Wir über uns

Liebe Leserinnen und Leser

Maria Claudia Bertagnolli
Präsidentin
Liebe Leserinnen und Leser,
Der Frühling steht ins Haus und ein weiteres Jahr ist vergangen. Alles blüht, die Natur erwacht, die Tage werden länger und damit fühlen wir neue Kraft, um auch schwierige Dinge mit neuem Mut anzugehen. Die Krankheit zum Beispiel.
Die Krebshilfe ist seit vielen Jahren ein treuer Begleiter und eine wichtige Stütze für die Erkrankten. Und wir werden es auch in Zukunft sein. Die Bezirke haben ihre Vorstände neu gewählt, und auch ich wurde in meinem Bezirk Bozen Salten Schlern als Vorsitzende bestätigt, gemeinsam mit meiner Stellvertreterin Brigitta Thaler und den bisherigen Vorstandsmitgliedern – mit Ausnahme von Monika Gurschler, der ich herzlich für ihren Einsatz danke und die sich nach vielen Jahren dazu entschieden hat, nicht mehr zu kandidieren. Es wäre mir persönlich eine Ehre, die Krebshilfe für weitere vier Jahre als Landesvorsitzende zu vertreten, sollte mich der neue Zentral-Vorstand in seiner konstituierenden Sitzung bestätigen. In den vergangenen zwei Jahren, seit ich das Amt von Ida Schacher übernommen habe, habe ich viel dazu gelernt und meinen Weg abgesteckt. Heute ist es mehr denn je von Bedeutung, vereint aufzutreten und so habe ich Kontakte zu anderen Vereinigungen geknüpft wie LILT und Papavero – der Mohn, aber auch mit verschiedenen Primaren unserer Krankenhäuser, um gemeinsam - jeder auf seine Weise - den Kranken und ihren Angehörigen noch besser beistehen zu können. Unsere Welt wird immer komplexer, Krebs betrifft zunehmend auch junge Menschen, die noch mitten im (Arbeits-)Leben stehen, die kleine oder heranwachsende Kinder haben. Die neuen und sehr effizienten Therapien haben andere Nebenwirkungen als die herkömmliche Chemotherapie. Auf all das heißt es reagieren. Das alles bringt neue Herausforderungen auch für unsere Tätigkeit mit sich. In den nächsten vier Jahren werden wir in allen Bezirken daran arbeiten, noch besser die neuen Bedürfnisse der Betroffenen zu erkennen und das Angebot der Krebshilfe anzupassen. Ergotherapien, finanzielle und juridische Hilfeleistungen, ohne dabei den sozialen und geselligen Aspekt zu vernachlässigen.
Ich freue mich auf diese Arbeit und ich freue mich, die neuen KollegInnen in den Vorständen der Bezirke kennenzulernen. Ich freue mich, neue Inputs zu sammeln und gemeinsam umzusetzen. Das Ehrenamt kann oft mühselig sein, aber unser Einsatz wird uns vielfach vergolten. Und was gibt es Schöneres, als aus eigener Erfahrung heraus anderen beizustehen, ihnen Stütze und Hoffnung zu sein.
Packen wir’s an!
Eure Maria Claudia Bertagnolli

Der Kommentar

Liebe Leserinnen und Leser

Nicole Dominique Steiner
Foto: Paul Starosta
Es ist noch gar nicht so lange her, da kam eine Erkrankung an Leukämie – nach dem heutigen Stand der Erkenntnisse muss man sagen, an einer der vielen Leukämie-Arten – einem Todesurteil gleich. Heute handelt es sich immer noch um eine äußerst komplexe Erkrankung mit einem schwierigen und belastenden Therapieverlauf. Aber dank der unglaublichen Fortschritte der Krebsforschung und wenn der oder die Erkrankte in einem guten Allgemeinzustand ist, gibt es Hoffnung – wenn nicht auf Heilung, dann auf einen chronischen Verlauf der Erkrankung. Das gilt nicht nur für Leukämie, sondern auch für viele andere Krebsarten. Und viele sind heilbar! Zeit gewinnen, ist auch bei schwierigen Prognosen eine Chance: Was heute noch nicht zu heilen ist, kann es morgen oder übermorgen schon sein. Wer heute mit KrebspatientInnen arbeitet, ist nach wie vor einer starken Belastung ausgesetzt, lebt aber gleichzeitig die begeisternde Euphorie, den Ursachen dieser Krankheit und den Möglichkeiten, sie effizient zu behandeln, von Jahr zu Jahr, von Monat zu Monat immer mehr auf die Spur zu kommen.
Unsere Lebenserwartung steigt zunehmend. Ein Preis für dieses Privileg ist eine mit dem Alter steigende Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen. Umso wichtiger ist, dass jeder für sich, unabhängig von den gängigen Screening-Methoden, seine ganz persönliche Vorsorge betreibt. Ein gesunder Lebensstil, eine gute Kenntnis des eigenen Körpers und Verantwortung für sich selbst, sind gute Voraussetzungen, um erst gar nicht zu erkranken – und wenn doch, gute Chancen zu haben, wenn nicht auf Heilung, dann auf ein Leben mit der Erkrankung. Ein gutes Leben!
Und um beim Thema Verantwortung zu bleiben: Unterstützen auch Sie die Initiative der Vereinigung der italienischen Onkologen, AIOM. Unterschreiben Sie für eine Erhöhung des Zigarettenpreises um 5 Euro: 5eurocontroilfumo.it/5-euro-contro-il-fumo/
Ich wünsche Ihnen allen vom Frühjahrslicht erfüllte Zuversicht und Vertrauen.
Nicole Dominique Steiner