ASGB-Rentner

Kann ein Tsunami der Armut verhindert werden?

Die internationalen politischen und wirtschaftlichen Veränderungen als Folge des Krieges in der Ukraine, haben die Bevölkerung weiter gespalten und die Kluft zwischen Arm und Reich besorgniserregend vergrößert.
Die ASGB-Rentner werden nicht müde, vor den Folgen dieser Entwicklung zu warnen. Die Besorgnis über diese Entwicklung ist auch in der Politik angekommen. Doch solange wirksame Lösungsansätze nur angedacht und nicht umgesetzt werden, ist ein Tsunami der Armut nicht mehr aufzuhalten. Die Teuerung von Energie, Rohstoffen, Lebensmitteln, Wohnen und Bildung steigen ins Unermessliche und treiben Familien und Geringverdiener zur Verzweiflung. Es müsste doch eigentlich als gegeben gelten, dass arbeitende Menschen mit ihrem Lohn, bzw. mit ihrer Rente auch ohne öffentliche Unterstützungsleistungen über die Runden kommen.
Dem ist aber nicht so, auch wenn die einzelnen Parteien angesichts der Neuwahlen mit vielen Versprechen uns über die derzeitige Lage hinwegtäuschen möchten. Dabei muss uns klar sein, dass es sich vielfach um leere Versprechen handelt, die angesichts der wirtschaftlichen Lage nicht umgesetzt werden können. Die Wahrheit ist vielmehr, dass die Mittelschicht sich im Abstieg befindet und der jetzige Lebensstandard nicht mehr für alle garantiert werden kann. Für viele wird Verzicht zur Devise.
Die Politik muss Auswege aus dieser drohenden Katastrophe realitätsbezogen angehen, Bereitschaft zur strukturellen Änderung der Markt- und Gesellschaftspolitik nicht nur vorgeben, sondern auch durchsetzen. Der Erfolg davon hängt allerdings auch von der Solidarität der Gesellschaft ab. Egoismus und persönliches Profitdenken, begleitet von Maßlosigkeit und moralischer Enthemmung, mangelnde Solidarität und fehlende Bereitschaft zu mehr Verteilungsgerechtigkeit sind nämlich ein gesellschaftliches Problem und führen unvermeidlich zur Gefährdung des sozialen Friedens.
Mit Bedauern stellt die ASGB-Rentnergewerkschaft fest, dass sich die Situation der Rentnerinnen und Rentner in Südtirol nach vier Jahren immer prekärer darstellt.
Die andauernde Stagnation der Renten, die steigende Teuerung der Lebenshaltungskosten versetzt die Betroffenen in Angst und Existenzfragen den Alltag zu bewältigen.
Angesichts dieser Tatsache stellt sich eingehend die Frage, welchen Wert die Sozialpartnerschaft noch hat.
Das derzeitige Erleben einer sozialen Verzerrung, die zu einer Entfremdung in der Politik führt, bereitet uns als ASGB-Rentnergewerkschaft Sorge und sollte alle sehr zum Nachdenken anregen.

ASGB-Rentner

Flexibles Arbeitsmodell für Rentnerinnen und Rentner in Südtirol

Unbürokratisch und mit Steuererleichterung
In einer sich ständig verändernden Arbeitswelt gewinnt das flexible Arbeiten zunehmend an Bedeutung und das sollte auch für die ältere Generation in Südtirol so sein. Ein innovatives Arbeitsmodell, das speziell auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe zugeschnitten ist, könnte nicht nur den Ruhestand bereichern, sondern auch die lokale Wirtschaft stärken.
Statt langwieriger Antragsverfahren sollten schnelle und einfache Wege geschaffen werden, um die freiwillige Weiterarbeit nach dem Ruhestand zu ermöglichen. Rentnerinnen und Rentner sollen unkompliziert in Teilzeit- oder Stunden-projektbezogenen Tätigkeiten einsteigen können, ohne große bürokratische Hürden. Hierbei spielt die Digitalisierung eine entscheidende Rolle: Online-Plattformen könnten als Schnittstelle dienen, um Angebote und Bewerbungen unbürokratisch zusammenzubringen. Zentrale Voraussetzung ist eine Steuererleichterung für die geleistete Arbeit. Um Anreize zu schaffen, könnten sowohl die Einkommenssteuer als auch die Sozialabgaben für Seniorinnen und Senioren, die arbeiten möchten, deutlich gesenkt werden. Die Motivation für den (Wieder)Einstieg in das Arbeitsleben wird erleichtert und dadurch die finanzielle Situation aufgewertet. Dies könnten viele Seniorinnen und Senioren ermutigen, ihre Fachkenntnisse und Erfahrungen einzubringen, was nicht nur ihnen selbst, sondern auch der Gesellschaft zugutekommt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein flexibles Arbeitsmodell für Rentnerinnen und Rentner in Südtirol, das unbürokratische Abläufe und steuerliche Vorteile kombiniert, eine Win-win-Situation darstellt. Es fördert die Lebensqualität unserer älteren Generation und trägt gleichzeitig zur Vitalität der lokalen Wirtschaft bei. Bewegung und körperliche Aktivität im Alter trägt maßgeblich dazu bei, chronischen als auch altersbedingten Krankheiten wie Osteoporose, Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmten Formen von Demenz vorzubeugen. Zudem verbessert körperliches Training das psychische Wohlbefinden, lindert depressive Verstimmungen und fördert die soziale Einbindung.
Auch die finanzielle Notwendigkeit spielt eine bedeutende Rolle dabei. Durch die anhaltende Teuerung von Energie, Rohstoffen, Lebensmitteln, Wohnen usw. kommen viele Menschen nur mit der Rente nicht mehr aus.
Das Interesse der flexiblen Weiterarbeit ist des Öfteren an die ASGB-Rentnergewerkschaft herangetragen worden. Wir fordern daher die lokalen Politiker auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, dies ohne große, bürokratische Hindernisse zu ermöglichen.