Festliches Wintermenü

Gekochter Rotkohl


Zutaten (für ca. 4 Portionen):
1 kleiner Rotkohl (ca. 800 g)
1 kleiner Apfel
1 Zwiebel
2 EL Öl
2 EL Apfel- oder Rotweinessig
150 ml Wasser oder Gemüsebrühe
1 TL Zucker
1 Lorbeerblatt
2 Nelken
1 Prise Salz
optional: 50 ml Rotwein oder 1 TL Preiselbeeren für eine feinere Note


Zubereitung:
Rotkohl, Apfel und Zwiebel vorbereiten: die äußeren Blätter des Kohls entfernen, den Kohl vierteln, den Strunk herausschneiden und die Viertel fein hobeln oder in dünne Streifen schneiden. Den Apfel schälen, entkernen und grob reiben, die Zwiebel fein würfeln. In einem großen Topf das Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel glasig anschwitzen. Anschließend den geriebenen Apfel und den Rotkohl hinzufügen und unter Rühren einige Minuten mitdünsten. Mit Essig und optional Rotwein ablöschen, dann Wasser oder Gemüsebrühe, Apfelmus (oder Zucker), Lorbeerblatt, Nelken und Salz zugeben. Den Rotkohl zugedeckt bei niedriger Hitze etwa 45–60 Minuten sanft köcheln lassen, bis er weich ist. Dabei gelegentlich umrühren und bei Bedarf etwas Flüssigkeit nachgießen. Zum Schluss nach Geschmack mit Salz, Essig oder etwas Preiselbeeren abschmecken und die Gewürze entfernen. Der Rotkohl schmeckt besonders aromatisch, wenn er einige Stunden oder über Nacht durchzieht.


Die Rezepte sind: vegetarisch - vegan - laktosefrei - cholesterinfrei - kohlenhydratarm - ballaststoffreich - arm an ungesättigten Fettsäuren - reich an ungesättigten Fettsäuren

Weihnachten

Seid wach

Für die letzte Ausgabe des Jahres der Chance haben wir Luciano Casagrande von der Vereinigung Julé Namastè um einen Beitrag gebeten. Seit vielen Jahren unterstützt er das Projekt einer Schule für Kinder sowie die Wiederaufnahme der Viehzucht in einer Gemeinschaft tibetischer Flüchtlinge, die im Spiti-Tal im nordindischen Bundesstaat Himachal Pradesh leben. Für die Chance hat er einen Text von Annamaria Finotti ausgewählt. (nd)
Adventus
Im vorchristlichen Rom bedeutete Adventus das jährliche Eintreten der Gottheit in den ihr geweihten Tempel. Adventus Domini ist das Eintreten des Herrn in den Tempel des Herzens, der Beginn des liturgischen Jahres, das in vier Wochen die Zeit des Wartens verdichtet … Die Zahl Vier ist die Zahl der Vollständigkeit, ein Urbild der Ganzheit auf der irdischen Ebene: vier Seiten hat das Quadrat, Symbol des Elements Erde; vier sind die Himmelsrichtungen, die unseren Raum definieren; vier die Jahreszeiten, die unseren Lebensrhythmus bestimmen. Vier Reiche des Lebendigen, vier Ur-Elemente, vier Basen der DNA, vier Kräfte, die alle Vorgänge in der physikalischen Welt bestimmen. Aber auch vier Evangelien, vier Veden, vier „Edle Wahrheiten“ des Buddhismus – und so weiter. Eine nach der anderen brennen die Kerzen ab, und die „Fülle der Zeit“, symbolisiert durch den geschlossenen, vollkommenen Kreis des Adventskranzes, vollendet sich. Und noch ein weiteres Bild: ein Ruf, wach zu sein, aufmerksam zu bleiben – uns also aus einer Art Schlaf der Vernunft zu wecken, der uns gefühllos macht und den Schatten ausliefert, die die sich – wie in Platons Höhlengleichnis – auf unsere Bildschirme projizieren.


Wachet auf
„Die Stunde ist gekommen, vom Schlaf aufzuwachen. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts."
Der Ruf der Adventszeit ist jener der Wachsamkeit, aufzuwachen, aus dem Schlaf zu treten. Ein Aufruf, der in allen spirituellen Traditionen zu finden ist. Im symbolischen Sinn steht Schlaf für den Zustand dessen, der sich treiben lässt, statt zu leben. Der die Erinnerung an seine Ursprünge verliert. Es ist der Schlaf des Geistes und des Herzens, der uns hindert, das Bewusstsein unseres irdisch-himmlischen, menschlich-göttlichen Schicksals zu erlangen … Leicht zu werden, die Schwere zu überwinden, die uns an das Element Erde bindet – das sind Synonyme für den Prozess der Selbsterkenntnis.


Annamaria Finotti, “La grotta interiore – Il Natale che è in noi“, Ed. Ancora
„In Zeiten, in denen wir täglich mit Leid und Verzweiflung konfrontiert sind, hilft es, einen tieferen Sinn zu suchen – vielleicht die einzige Möglichkeit, der Mutlosigkeit zu begegnen. Die Worte von Annamaria Finotti tragen eine Hoffnungsbotschaft in sich: Sie wurzelt in der christlichen Tradition, weist aber über jede Religion hinaus und berührt eine ältere, vorchristliche Symbolik. Auch Buddha lehrt in den „Vier Edlen Wahrheiten“, dass sich die Ursachen des Leidens überwinden lassen. Eine Botschaft der Hoffnung also – jener Hoffnung, die wir gerade in dieser Weihnachtszeit besonders brauchen.

Ich wünsche allen LeserInnen eine frohe Weihnacht und ein neues Jahr im Zeichen der Hoffnung“

Luciano Casagrande