Kommentar
Liebe Mitglieder des ASGB!

die Diskussion über den Fachkräftemangel begleitet uns mittlerweile seit Jahren. Betriebe suchen Mitarbeiter, öffentliche Verwaltungen beklagen fehlendes Personal und in vielen Bereichen wird händeringend nach Nachwuchs gesucht. Gleichzeitig verlassen junge, gut ausgebildete Südtiroler unser Land, weil sie anderswo bessere berufliche und finanzielle Perspektiven finden. Eigentlich müsste uns dieser Widerspruch längst aufrütteln. Denn wir haben nicht in erster Linie ein Problem damit, dass die Menschen nicht arbeiten wollen. Wir haben zunehmend ein Problem damit, dass Arbeit und Lebenshaltungskosten nicht mehr zusammenpassen. Wer in Südtirol Miete oder Kredit bezahlt, einkauft, ein Auto braucht und vielleicht noch eine Familie versorgt, merkt sehr schnell, wie wenig von einem durchschnittlichen Einkommen am Monatsende übrigbleibt.
Genau deshalb sind gute Kollektivverträge und ordentliche Lohnerhöhungen so wichtig. In dieser Ausgabe des „Aktiv“ berichten wir wieder über Vertragsabschlüsse und Neuerungen in verschiedenen Bereichen. Das klingt auf den ersten Blick oft technisch. Für die Beschäftigten geht es dabei aber um etwas sehr Konkretes: um Geld, Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit. Und trotzdem dürfen wir uns nichts vormachen. Eine Lohnerhöhung auf dem Papier ist noch kein großer Erfolg, wenn sie von steigenden Lebenshaltungskosten wieder aufgefressen wird. Entscheidend ist die reale Kaufkraft. Entscheidend ist, ob sich ein Arbeitnehmer nach Jahren im Beruf mehr leisten kann als zuvor – und nicht nur eine höhere Zahl auf dem Lohnstreifen stehen hat.
Besonders bei jungen Menschen wird diese Frage immer dringlicher. Wer am Beginn seines Berufslebens steht, muss sich irgendwann entscheiden können, eine Wohnung zu nehmen, eine Familie zu gründen und sich hier etwas aufzubauen. Wenn dafür trotz Vollzeitarbeit kaum finanzieller Spielraum bleibt, dürfen wir uns nicht wundern, wenn der Blick nach Österreich, Deutschland oder in die Schweiz geht.
Südtirol kann auf Dauer nicht gleichzeitig über Fachkräftemangel klagen und Bedingungen akzeptieren, die eigene Fachkräfte zum Weggehen bewegen. Politik, Arbeitgeber und Sozialpartner sind deshalb gefordert. Es braucht vernünftige Löhne, moderne Kollektivverträge und Rahmenbedingungen, bei denen Leistung wieder einen spürbaren Unterschied macht. Denn Arbeit muss mehr sein als die Finanzierung des nächsten Monats. Wer arbeitet, soll sich etwas aufbauen können. Dieser eigentlich selbstverständliche Grundsatz muss wieder stärker ins Zentrum unserer Sozial- und Wirtschaftspolitik rücken.
Genau deshalb sind gute Kollektivverträge und ordentliche Lohnerhöhungen so wichtig. In dieser Ausgabe des „Aktiv“ berichten wir wieder über Vertragsabschlüsse und Neuerungen in verschiedenen Bereichen. Das klingt auf den ersten Blick oft technisch. Für die Beschäftigten geht es dabei aber um etwas sehr Konkretes: um Geld, Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit. Und trotzdem dürfen wir uns nichts vormachen. Eine Lohnerhöhung auf dem Papier ist noch kein großer Erfolg, wenn sie von steigenden Lebenshaltungskosten wieder aufgefressen wird. Entscheidend ist die reale Kaufkraft. Entscheidend ist, ob sich ein Arbeitnehmer nach Jahren im Beruf mehr leisten kann als zuvor – und nicht nur eine höhere Zahl auf dem Lohnstreifen stehen hat.
Besonders bei jungen Menschen wird diese Frage immer dringlicher. Wer am Beginn seines Berufslebens steht, muss sich irgendwann entscheiden können, eine Wohnung zu nehmen, eine Familie zu gründen und sich hier etwas aufzubauen. Wenn dafür trotz Vollzeitarbeit kaum finanzieller Spielraum bleibt, dürfen wir uns nicht wundern, wenn der Blick nach Österreich, Deutschland oder in die Schweiz geht.
Südtirol kann auf Dauer nicht gleichzeitig über Fachkräftemangel klagen und Bedingungen akzeptieren, die eigene Fachkräfte zum Weggehen bewegen. Politik, Arbeitgeber und Sozialpartner sind deshalb gefordert. Es braucht vernünftige Löhne, moderne Kollektivverträge und Rahmenbedingungen, bei denen Leistung wieder einen spürbaren Unterschied macht. Denn Arbeit muss mehr sein als die Finanzierung des nächsten Monats. Wer arbeitet, soll sich etwas aufbauen können. Dieser eigentlich selbstverständliche Grundsatz muss wieder stärker ins Zentrum unserer Sozial- und Wirtschaftspolitik rücken.
Euer
Tony Tschenett,
Vorsitzender des ASGB
Tony Tschenett,
Vorsitzender des ASGB

