Aktuell

Motivation: Anderen helfen

Margit Schwazer ist in der Kontrollgruppe der CIPN-Studie Brixen
Foto: privat
Sie hat 12 Chemotherapien mit Taxal erhalten, Margit Schwazer aus Sterzing ist eine der Patientinnen, die bereits an der CIPN-Studie in Brixen teilgenommen haben. Das Zufallsprogramm hat sie in die Kontrollgruppe verwiesen. Bereit erklärt zur Teilnahme hat sich die 49jährige Krankenschwester und Mutter von drei Kindern im Alter von mittlerweile 17, 12, 9 Jahren aus der Motivation heraus, anderen zu helfen und zu einer besseren Verträglichkeit der Therapien beizutragen.
Ihre letzte Chemotherapie war im Januar und im Januar nächsten Jahres wird sie der letzten neurologischen Untersuchung im Rahmen der Studie unterzogen. Margit Schwazer hat im April 2025 ihre Diagnose erhalten, Ende Juni wurde sie operiert, einen Monat später war eine Nachresektion notwendig, Ab August 2025 hat sie insgesamt 16 Chemotherapien, davon 12 mit Taxal und anschließend 15 Bestrahlungen erhalten.
War sie enttäuscht, als sie erfuhr, dem Kontrollarm zugeteilt worden zu sein? „Nein“, sagt Margit Schwazer, „es ist uns sehr gut erklärt worden, dass bei einer Studie das Ergebnis ja nicht feststeht. „Ich muss sagen, dass ich eigentlich froh war, nicht der Interventionsgruppe anzugehören. Es war Januar und allein die Vorstellung von Kühlung an Händen oder Füßen ließ mich erzittern!“ Sie hat hingegen dieselben Kontrolluntersuchungen erhalten wie die Kryotherapie-Patient:innen. Bis jetzt hat sie Glück gehabt und auch ohne Kühlung noch keine Anzeichen einer chemotherapiebedingten Polyneuropathie.

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Warum nicht?

Sybille Koefele, eine der ersten Patientinnen der CIPN-Studie, die an die Kühlmaschine angeschlossen wurde
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Dass sie ein positiv eingestellter Mensch ist, hört man gleich an der Stimme. Und positiv ist sie alles angegangen, was mit ihrer Brustkrebserkrankung zu tun hat. Sybille Koefele kommt von einem Wein- und Obsthof in Kaltern, aber sie hat sich in Brixen behandeln lassen, weil ihre Schwägerin dort Ärztin in der Gynäkologie ist. Im vergangenen Oktober erhielt die damals 39jährige Mutter von drei Kindern (heute 21, 6 und 3) die Diagnose Brustkrebs, am 18. November begann ihre Chemotherapie. Zunächst ohne Taxal. „Es ging alles so schnell. Ratzfatz und ich war mittendrin. Diagnose, Untersuchungen. Und dann kam die Frage, ob ich an der Studie teilnehmen möchte. Ich wusste vorher von gar nichts. Nie gehört.“ Nachdem ihr alles erklärt worden war, sagte sie sich ganz spontan, „Warum nicht?“ und war dann doch überrascht, als ihr mitgeteilt wurde, dass das Zufallsprogramm sie für die Interventionsgruppe ausgewählt hatte. Weitere Untersuchungen durch den Neurologen folgten und dann die erste Chemo mit Taxal, angeschlossen an das HILOTHERM® ChemoCare-Gerät. Es war Januar, aber sie empfand die Kühlung von Händen und Füßen auf 15 Grad nicht als zu unangenehm. Vielleicht etwas lang als Prozedur. Die Chemo dauert eine Stunde und an das Gerät muss man schon eine Viertelstunde vorher angeschlossen werden plus eine Viertelstunde nachkühlen. Im April hat sie ihre Chemotherapie abgeschlossen, im Mai wurde sie einer Mastektomie und Brustaufbau unterzogen und jetzt hofft sie, dass damit alles vorbei und nur noch Erinnerung ist. Kribbeln in Händen und Füßen spürt sie bisher nicht und jetzt ist sie doch gespannt, ob das – nach Auswertung der Studienergebnisse – tatsächlich auf die Kryotherapie zurückzuführen ist.