KVW Aktuell

Ein Monat, 4 Wochen, 30 Tage

Für Gesundheit und Bewusstsein das neue Jahr alkoholfrei starten
Ein neues Jahr beginnen wir oft mit guten Vorsätzen. Diese Gelegenheit können wir auch nutzen, um unserem Körper und Geist etwas Gutes zu tun. Eine Möglichkeit besteht darin, eine Zeit lang alkoholfrei zu leben.
Die Initiative „Dry January“ (trockener Januar) lädt dazu ein, 30 Tage lang auf Alkohol zu verzichten und die positiven Effekte einer Alkoholpause selbst zu erleben. Diese ursprünglich in Großbritannien gestartete Kampagne hat in vielen Ländern Anklang gefunden – auch in Südtirol.
Das Forum Prävention lanciert in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb und dem Gesundheitsressort des Landes sowie mit Unterstützung des Hoteliers- und Gastwirteverbands und des KVW eine landesweite Kampagne zu einem alkoholfreien Monat mit Start im Jänner. Ziel ist es, Menschen aller Altersgruppen dazu zu motivieren, ihr Trinkverhalten zu überdenken. Die Botschaften des „Dry January“ werden über Zeitungsanzeigen, Radiowerbung, Plakate, Poster und Social-Media-Kanäle in ganz Südtirol verbreitet. „Wir möchten die Menschen dazu inspirieren, diesen Monat als Chance zu sehen, ihre Beziehung zum Alkohol zu überdenken“, sagt Peter Koler, Direktor des Forum Prävention.
Es gibt zahlreiche Gründe, die für ein solches Selbstexperiment sprechen. Der Verzicht auf Alkohol über einen längeren Zeitraum hat positive Auswirkungen auf die Psyche und den Körper. Zudem fördert ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol ein gesundheitsorientiertes Verhalten. Gerade Erwachsene sind bei Familienfeiern oder anderen festlichen Anlässen ein positives Vorbild, wenn sie alkoholfreie Alternativen wählen.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.coolcomma0.com

KVW Aktuell

Raus aus der Komfortzone

Karl Brunner, Geistlicher Assistent im KVW
Die Moral von der Geschicht … Ja, was ist die Moral ‚unserer‘ Geschichte? In den letzten Jahrhunderten gab es beim Thema Moral einen starken Fokus auf das persönliche Fehlverhalten der Menschen. Jede:r sollte sich fragen, ob er oder sie korrekt gehandelt hat und sich nach Möglichkeit bessern. Weh und Ach der Gesellschaft lag demnach an den Individuen. Dass das sehr kurz greift, lehrt bereits die soziologische Grunderkenntnis, dass eine Gruppe mehr ist, als die Summe ihrer Teile.
Was bei dieser moralischen Fixierung auf das Individuum unterbelichtet bleibt, ist der Blick auf das, was im System falsch läuft. Richard Rohr bringt es in seinem Buch „Vom Bösen“ auf den Punkt: „Religionen, Regierungen und alle Organisationen und Unternehmen sind ganz und gar des Bösen fähig, ohne es auch nur als solches zu erkennen – weil es UNS nützt, wenn sie unmoralisch handeln. Das Böse findet seine Tarnung in der schweigenden Zustimmung der Masse, wenn es persönliche Vorteile zu bringen scheint.“ Denken wir an die Ungerechtigkeiten im Handel z.B. mit seltenen Erden in anderen Ländern der Welt, die systematische Ausgrenzung von Hilfesuchenden aus anderen Ländern, die Marginalisierung der „Anderen“, usw. Wie oft profitieren wir und schauen wir weg?
Als Gesellschaft sind wir gut beraten, uns dieser Heucheleien bewusst zu werden. Es gilt auszuhalten, dass es himmelschreiende Ungerechtigkeiten gibt, von denen wir profitieren. Gemeinsam können und müssen wir dort und da Akzente setzen, um am GUTEN LEBEN für ALLE mitzuwirken. Sollten uns die Ideen fehlen: Es reicht, den Menschen zu begegnen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, mit ihnen zu sprechen und Gesellschaft von ihnen her verstehen zu lernen und mit ihnen zu verändern. Ganz einfach und unheimlich schwierig zugleich. Eben, raus aus der Komfortzone!
TEXT: Karl Brunner