Sanität


Gewerkschaftstag der Fachgewerkschaft Sanität im ASGB

Am 15. Mai 2026 fand auf Schloss Sigmundskron der Gewerkschaftstag der Fachgewerkschaft der Krankenhausbediensteten unter dem Motto „KI im Gesundheitswesen“ statt.
Die Veranstaltung wurde gut besucht
Die Moderatorin Gudrun Esser, Journalistin von RAI Südtirol, eröffnete die Veranstaltung, und Landesobmann Stefan Erschbamer begrüßte die anwesenden Delegierten sowie die Ehrengäste. Seitens des ASGB-Leitungsausschusses waren Tony Tschenett, Alex Piras, Petra Nock und Priska Auer gekommen. Aus der Politik konnten die Landtagsabgeordneten Waltraud Deeg und Maria Elisabeth Rieder begrüßt werden. Seitens des Sanitätsbetriebes nahmen Generaldirektor Christian Kofler, die Bezirksdirektoren Elisabeth Montel (Brixen) und Umberto Tait (Bozen) sowie der koordinierende Pflegedienstleiter von Bozen, Thomas Kirchlechner, teil. Ebenfalls anwesend waren der Präsident der Verhandlungsagentur, Hermann Troger, und der Referent des Tagesthemas, Prof. Bernd Gänsbacher.
Eingangs verglich Erschbamer den steinigen Weg hinauf zum Schloss mit dem oft ebenso steinigen Weg der Gewerkschaftsarbeit. Zum Thema der Künstlichen Intelligenz verwies er auf die Verantwortung der Gewerkschaften, die Entwicklung dieser neuen Technologie genau zu überwachen. Es gelte sicherzustellen, dass sie zum Vorteil der Beschäftigten eingesetzt und nicht zum Nachteil – wie etwa zur Arbeitsüberwachung – ausgenutzt wird. Zudem betonte er, dass die KI niemals die menschliche Empathie ersetzen könne.
Im anschließenden Referat von Prof. Bernd Gänsbacher erhielten die Zuhörer wertvolle Einblicke aus erster Hand. Der Mediziner, der unter anderem am Institut für Experimentelle Onkologie und Therapieforschung in München im Bereich der Gentransfer-Technologien zur Behandlung von Krebs und Erbkrankheiten forscht, erklärte anschaulich, was Künstliche Intelligenz ist, wie sie arbeitet und wie sie angewendet werden kann. In seinen spannenden Ausführungen zeigte er auf, wo die KI bereits heute in den Krankenhäusern eine große Hilfe ist. Da die Menge an neuen medizinischen Informationen mittlerweile so gewaltig ist, dass ein einzelner Mensch sie nicht mehr vollständig erfassen kann, bietet die KI wertvolle Unterstützung – eine Tendenz, die sich in Zukunft noch verstärken wird. Auch bei der Entwicklung neuer Medikamente sorgt der Einsatz von KI für eine enorme Beschleunigung.
Nach der Pause präsentierte Landessekretär Andreas Dorigoni den Tätigkeitsbericht der Fachgewerkschaft. Er berichtete im Wesentlichen über die verschiedenen Verhandlungen zu den zahlreichen Kollektivverträgen. Mit besonderem Stolz stellte er fest, dass die Fachgewerkschaft seit Jahren die mitgliederstärkste Vertretung im Südtiroler Sanitätsbetrieb ist. Dieses Ergebnis sei ein deutlicher Ausdruck des großen Vertrauens der Mitarbeiter und zugleich Anerkennung für die konsequente und engagierte Arbeit der Gewerkschaft auf allen Ebenen. Als wesentliche Faktoren dieses Erfolgs nannte er den unermüdlichen Einsatz des gesamten Teams sowie das umfangreiche Dienstleistungsangebot des ASGB. Besonders hervorgehoben wurden die Versicherung gegen grobe Fahrlässigkeit und die Rechtsschutzversicherung für die Mitglieder im Gesundheitsdienst, die in einem zunehmend anspruchsvollen Arbeitsumfeld eine unverzichtbare Absicherung darstellen. Diese konkreten Vorteile, gepaart mit kompetenter Beratung und starker Interessenvertretung, haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Mitgliederzahlen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sind – und dies trotz zahlreicher Pensionierungen und Kündigungen im Gesundheitssektor.
Mitgliederentwicklung
Dorigoni bedankte sich herzlich bei den Mitarbeitern in den Bezirken: Claus Unterweger (Meran), Walter Oberkalmsteiner (Bozen), Anna Holzknecht (Brixen) sowie Horst Pescolderung und Barbara Schlar (Bruneck). Ein großer Dank ging auch an die Kollegen der anderen Fachgewerkschaften des öffentlichen Dienstes im ASGB, mit denen eine außerordentlich gute Zusammenarbeit besteht.
Anschließend wurden die Resolutionen aus den Bezirken vorgetragen:
Für Bozen verlas Wolfgang Gamper die Resolution zum Thema „Stärkung der Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern“.
Für Meran verlas Veronika Fritz die Resolution zum Thema „Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel beim Sanitätspersonal durch Verbesserung der Wohnsituation“.
Für Brixen verlas Anna Holzknecht die Resolution zum Thema „Zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Südtiroler Sanitätsbetrieb“.
Für Bruneck verlas Andreas Gartner die Resolution zum Thema „Keine Privatisierung des öffentlichen Gesundheitswesens“.
Die Resolutionen wurden von den Delegierten einstimmig angenommen.
Nach dem offiziellen Teil gab es ein gemeinsames Mittagessen, das wegen des Regenwetters kurzfristig vom Schlosshof in den Rittersaal verlegt wurde. Musikalisch umrahmt wurde der Tag von der Gruppe „Laid Back Orchestra“. Im Anschluss nutzten viele Teilnehmer die Gelegenheit, das Schlossmuseum zu besichtigen.
Trotz des schlechten Wetters war der Gewerkschaftstag ein voller Erfolg – eine gelungene Gelegenheit zum kollegialen Austausch, die viele interessante Impulse und neue Ideen für die künftige Arbeit lieferte.

BAU


Kompetenzzentrum für Ausbildung und Sicherheit am Bau

Grundsteinlegung in Leifers
Mit der Grundsteinlegung am 23 April dieses Jahres in der Industriezone Leifers fiel der offizielle Startschuss für das neue Kompetenzzentrum für Ausbildung und Sicherheit am Bau.
Der ASGB/BAU wurde dabei von Werner Blaas sowohl in seiner Funktion als Fachsekretär als auch als Mitglied des Paritätischen Komitees im Bauwesen vertreten.
Dieses Projekt des Paritätischen Komitees im Bauwesen stellt einen Meilenstein für die Südtiroler Bauwirtschaft dar; das Ziel ist eine nachhaltige Sicherheitskultur mit der klaren Vision von keinen Unfällen auf den Baustellen. In ihren Ansprachen hoben der Präsident Markus Bernard, Vizepräsident Matteo Salvetti und Direktorin Patrizia Ghisoni die strategische Bedeutung des Kompetenzzentrums als eine moderne, praxisnahe Ausbildung, als Plattform für Austausch und Innovation sowie als zentraler Baustein einer zukunftsorientierten Sicherheitskultur im Bauwesen hervor.
Auch der ehemalige langjährige Präsident des Komitees und amtierender Bürgermeister von Bozen, Claudio Corrarati, verwies auf die zentrale Rolle des Sicherheitsverhaltens als entscheidenden Faktor für wirksame Prävention, denn Sicherheit entstehe nicht allein durch Vorschriften oder Technik, sondern vor allem durch das tägliche Handeln auf der Baustelle. Einigkeit bestand vor allem darin, dass mit diesem neuen Kompetenzzentrum ein nachhaltiger und zukunftsweisender Impuls für höhere Sicherheitsstandards gesetzt wird. Eine moderne Fachkräfteentwicklung und eine noch stärkere Verankerung der Präventionskultur im Bauwesen ist ein weiteres Ziel des entstehenden Zentrums.