Editorial

Packen wir’s an!

Maria Claudia Bertagnolli, Präsidentin
Liebe Mitglieder,
in dieser Chance ist es mir ein Anliegen, meinen Dank auszudrücken. Mein herzlicher Dank gilt den Vorsitzenden für das Vertrauen, das sie mir entgegengebracht haben, indem sie mich einstimmig zur Landespräsidentin gewählt haben. In den kommenden vier Jahren wird mich Ida Schacher als Vizepräsidentin begleiten. Danke, liebe Ida.
Ich begrüße auch die neuen Bezirksvorsitzenden Monika Kuenrath für den Bezirk Vinschgau und Rosmarie Weithaler für den Bezirk Meran-Burggrafenamt. Ihnen wünsche ich von Herzen einen guten Start und viel Erfolg auf ihrem Weg in der Krebshilfe. Uns „alten“ Vositzenden wünsche ich ein gutes Weitergehen, eine Tätigkeit geprägt von Empathie, Geduld und Hilfsbereitschaft.
Ganz wichtig ist mir der Dank an alle unsere freiwilligen Helfer*innen, die stets bereitstehen und präsent sind. Sie bilden das Herz unserer Vereinigung. Danke den Spender*innen, die es uns ermöglichen, Betroffene und ihre Familien zu unterstützen, die sich an uns wenden. Danke den Therapeut*innen, die sich täglich mit großer Fachkompetenz um die Patient*innen kümmern.
Ein besonderer Dank gilt auch unserem Koordinator Marcus Unterkircher, den Sekretärinnen sowie allen Mitarbeiter*innen, die jeden Tag mit Kompetenz und Empathie für unsere Vereinigung da sind. In diesem Zusammenhang möchte ich Antonella von Herzen danken, die nun das Ende ihres Berufslebens erreicht hat. Danke für all die Jahre, in denen sie uns unterstützt – und manchmal auch ertragen – hat. Für ihren neuen Lebensabschnitt wünsche ich ihr alles Gute.
Ein herzliches Dankeschön geht auch an unsere Journalistin Nicole Dominique Steiner, die sich mit großem Engagement dreimal im Jahr auf die Suche macht nach neuen Themen, Ärzt*innen sowie anderen Fachkräften und nach bewegenden Patientengeschichten, um unsere Zeitschrift interessant, anregend und lesenswert zu gestalten. Ebenso danke ich Primar Dr. Michael Kob, der uns seit vielen Jahren seine Zeit schenkt und die Rezepte für die Rubrik „Gut und g’sund“ vorbereitet.
Danke auch den Mitgliedern, die an unsere Tür klopfen und uns mit Mut ihre Geschichte anvertrauen, ohne dabei jemals die Hoffnung zu verlieren. Dies sind die wertvollen Geschenke, die wir Bezirksvorsitzenden jeden Tag erhalten. Gemeinsam gehen wir unseren Weg weiter und rücken den Bedürfnissen der Patient*innen sowie ihrer Familien immer näher. Wir werden diesen Weg fortsetzen, uns informieren, Fachleute treffen und niemals aufhören, über Prävention zu sprechen. Wir sind da – immer. Niemand soll sich bei uns allein fühlen.
Und zum Schluss, ganz im Sinne des Mottos unserer Landesversammlung 2026: GEMEINSAM WACHSEN WIR.
Eure Maria Claudia Bertagnolli

Der Kommentar

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Nicole Dominique Steiner
| Foto: Paul Starosta
In unserer schnelllebigen, nur zu oft von Terminkalender, Konsum und Socialmedia bestimmten Zeit, ist keine Zeit für Trauer. Trauer folgt keiner festgelegten Dauer. Trauer ist nicht schnell, sie verharrt. Trauer ist unberechenbar, sie kommt und geht in Wellen. Manchmal überkommt sie uns nach einer sehr langen Pause, völlig unerwartet. Vielleicht reaktiviert durch einen Geruch, eine Sorte Kekse im Supermarkt oder einen Musiktitel. Manchmal lähmt sie unsere Energie für Monate, um dann plötzlich wieder Platz für das Leben zu lassen.
Trauer begleitet uns ein Leben lang. Am Anfang ist sie nur schwer zu ertragen, mit der Zeit wird sie zur stillen Begleiterin und verwandelt sich vielleicht in eine sanfte Melancholie. Auf jeden Fall in Erinnerung. Solange wir erinnern, trauern wir auch. Besonders Kinder leiden sehr unter Trauer, weil sie sie noch ganz authentisch und ohne Filter leben. Weil sie sie oft nicht verstehen, weil sie sich schuldig fühlen, wenn sie mit den Freunden Fußball gespielt haben oder einen Nachmittag unbeschwert im Schwimmbad herumgetollt haben. Oft sind sie aus Hilflosigkeit der Erwachsenen allein gelassen mit der Trauer. Das Schweigen lastet oft mehr auf ihnen als die Trauer selbst.
Trauer muss gelebt werden, damit wir mit ihr leben können. Und um das zu lernen, gibt es professionelle Hilfe. Trauerbegleiter*innen, die einfühlsam und geduldig einen Weg durch und mit der Trauer zeigen. Nicht jeder findet allein den Weg zu solch einer professionellen Begleitung. Aus Unwissenheit, aus Scham, aus Angst. Der Bäuerliche Notstandsfonds aktiviert sich auch von selbst, um Menschen, Erwachsenen und Kindern, professionelle Trauerbegleitung anzubieten. Und nicht nur: seit 2024 führt er auch Menschen zusammen, die Trauer leben. Ein bisschen wie die Krebshilfe: Unter Gleichgesinnten, unter Menschen, die ein ähnliches Bündel tragen, fühlen wir uns verstanden und geraten nicht in Erklärungsnot. Trauer gehört zum Leben, Trauer ist ein elementares Gefühl wie Liebe. Das Tabu erstickt sie, erstickt uns. Trauer darf alles: laut sein und leise. Sie darf schreien, weinen oder auch lachen. Sie darf alleine sein oder in Gesellschaft. Sie kann alle Farben tragen oder keine. Nur vor ihr verschließen darf man sich nicht. Und wir müssen keine Angst vor ihr haben: Im Grunde ist sie das Band, das uns mit dem geliebten Menschen, den wir verloren haben, verbindet.

Nicole Dominique Steiner