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Hommage an eine Künstlerin und Mutter – Ausstellung von Werken von Beate Gantz in der Stadtgalerie Bozen

Fotos:Gabriela Zeitler
Eine Hommage, ein wehmütiges Abschiednehmen aber auch Ausdruck von Solidarität und von Stolz. Ein Blick auf Werk und Leben einer bemerkenswerten Frau und Mutter. Die Künstlerin Beate Gantz ist im September 2024 an Krebs verstorben, ihre Tochter, Gabriela Zeitler hat vom 6. Juni – 18. Juli 2026 eine Ausstellung in der Stadtgalerie Bozen kuratiert, unterstützt vom Bezirk Bozen Salten Schlern der Südtiroler Krebshilfe.
Über 50 Jahre künstlerisches Schaffen, aber kein Anspruch auf eine chronologische Werkschau. Arbeiten mit Öl, Acryl, Tusche, Tempera und Gouache, groß- und kleinformatig. Auch ein Bild aus der letzten Schaffenszeit, aus 2023. Ein weiblicher Akt, wie Beate Gantz so viele geschaffen hat, in ihrer Recherche über die weibliche Identität. Ein Werk mit dem bezeichnenden Namen „Asche und Blüte“. In der großen Vitrine der Stadtgalerie die Farbpalette, Pinsel, eine Staffelei und das Tuch, mit dem die Künstlerin ihre Pinsel sauber wischte.
Fast zwei Jahre brauchte Tochter Gabriela Zeitler, um die Ausstellung vorzubereiten. Ein Weg der Trauer auch, der Verarbeitung, der Wertschätzung, der Liebe, vielleicht auch des Entdeckens. „Meine Mutter“, sagt Gabriela Zeitler, „war ebenso mit Hingabe Künstlerin wie fürsorgliche Mutter. Sie war der Mensch, dem ich am meisten vertraut habe. Mein Buddy, meine Vertraute, mein Sparring-Partner.“ Die Idee zur Ausstellung war schon gleich nach dem Tod ihrer Mutter entstanden. Ein spontaner, innerer Wunsch, ihren Weg nachzuzeichnen, ein Gefühl der Pflicht auch, ihr Werk und ihre Essenz zu bewahren. „Ich empfinde es als Geschenk, dass meine Mutter mit ihren Bildern ein Vermächtnis hinterlassen hat – eines, das in die Gegenwart hineinwirkt und bis heute eine unglaubliche Kraft besitzt: Menschen zu berühren. Der Abend der Vernissage hat das auf berührende Weise sichtbar gemacht.“
Beate Gantz ist nur elf Monate nach ihrer Diagnose gestorben. Ein Pankreas-Krebs, ein Krebs, der wenig Hoffnung lässt, auch wenn sie nie die Zuversicht verloren hat. Sie verarbeitete ihre Krankheit, wie so vieles andere im Leben auch, die Unsicherheiten ihrer Kindheit in Wien, die sie ein Leben lang begleitet haben, in ihrer Kunst. Noch fünf Tage vor ihrem Tod hat sie mit letzten Kräften an einem Bild arbeiten wollen. Viele ihrer letzten Werke tragen Textfragmente. Der Tod war kein Gesprächsthema, das Beate Gantz mit anderen Menschen geteilt hätte. Gedanken über Endlichkeit vertraute sie nur ihren Bildern an, ihre künstlerische Tätigkeit war bis zum Schluss ihre ganz eigene Art des Dialogs, des Verarbeitens. Und deshalb waren, sind ihre Werke lebendig. In der Erinnerung Gabriela Zeitlers bleibt Beate Gantz immer die moderne, jung gebliebene Frau, die um die weibliche Unabhängigkeit kämpfte; auf einer Studentenparty ebenso zuhause wie auf dem Opernball. „Sie war sensibel und zart, aber in ihr war Kraft, die auch aus ihren Werken spricht. Sie war hübsch und weltgewandt, kulturell offen und reiste viel. Es ist tröstlich, zu wissen, dass sie ein erfülltes Leben hatte, auch wenn es mit 70, viel zu früh, ein Ende gefunden hat.“ Ihr Werk ist Zeugnis ihrer Kunst und ihres Lebens, ihres Wesens.
Bei der Ausstellungs-Vernissage begegnete Gabriela Zeitler vielen Gesichtern, die sie aus der Zeit mit ihrer Mutter kannte. „Es war ein so schöner Abend, in Verbundenheit und Erinnerung, in Wertschätzung, aber auch im Zeichen der Solidarität.“ Eine Spendenbox für die Südtiroler Krebshilfe erinnert an Menschen, die ein ähnliches Schicksal erfahren wie Beate Gantz, die Krankheit. Die Dame, die in der Galerie Aufsicht führt, vertraute Gabriela Zeitler an, dass sie noch nie ein solches Fest bei einer Vernissage erlebt hätte, das ohne ihr Eingreifen wohl noch lange in den Abend weitergegangen wäre.
Es fällt mir schwer
zu sprechen
meine Sprache
sind die Bilder
Wer mich kennt
liest in mir
die anderen
erahnen
Stärke
und Schwäche
Zweifel
und Zuversicht
Gefühle
bleiben
–
sich selbst begegnen
das Wichtigste
–
FREI SEIN!
Beate Gantz
Geboren am 2. Juli 1954 in Wien, verstorben in Bozen im September 2024. Kunstakademie Wien, Akademie der angewandten Künste Wien und Academia delle Belle Arti Venedig (1977). Heirat mit Gerhard Zeitler Plattler und Umzug nach Bozen.1992 – 1996 Übergang zur expressiven Bildersprache. Ausstellungen in Bozen, Wien, Malcesine, Florenz, Mailand, Linz, Viareggio, Caorle, Ala. Aufenthalte in Venedig und New York. Ab 1990 Zusammenarbeit mit Robert Scherer. Mitglied des Südtiroler Künstlerbundes.
Maria Claudia Bertagnolli, Präsidentin

