Die Südtiroler Krebshilfe wählt im kommenden Frühjahr ihre Vorstände neu. Alle ordentlichen Mitglieder sind aufgerufen, daran teilzunehmen. Wie vielen Vereinen, die auf Freiwilligenarbeit bauen, fällt es auch der Krebshilfe zunehmend schwer, neue Vorstandsmitglieder zu finden und das Durchschnittsalter in den Gremien zu senken.
Die Herausforderungen der nächsten Legislatur sind vielfältig. Das Durchschnittsalter der Krebspatientinnen und -patienten sinkt; immer mehr Menschen erkranken mitten im Leben und stehen zusätzlich vor familiären und beruflichen Belastungen, die sich deutlich von jenen älterer Betroffener unterscheiden. Gleichzeitig werden die Therapien vielfältiger und wirksamer, aber auch teurer und mit neuen Nebenwirkungen verbunden.Hinzu kommt ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel: Die Kommunikation hat sich verändert, und die Spendenbereitschaft nimmt angesichts der unsicheren wirtschaftlichen und weltpolitischen Lage, der Inflation und stagnierender Löhne spürbar ab. Die Südtiroler Krebshilfe ist sich dieser Entwicklungen bewusst und arbeitet daran, die Unterstützung für Betroffene weiter auszubauen. Dazu braucht es jedoch nicht nur finanzielle Mittel, sondern vor allem Menschen, die bereit sind, Zeit und Engagement zu schenken.
Die Chance hat mit den scheidenden und den sich zur Wiederwahl stellenden Vorsitzenden der Bezirke gesprochen. Einige langjährige Vorsitzende werden im nächsten Jahr nicht mehr kandidieren: Oskar Asam aus Meran und Helga Wielander aus dem Vinschgau.
Maria Claudia Bertagnolli
Bezirk Bozen – Salten – Schlern
Maria Claudia Bertagnolli kandidiert erneut – im Bezirk und, wenn gewünscht, auch auf Landesebene. Sie will das Netzwerk erweitern, bestehende Kontakte pflegen und neue gewinnen, auch über die Region hinaus. Ein wichtiger Fokus bleibt der direkte Austausch mit Patientinnen und Patienten: „Viele kommen mit einem konkreten Anliegen und bleiben, weil sie merken, dass es bei uns auch Gemeinschaft und Empathie gibt.“ Besonders wünscht sie sich jüngere neue Mitglieder.
Ida Schacher
Bezirk Oberpustertal
Für die langjährige Vorsitzende Ida Schacher ist klar: In ihrem großen verzweigten Bezirk braucht es engagierte Menschen vor Ort. Die steigende Zahl an Krebsdiagnosen und das sinkende Alter der Betroffenen bereiten ihr Sorgen. Gleichzeitig zeigt sie sich dankbar für die starke Unterstützung der Bevölkerung bei Benefizaktionen. Ihr Ziel bleibt, Bewährtes fortzuführen – und weiter zu verbessern.
Oskar Asam
Bezirk Meran – Burggrafenamt
Oskar Asam, mittlerweile Mitte achtzig, tritt nicht mehr an, blickt aber zufrieden zurück: Ein neuer Sitz, ein gut funktionierendes Team und ein breites Kursprogramm seien entstanden. Spenden seien seit Corona schwieriger geworden, doch Aktionen und Konzerte hätten viel abgefedert. Als Ehrenamtlicher steht er zur Verfügung, wenn es ihn braucht – und er freut sich auf mehr Zeit fürs Reisen und um in die Natur zu gehen.
Nives Fabbian De Villa
Bezirk Brixen – Eisacktal – Wipptal
Nives Fabbian De Villa stellt sich noch einmal zur Verfügung und hofft auf jemanden, der sie mittelfristig ablösen kann. „Wir brauchen Menschen mit einem anderen Zugang, um die steigende Zahl jüngerer Patientinnen und Patienten gut zu erreichen.“ Im Bezirk setzt sie auf Kontinuität. Ein zentrales Ziel: die Bekanntheit der Krebshilfe und ihrer Aktivitäten im Bezirk erhöhen.
Margareth Aberham
Bezirk Unterland – Überetsch
Auch Margareth Aberham ringt mit der Entscheidung, nach zwanzig Jahren nochmals zu kandidieren. Früher hätte es mehr als genug Kandidaten gegeben, heute sei es schwierig, die Liste überhaupt zu füllen. Viele Betroffene stehen beruflich und familiär stark unter Druck. Der Bezirk versucht, mit vielfältigen Kursen – von Yoga bis Atemtechniken – auf neue Bedürfnisse zu reagieren. Die größte Herausforderung bleibt die regelmäßige Teilnahme.
Helga Wielander
Bezirk Vinschgau
Helga Wielander scheidet aus gesundheitlichen Gründen aus, hinterlässt aber einen stabilen Bezirk. Die Anforderungen hätten sich verändert – darauf müsse man mit neuen Ideen reagieren. Das Kursprogramm im Bezirk müsse vielfältiger werden. Für sie persönlich beginnt nun eine ruhigere Zeit, mit Reisen, Natur und Freunden.
Paul Oberarzbacher
Bezirk Unterpustertal
Paul Oberarzbacher würde sein Amt gern weitergeben, wird jedoch voraussichtlich noch eine Legislatur dabeibleiben. Sein Schwerpunkt für die Zukunft: Männer und insbesondere jüngere Betroffene gezielter ansprechen. „Hier müssen wir umdenken: Langfristiges Engagement wird seltener, spontane Teilnahme an Aktionen funktioniert besser.“ Er möchte mehr auf Männer zugeschnittene Angebote entwickeln.