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Bezirk Pustertal

Abwassergebühren senken – Antrag der Senioren im ASGB

Auf Anregung des Vorstandesmitgliedes in der ASGB-Rentnergewerkschaft Paul Peter Beikircher haben die Brunecker Rentner einen Antrag an die Gemeinde Bruneck gestellt. Vielleicht wäre dies auch für andere ASGB-Mitglieder und Ortsgruppen ein Anstoß, ähnliche Initiativen in die Wege zu leiten.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Das Landesgesetz Nr. 8 vom 18. Juni 2002 zu den Bestimmungen über die Gewässer sieht im Artikel 53, Absatz 4 vor, dass die Gemeinden zur Festlegung der Höhe des Tarifs zur Menge des eingeleiteten Abwassers in die Kanalisation für bestimmte Nutzungen, bei denen keine Abwässer anfallen, Abzüge von der Menge des entzogenen und gespeicherten Wassers vornehmen können, wobei diese abgezogenen Wassermengen mit geeichten Messgeräten zu erheben sind. In der Landwirtschaft und in anderen Bereichen wird dieser Abzug bzw. diese Tarifreduzierung bereits vorgenommen. Für Bewohner von Einzelwohnungen und Wohnbereichen, die gleichzeitig mit ihrem aus der Trinkwasserleitung entzogenen Wasser auch den kleinen Hausgarten und Blumenbeete begießen, trifft dieser Artikel 54 vom L.G. Nr. 8 genauso zu.
Mit dem Beschluss Nr. 3628 vom 13. Oktober 2003 hat die Landesregierung die entsprechenden Kriterien zu obigem Gesetz erlassen, womit die Gemeinde das Gesetz genau anwenden kann. Durch die Verwendung von Wasser aus der Trinkwasserleitung bzw. durch die Verwendung von Regenwasser aus Auffangvorrichtungen für die Bewässerung der Hausgärten und Blumenbeete entsteht kein Abwasser und wird das Kanalisationsnetz damit auch nicht belastet. Somit könnte die Tarifreduzierung auf die Abwassergebühr in diesem Falle angewandt werden. Dies trifft vor allem die sozial schwächeren Schichten am meisten. Deshalb ersuchen die unterfertigten Senioren im ASGB den Bürgermeister und den Gemeinderat von Bruneck für obigen Gebrauch bei genau genormter Messung die Reduzierung der Abwassergebühr anzuwenden und noch innerhalb des von den Bestimmungen festgesetzten Termins zu beschließen.

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Georg Pardeller

Werte und Erfolg

In den Südtiroler Unternehmen wird viel gearbeitet. Mitarbeiter/innen engagieren sich in hohem Maße, sind loyal, bereit, sich für den Erfolg der Unternehmen persönlich einzusetzen - auch mehr, als für den Erfolg nötig wäre. Der direkte Zusammenhang zwischen gelebter Wertekultur und Unternehmenserfolg ist nicht wegzuleugnen. Laut einer wissenschaftlichen Studie ist ein Viertel des betriebswirtschaftlichen Erfolges auf die Wirkung der gelebten Wertekultur zurückzuführen. Die Übernahme bestimmter Werte und Wertekombinationen führt in Unternehmen zu höherem Erfolg. In vielen Unternehmen wissen die Mitarbeiter, was das Unternehmen erreichen will, und identifizieren sich in hohem Maße mit den Zielen und Werten. Die Mitarbeiter und Führungskräfte wollen zum Erfolg des eigenen Unternehmens beitragen, sind bereit, sehr viel für den Erfolg zu tun - auch mehr als nötig.
In vielen Unternehmen fühlen sich die Mitarbeiter zu Höchstleistungen angespornt, aber nicht aus eigener Motivation, sondern aus Verantwortungs- und Pflichtgefühl. Die Wertekulturen in den Unternehmen sind jedoch nicht nur durch "harte Werte" geprägt. Toleranz im Sinne eines multikulturellen Miteinanders, Verständnis und Rücksicht auf Mitarbeiter in besonderen Situationen gehören ebenfalls dazu. Die Studie zeigt nämlich, dass allein aus pflichtgetriebener Leistung nicht der erhoffte Effekt auf Erfolge resultiert. Die stark ausgeprägte Leistungskultur in Verbindung mit so genannten "harten Werten" wie Verantwortung, Pflicht, Disziplin, Macht und Kontrolle sind nicht der Garant für Unternehmenserfolg. Denn die stark auf Leistung ausgerichtete Wertekultur führt zu Unzufriedenheit, mangelnder Motivation und fehlender Selbstverwirklichung der Mitarbeiter. Erfolgreicher sind hingegen Unternehmenskulturen, die zwar ein klares Bild der Gesamtaufgabe vermitteln (Vision), aber mit erfahrenen Mitarbeitern und einem ausgeprägten Maß an Bodenständigkeit agieren, die Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft umsetzen und schließlich ein Umfeld ermöglichen, das den Mitarbeitern Selbstverwirklichung in der Aufgabe, Selbstachtung bei der Erfüllung von Leistung und Gerechtigkeit innerhalb des Unternehmens bietet. Die Optimierung einer erfolgreichen Wertekultur, so die Studie, gehört zu den Aufgaben des "Wertemanagements" auf der obersten Führungsebene. Die aufschlussreichen Ergebnisse dieser Studie sollten uns also nicht nur zu Denken, sondern auch Anlass zum Handeln geben.