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen. Ziel ist es, mehr Menschen für das Thema zu sensibilisieren und eine Kultur der Achtsamkeit und des Hinsehens zu fördern. „Gewalt gegen Frauen ist kein Randthema – sie findet mitten in unserer Gesellschaft statt. Umso wichtiger ist es, sichtbar zu machen, dass es Hilfe gibt – und dass niemand alleine bleiben muss“, betont Goller. Die KVW Frauen laden alle Interessierten herzlich dazu ein, die Aktion in ihrer Gemeinde zu unterstützen oder weiterzutragen.
Info
Das Projekt Erika basiert auf einem Vereinbarungsprotokoll zwischen dem Südtiroler Gesundheitsbetrieb, der Landesabteilung Soziales, der Staatspolizei, dem lokalen Kommando der Carabinieri und den Beratungsstellen für Frauen in Gewaltsituationen. Durch diese breite Partnerschaft ist eine gute Vernetzung im Krisenfall garantiert.