Thema
Lebendig trauern
Krisen- und Trauerbegleitung des Bäuerlichen Notstandsfonds Menschen helfen

Foto: Gabriela Mayr am Tinkhof
„Trauer ist ein Flüstern in der Welt und ein Lärmen im Inneren. – Grief remains one of the few things that has the power to silence us. It is a whisper in the world and a clamor within.“
Anna Quindlen, Loud and Clear (Random House, 2004)
Trauer ist ein Gefühl, das jeder Mensch durchlebt. Früher oder später. Der Verlust eines geliebten Menschen gehört zum Leben wie die Geburt eines Menschen. Nur dass unsere westliche Gesellschaft, sich schwertut, damit umzugehen. Es zuzulassen. Es auszuleben. Viele Trauernde fühlen sich alleingelassen. Sie verstecken ihre Trauer, denn irgendwann heißt es, „Jetzt ist gut. Ist ja schon einige Zeit vergangen.“ Aber Trauer funktioniert nicht so. Trauer bleibt. Sie kommt und geht. Und um sie zu verarbeiten, muss man sie akzeptieren. Muss lernen, mit ihr umzugehen.
Jeder trauert auf seine Weise. Mancher offen, mancher versteckt. Mancher mitten im Leben, mancher laut, mancher leise. Mancher am liebsten allein, mancher lieber begleitet.
Kinder trauern anders als Erwachsene. Unmittelbarer. Vielleicht ehrlicher, weil sie noch nicht gelernt haben, ihre Gefühle zu verbergen. Und wie Erwachsene dürfen auch sie mit ihrer Trauer nicht alleine gelassen werden. Brauchen Begleitung und Zuspruch. Trauer ist an viele andere Gefühle gebunden. An Verlust. An Angst. An Schuldgefühle. An Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. An Mut und Kraft. Auch an Schwäche.
Trauer kann – und darf – auch fröhlich sein. Lachen. Sie darf glücklich sein (den verlorenen Menschen gekannt und geliebt zu haben). Sie darf sich verstecken und immer wieder anders zurückkommen. Trauer darf schwarz sein, aber auch Rot oder Gelb, Blau oder Orange. Bunt, Schwarz-Weiß oder Uni. Sie darf sich verändern.
Der „Bäuerliche Notstandsfonds Menschen helfen“ reicht Trauernden eine Hand. Zunächst durch die Ermöglichung und Vermittlung von professioneller Trauerbegleitung. Seit 2024 auch ganz konkret mit einem Angebot für trauernde Kinder und Bezugspersonen. Vier Samstage im Jahr für Familien. Tage unter dem Titel „Lebendig trauern“, an denen nicht nur die Trauer im Mittelpunkt steht, sondern vor allem die Trauernden. Bewegung, Austausch, In-sich-gehen, Loslassen, Spurensuche. Schwere und Leichtigkeit – an diesen Tagen ist alles erlaubt. Organisiert und begleitet werden sie von den professionellen und erfahrenen Trauerbegleiterinnen Gabriele Mair am Tinkhof, Nadia Kofler mithilfe von Ulrike Rehmann und anderen Trauerbegleiter*innen.
Der Name mag irreführend sein, aber das Angebot richtet sich an alle Südtiroler*innen jeder Sprachgruppe, nicht nur an Angehörige des Bauernstandes. Auch die Mitglieder der Krebshilfe können die Hilfe des „BNF Menschen helfen“ in Anspruch nehmen.
Begegnung in und mit der Natur ist ein wichtiger Aspekt der Familientage. Deshalb finden sie abwechselnd an zwei Orten statt: am Reiterhof Pichler in Elvas bei Brixen und in der WerkSTOTTschual in Aschbach bei Algund. Barfuss laufen. Die beredte Stille des Waldes, gemeinsam am Feuer sitzen, sich bewegen, die Natur mit allen Sinnen aufnehmen, Begegnung mit Tieren, all das ist Teil des Konzepts.
INFO
Die nächsten Tage „Lebendig trauern“ finden am 3. Oktober 2026 am Pichlerhof in Elvas und am 14. November 2026 in der WerkSTOTTSchual in Algund statt.
Anmeldeschluss: jeweils eine
Woche vorher.
Woche vorher.
Alter: Kinder und Jugendliche von
5 bis 18 Jahren, mit Bezugspersonen.
5 bis 18 Jahren, mit Bezugspersonen.
Kosten: 1 Tag € 65,00, ab dem
2. Familienmitglied € 35,00.
Verpflegung inklusive.
2. Familienmitglied € 35,00.
Verpflegung inklusive.
Anmeldungen:
Nadia Kofler
(Trauerbegleiterin), Tel. 393 2814685,
info@nadiakofler.com
Gabriela Mair am Tinkhof (Trauerbegleiterin), Tel. 329 2640804, gabriela@farfallina.info
Nadia Kofler
(Trauerbegleiterin), Tel. 393 2814685,
info@nadiakofler.com
Gabriela Mair am Tinkhof (Trauerbegleiterin), Tel. 329 2640804, gabriela@farfallina.info


