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Leitartikel

Sozialpolitisches Engagement

Offene Jugendarbeit heißt sich einsetzen für die Bedürfnisse und die Interessen von Jugendlichen, die sich in unserer hochkomplexen Leistungsgesellschaft nicht so leichttun, einen eigenständigen Lebensmittelpunkt zu finden.
Offene Jugendarbeit heißt auch ständige Auseinandersetzung mit den Themen Jugendkultur, Integration, Gender, Kommunikation, Medien, Demokratie, Konsumgesellschaft und Nachhaltigkeit. Ein nicht immer leichtes Unterfangen, mitunter auch eine Gratwanderung zwischen öffentlicher Erwartungshaltung und Hoffnungen und Befindlichkeiten von Jugendlichen. Jugendtreffs und Jugendzentren sind heute aus unseren Dörfern und Städten nicht mehr wegzudenken, sind integraler Teil der Kultur-, Bildungs- und Lernwelten Jugendlicher.
Was die Offene Jugendarbeit durchaus noch mehr vertragen könnte, wäre
eine größere Stabilität in der Finanzierung (das schafft Sicherheit) *
einen größeren Rückhalt beim Eingehen von Risiken (das schafft Vertrauen) *
eine größere Objektivität im Vergleich von Profit und Nonprofit (das schafft Gerechtigkeit) *
Und auch ein Stück mehr Mut und Selbstbewusstsein. „Wir schaffen das“, könnte eines der Leitmotive sein. Und ein Stück mehr politisches Verständnis des eigenen Seins und Tuns. Jugendtreffs und Jugendzentren könnten von kritischen jungen Menschen stärker wahrgenommen werden als eine Möglichkeit sich sozial und politisch zu engagieren.
Sozialpolitisches Engagement in der Offenen Jugendarbeit könnte eine Aufgabe sein, die der Offenen Jugendarbeit (und der Jugendarbeit insgesamt) ein neues, prägendes Profil gibt.
Und noch was. Allen, die sich für das vernetzende Zusammenwirken engagieren, die dazu beitragen, dass der Gedanke der Kooperation wachsen kann, gilt Respekt und Anerkennung. Verbunden mit dem Wunsch, dass auch in Zukunft das Modell des Arbeitens auf einer gemeinsamen Plattform weiter ausgebaut und gestärkt werden kann.
* drei lebensnotwendige Grundwerte in der heutigen Zeit
Klaus Nothdurfter