KVW Aktuell

KVW Hilfsfonds - die Spendeneinrichtung des KVW

Für in Südtirol lebende Menschen in plötzlichen finanziellen Notlagen
Das Schicksal schlägt zu und entreißt einer bis dahin glücklichen Familie ein Elternteil. Neben der großen Trauer beherrscht zusätzlich ein finanzielles Fragezeichen den Raum. Eine Krankheit macht sich breit und verhindert, dass ein Mensch seiner gewohnten Arbeit nachgehen und von seinem Lohn oder Gehalt leben kann. Eine Beziehung zerbricht, der Familienalltag ist völlig neu zu regeln. Zahnarztrechnungen der Kinder, Stromrechnungen, unbezahlte Mieten türmen sich und die Raten des ehemaligen Traumes eines Eigenheims erinnern höhnisch an schöne Zeiten. Manchmal reicht es auch nur mehr dürftig zum Kauf von gesunden Lebensmitteln.
So oder ähnlich lesen sich viele Spendenanträge, die seit 2008 dem KVW Hilfsfonds mit Bitte um Unterstützung unterbreitet werden. Niemand wollte diese Lagen, aber plötzlich steckt jemand drin und es ist zu sehen, dass wieder möglichst rasch Boden unter den Füßen zurückgewonnen werden kann.
Der KVW Hilfsfonds hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen im Lande, welche durch plötzliche Schicksalsschläge in akute finanzielle Not geraten sind, bei positiver Beurteilung einmalig kurzfristig finanziell unter die Arme zu greifen. Die Arbeitsgruppe will Hilfe mobilisieren und kanalisieren, die Menschen zum Spenden aufrufen und die Spendenerlöse den Betroffenen weitergeben. Dies passiert eher im Hintergrund.
Menschen welche mit ihrem finanziellen Beitrag Hoffnung schenken wollen kann der KVW Hilfsfonds das gute Gefühl geben, Mitwirkende in einer zweifellos wertvollen Sache im Dienste des Mitmenschen zu sein. Und KVW Mitglieder, welche sich plötzlich in finanzieller Not befinden, können sich im Härtefall an ihren Verband wenden.
Das Spendenantragsformular und alle weiteren Informationen finden Sie auf der Webseite des KVW Hilfsfonds unter hilfsfonds.kvw.org. Eine Empfehlung der eigenen KVW Ortsgruppe auf der dafür vorgesehenen Seite im Antragsformular ist von Vorteil.
Das ausgefüllte und unterschriebene Formular mit den notwendigen gefragten Unterlagen ist bei/m der zuständigen VerbandssekretärIn des Bezirksbüros einzureichen. Der entsprechende Antrag wird geprüft, eventuelle noch fehlende Informationen werden eingeholt und in einer Sitzung entscheidet die Arbeitsgruppe KVW Hilfsfonds über eine Spendenvergabe. Bei Notwendigkeit werden auch Kontakte mit der Schuldnerberatung hergestellt oder weiterführende sinnvolle finanzielle Schritte nahegelegt.
Auf diese Weise wurden in den vergangenen Jahren vom KVW Hilfsfonds 235.413,38 Euro Spendengelder an in Not geratene Menschen in Südtirol weiter gegeben.
Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam Hoffnung schenken.

Soziales

Selbsthilfe – sich selber helfen

Erfahrungen austauschen, Gemeinschaft erleben, sich und anderen helfen
Der Vorstand der Zöliakievereinigung Südtirol mit der Vorsitzenden Claudia Pfeifer (dritte von links)
2001 gegründet, zählt die Dienststelle für Selbsthilfegruppen, die vom Dachverband für Soziales und Gesundheit (DSG) geführt wird, mittlerweile rund 190 Südtiroler Selbsthilfegruppen. Diese haben sich mittlerweile neben Krankenhäusern, Arztpraxen und dem öffentlichen Gesundheitsdienst - als vierte Säule im Gesundheitssystem etabliert. Die positive und präventive Wirkung auf das Wohlbefinden der Menschen ist weithin anerkannt.
In der Gruppe erfahren die Menschen Unterstützung und Mitgefühl und haben die Möglichkeit sich miteinander auszutauschen. Stellvertretend für die vielen Selbsthilfegruppen (www.dsg.bz.it), die es gibt, werden 2 davon vorgestellt. Beiden Vereinen ist es ein Anliegen, den Betroffenen und den jeweiligen Angehörigen durch die Begegnung und den Austausch mit anderen Betroffenen, emotionale, soziale und praktische Hilfe im Alltag zu geben.
Zöliakieverein Südtirol
Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Verzehr von Gluten - einem Protein, das in Weizen, Dinkel, Gerste, Roggen, Kamut und anderen Getreidesorten vorkommt - eine immunologische Reaktion im Dünndarm auslöst. Diese Reaktion schädigt die Darmzotten, die für die Aufnahme von Nährstoffen verantwortlich sind, was zu einer Vielzahl von Symptomen führt. Zöliakie tritt bei Menschen jeden Alters auf und die Symptome können variieren, z. B. Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Gewichtsverlust, Müdigkeit oder Blutarmut. Unbehandelt kann Zöliakie zu ernsthaften körperlichen Komplikationen wie Mangelernährung, Osteoporose, Unfruchtbarkeit und Darmkrebs führen. Zöliakie wird auch mit Schilddrüsenerkrankungen und Diabetes in Verbindung gebracht. Auf psychischer Ebene leiden Menschen mit unentdeckter Zöliakie häufig unter depressiven Verstimmungen, sozialer Isolation bis hin zu Panikattacken und anderen Angststörungen. Bei Kindern kann es zudem zu Wachstumsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und einer verzögerten Pubertät kommen. Betroffene müssen sich komplett glutenfrei ernähren und auf herkömmliches Brot, Pizza, Kuchen, Kekse etc. verzichten. Gluten „versteckt“ sich in sehr vielen Fertigprodukten, wo man es nicht vermutet, z.B. in Schokolade, Chips, Soßen, Süßigkeiten etc. Schon eine Verunreinigung mit glutenhaltigen Lebensmitteln, auch nur mit Mehlstaub oder Bröseln, kann den Betroffenen schaden.
Die Zöliakie hat auch Auswirkungen auf das soziale Leben. Viele Betroffene berichten über erhebliche psychische Belastungen. Diese können verstärkt werden durch die Herausforderung, eine strenge Diät einzuhalten, durch soziale Isolation aufgrund der eingeschränkten Teilnahme an gesellschaftlichen Ereignissen wie Geburtstagsfeiern, Betriebsessen, Festen und Feiern, Auswärtsessen usw., durch Ausgrenzung und die ständige Angst vor den Folgen einer versehentlichen Glutenaufnahme.
Der Zöliakieverein Südtirol informiert über Zöliakie und glutenfreie Ernährung, erstellt Informationsmaterial und berät bei der Bewältigung der täglichen Herausforderungen. Für Neumitglieder wird ein eigener Kochkurs, ein Gruppentreffen mit einer Psychologin und mit einer Ernährungstherapeutin organisiert. Das ganze Jahr über werden verschiedene Kochkurse angeboten. Für betroffene Kinder und Jugendliche organisiert der Verein ein Hüttenlager, wo sie neue Rezepte kennen lernen und Gleichaltrige in der gleichen Situation treffen. In der Zöliakiewoche im Mai werden Projekte in Schulen durchgeführt. Der Verein organisiert auch Ausflüge, Törggelen, Weihnachtsessen und vieles mehr und fungiert als Interessensvertretung für Betroffene und Angehörige. Ein wichtiges Projekt ist das Programm „Essen außer Haus“ (AFC Alimentazione Fuori Casa), das Gastronomiebetrieben durch Schulungen hilft, die Zubereitung glutenfreier Speisen sicherer zu machen.
Kontakt
AIC Italienische
Zöliakievereinigung Südtirol VFG
Tel. +39 0471 051626
info@aicbz.org
Verein „Collegium vincere ALS“
Ice-Bucket-Challenge: 10 Jahre ist es her, dass Eimer mit eiskaltem Wasser Menschen in Schockstarre versetzten.
Viele erinnern sich noch daran. Aber kaum jemand weiß, wofür damals Geld gesammelt wurde. Im Mittelpunkt stand die Erforschung einer Nervenkrankheit namens ALS. Obwohl sie selten ist, begegnet ihr im Schnitt doch jeder von uns 1-2-mal in seinem Leben.
Was mit einem Muskelzucken beginnt, als beiläufig bemerkte Ungeschicklichkeit abgetan wird, weil man häufiger stolpert oder der Stift aus der Hand fällt, kann ein erstes Anzeichen dieser neurodegenerativen Erkrankung sein. Auch Muskelschwäche oder häufiges Verschlucken und verlangsamtes Sprechen können darauf hinweisen.
Vor mehr als 150 Jahren erstmals als Krankheit benannt, ist die Ursache bis heute unklar. Bei knapp 10 Prozent der Betroffenen liegt eine erbliche Variante vor. Nur hier gibt es derzeit einen kleinen Hoffnungsschimmer.
Auch der Südtiroler Verein „Collegium vincere ALS“ macht sich auf die Suche nach Lösungen.Die vier Hauptpfeiler von CV-ALS sind: Unterstützung der Betroffenen und Angehörigen, die Vernetzung, die Öffentlichkeitsarbeit und die Forschung.
Kontakt
Verein „Collegium vincere ALS EO“
cv-als@pec.it
gerdsteger@hotmail.com
Handy: +39 328 45 345 832 3