Öffentlicher Dienst

Sparen am richtigen Ort

Der ASGB begrüßt die Entscheidung der Südtiroler Landesregierung eine Arbeitsgruppe einzusetzen, um mögliche Einsparungen im EDV-Bereich des gesamten öffentlichen Dienstes zu überprüfen. Alle Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben dies im Zusammenhang mit Alternativen zu den geplanten Personaleinsparungen des Landes gefordert.
„Bevor das Land voreilig beim Personal einspart und damit Beschäftigung reduziert, Kaufkraft schwächt und wichtige Dienste für den Bürger gefährdet, verlangen wir, dass alle anderen Bereiche durchforstet und auf deren Sparpotential hin untersucht werden“, so der Reinhard Innerhofer. Sekretär des öffentlichen Dienstes im ASGB.
Allein im Edv-Bereich könnte durch die Vereinheitlichung der Systeme und die Nutzung der freien Software Millionen von Euro eingespart werden. Weitere Sparmöglichkeiten sehen die Gewerkschaften beispielsweise bei den Heizungskosten. Bereits eine minimale zumutbare Senkung der Raumtemperaturen in den öffentlichen Gebäuden würde immense Einsparungen bringen und zudem der Umwelt nutzen.
„Nun liegt es an den zuständigen Politikern diese beiden Vorhaben so schnell als möglich umzusetzen. Wir sind erfreut über die jetzige positive Aufnahme unsererVorschläge seitens der Landesregierung und über die Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit,“ so Innerhofer abschließend.

Landesbedienstete

Öffentlicher Dienst: Investieren oder sparen?

An dieser Stelle werden wir in unregelmäßigen Abständen Interviews zu Aktuellen Themen veröffentlichen. Unser erstes Interview haben wir mit Dr. Stefan Pan, Präsident des Südtiroler Unternehmerverband, geführt.
In letzter Zeit wurde deröffentliche Dienst des Öfteren in den Medien thematisiert, leider großteils in Zusammenhang mit Themen wie: Spending Review, Privatisierung, Entbürokratisierung und Stellenabbau. Äußerungen in diese Richtung kamen auch von Seiten des Südtiroler Unternehmerverbandes. Um der Sache auf den Grundzu gehen und die Sichtweise der Privatwirtschaft in Erfahrung zu bringen, haben wir Dr. Stefan Pan interviewt.
Vorab aber unsere Stellungnahme zum Thema Öffentlicher Dienst: Investieren oder sparen?
In Südtirol, so wie weltweit, wird der öffentliche Dienst oder zumindest große Teile davon in Frage gestellt. Öffentliche Dienstleistungen werden privatisiert und ausgelagert, mit der Folge, dass diese Dienstleistungen auf dem freien Markt konkurrenzfähig werden/bleiben müssen: NUR der Finanzkräftige kann dort seine Interessen realisieren. Die Reduzierung der öffentlichen Dienstleistungen werden von Seiten der Politik, durch die erforderlichen Sparmaßnahmen gerechtfertigt. Aber was versteht man unter „öffentlichen Dienst“? Die Brandbreite geht von den sozialen Dienstleistungen (Bildung, Gesundheit, soziale Dienste usw.,) über die Bereitstellung von Infrastrukturen (Energie, Wasser, Verkehr, Feuerwehr, Sicherheit, Kommunikation, Forst, usw.) bis hin zum Besitz der öffentlichen Hand von Industrie- und Dienstleistungsbetrieben. In diesem Sinne ist der öffentliche Dienst für die wirtschaftliche Entwicklung sehr wichtig.
Der öffentliche Dienst garantiert, dass Werte wie Chancengleichheit, Gerechtigkeit, Freiheit und Sicherheit, Ausgleich und Unvoreingenommenheit gewahrt werden und trägt dazu bei, dass alle BürgerInnen einen gleichberechtigten Zugang zu staatlichen Leistungen wie Bildung, Sicherheit oder Gesundheitsversorgung haben. Die BeamtInnen des öffentlichen Dienstes setzen sich dafür ein, dass von uns in Anspruch genommenen Dienste gewährleistet werden können. Sie verwalten und koordinieren die gesamten Verwaltungsabläufe der Ansuchen und Dienste jeglicher Art und setzen dessen vorgegebenen rechtlichen Vor­aussetzungen um.
Der ASGB-Landesbedienstete ist überzeugt, dass die Wirtschaftskrise nicht über Personalabbau und der Reduzierung öffentlicher Dienstleistungen erfolgen kann. Diese sollen mit angemessenem Personalstand und Sachmitteln ausgestattet werden. Nur motivierte MitarbeiterInnen können eine effiziente Verwaltung gewährleisten und bürgernahe Dienstleistungen anbieten. Wir Gewerkschaften tragen als Sozialpartner die Verantwortung, dass die Tarife und Bedingungen der Beschäftigten gerecht angewendet werden. Wir sind das Bindeglied zwischen Arbeitnehmerschaft und Arbeitgeber. Die Politik wird aufgefordert Sparmaßnahmen nicht nur mit dem Ziel eines oberflächlichen Ausgleichs zu finden, sondern gemeinsam und in Einvernehmen mit den Gewerkschaften die gesamtgesellschaftlichen Belange zu berücksichtigen, damit an den Stellen gespart wird, die die Lebensqualität und einen gerechter Zugang zu den Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger nicht in Frage stellen.