Verschiedenes

creative.musical.school

Ein kreativer Lebens- und Lernort im Pustertal. Einblicke in das Projekt und die Aufführungen. Im Herbst geht das Projekt in die dritte Runde.
Musizieren, tanzen und Theater spielen regt an, hilft Gefühle auszudrücken, entspannt, verbindet und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Die „creative.musical.school“ des Jugenddienstes Dekanat Bruneck verbindet Elemente der Tanz-, Theater- und Musikpädagogik, die Freiarbeit, das aktive Lernen, Kreativitätstechniken sowie die Spiel- und Erlebnispädagogik und das Gestalten. Dadurch wird für Kinder und Jugendliche ein Rahmen geschaffen, in dem Kreativität wachsen kann und wertvolle Lebenserfahrungen gesammelt werden können. „Es steht dabei nicht die Leistung im Mittelpunkt sondern die ganzheitliche Förderung der Kinder und Jugendlichen sowie der Gedank, aus vielfältigen Fähigkeiten gemeinsam etwas Besonderes zu schaffen. So können die Beteiligten bei der Ausarbeitung der Musicals aktiv mitarbeiten. Beispielsweise bei den Inhalten der Stücke, der Definierung der Rollen oder der Kostümgestaltung“, so der Geschäftsführer des Jugenddienstes und Projektleiter Lukas Neumair. Das Projekt „creative.musical.school“ richtet sich an Kinder und Jugendliche ab der 3. Klasse Grundschule. Neben der Möglichkeit, als DarstellerInnen in einer der drei Musicalgruppen dabei zu sein, können Interessierte bei der Kostümgestaltung, der Maske, der Band, bei den Aufführungen vor Ort sowie bei der Organisation mitwirken.
Im Schuljahr 2016-2017 haben sich über 80 Pustertaler Kinder und Jugendliche am Projekt beteiligt. Bei den wöchentlichen Treffen wurden drei Musicals ausgearbeitet und einstudiert. Zum Abschluss wurde im Juni zu einem besonderen Musicalerlebnis im Vereinshaus St. Georgen eingeladen. Im Rahmen der „creative.musical.gala“ warteten drei Musicals voller Zauber, Magie und Staunen auf die zahlreichen BesucherInnen bei den Schülervorstellungen sowie den drei Aufführungen am Wochenende. Der Einladung gefolgt sind auch Landesrat Philipp Achammer, Bürgermeister Roland Griessmair, die Landtagsabgeordneten Maria Hochgruber Kuenzer und Hannes Zingerle, Helga Baumgartner vom Amt für Jugendarbeit sowie zahlreiche GemeindevertreterInnen vom Einzugsgebiet des Jugenddienstes. Im ersten Teil der Musicalgala konnten die Besucher­Innen beim Musical „Weg ins Märchenland“ der creative.kids [3. bis 5. Grundschule] in ein Land voller Turbulenzen und Verrücktem eintauchen. Die Hexe brachte zwei Kinder in das Häuschen von Hänsel und Gretel. Diese luden alle möglichen Märchenfiguren zu einer Party ein. Doch nichts ist von Dauer und zurück in der Realität stellte sich die berechtigte Frage: War dies alles nur ein Traum? Im zweiten Teil der Gala folgte das Musical „Dorfgeflüster“ der Gruppe creative.juniors
[1. bis 2. Mittelschule]. Dabei sorgten die neu Hinzugezogenen für Aufregung im Dorf. Sie lebten und dachten offenbar anders als die übrigen DorfbewohnerInnen und wurden verdächtigt, mit den dunklen Mächten im Bund zu stehen. Den Abschluss der Vorstellung bildete das Musical „Kater Zenobio und die Möwe“ der Gruppe creative.teens [3. Mittelschule bis 3. Oberschule]. Unvermutet sah sich Zenobio, ein venezianischer Hafenkater, vor die Aufgabe gestellt, ein verwaistes Möwenküken großzuziehen. Seine lustige Hafenkatzen-Gang unterstützte ihn bei der Aufgabe, das Ei warmzuhalten, Futter herbeizuschaffen und das Kleine vor den Stadtkatzen und den Ratten zu beschützen. Beim Versuch der kleinen Möwe das Fliegen zu lehren, scheiterten die Katzen aber und so beschlossen sie, den Kodex zu brechen und Hilfe bei den Menschen zu suchen. Die Aufführungen haben bei den BesucherInnen großen Anklang gefunden. Für die Begleitung der Kinder und Jugendlichen zeigte sich ein junges Kreativteam rund um Sonja Ellemunt, Hannes Tschurtschenthaler, Mirjam Plank, Lena Eppacher und Marie Ploner verantwortlich. Die Liveband wurde von Harald Obermair geleitet. Die Jugendlichen vom Kostümteam wurden von Daniela Oberhollenzer begleitet. Das Projekt wurde im vergangen Jahr wieder in Kooperation mit der Jugendgruppe Mallsemms durchgeführt.
Im kommenden Oktober geht die creative.musical.school in eine neue Runde. Einblicke in die Aufführungen gibt es auf dem YouTube-Kanal des Jugenddienstes Dekanat Bruneck.
Weitere Informationen zum Projekt findet man zudem unter www.volllleben.it.

Verschiedenes

MiniBZ – die Kinderstadt

Ein gigantisches Rollen- und Planspiel für Kinder
und Jugendliche zwischen 7 und 14 Jahren
LR Philipp Achammer im Interview in der Kindergemeinde
Die Kinderstadt Mini BZ ist ein riesiges Rollen- und Planspiel und wird live gespielt. Sie wurde in Anlehnung an die Spielstadt Mini München begonnen. Alle Kinderspielstädte in Europa und in der Welt werden ungefähr nach diesem Muster durchgeführt.
Das Spiel stellt eine echte Miniaturstadt dar: die Kinder finden eine Inszenierung vor, welche die wichtigsten Bereiche einer modernen Stadt reproduziert. Diese Inszenierung dient als Spiel- und Erfahrungsraum. In der Kinderstadt Mini Bz gibt es Bürgermeister, Gemeinderat, Handwerkerzone, Arbeitsamt, Bank und eine eigene Währung (EURO-G{H}elli), Spiele, Stadttheater, Tageszeitung, Fernsehsender, Restaurant und vieles andere mehr. Die Kinderstadt ist eine einzigartige Erfahrung und eine Schule des Lebens. Der VKE organisiert dieses gigantische Rollenspiel seit 1990 bereits zum 16. Mal.
Die Besonderheit ist ihr Ernstcharakter, eine ernste Sache, wie für die Erwachsenen das Arbeiten, obwohl es ein Spiel bleibt. Die Kinderstadt setzt sich gegen die Medialisierung der Kinderwelt ein. Durch eine so viel wie möglich wirklichkeitsnahe und spielerische Umwelt soll den Kindern die Möglichkeit geboten werden, einige Grundbegriffe für ihr heutiges und zukünftiges Leben praktisch und konkret zu erkennen, zu erfahren und zu erlernen.
Die Erwachsenenwelt versucht immer mehr, die Kinder in eine Scheinwelt ohne Bezüge zur Wirklichkeit abzusondern. Die Erkenntnisse der Kinder werden immer mehr vermittelt (durch Eltern, LehrerInnen, Bücher, Fernseher, usw.) oder kommen vom Zuhören oder Zuschauen und leider immer weniger vom Handeln, vom selbst Erleben, Erproben und Erfahren.
Jedes Kind kann in der Kinderstadt selbst bestimmen, inwieweit und wie lange es sich ins Spiel einlassen möchte, d.h. jedes Kind kann auch nach Belieben kommen und gehen. Die BetreuerInnen haben in dieser Hinsicht eine beschränkte Aufsichtspflicht und Mitspracherecht.
Die Kinderstadt hat nicht den Anspruch eine perfekte Wiedergabe der Wirklichkeit zu sein: es geht vielmehr darum, Funktionen und Zusammenhänge so darzustellen, dass sich für die Kinder Handlungs- und Spielräume ergeben.
In diesem Jahr sind in Bozen ungefähr die Hälfte der BetreuerInnen MigrantInnen der zweiten Generation. Sie stammen aus Albanien, Serbien, Pakistan, Türkei, Marokko, Afghanistan, Senegal, Niger, Kolumbien, Moldavien, Bolivien, Rumänien, Indien, Elfenbeinküste, Nigerien, Iran, Ecuador. 30% sind italienischer, 10% deutscher Muttersprache und 8% kommen aus zweisprachigen Familien (deutsch-italienisch).
Seit 2015 öffnet MiniBZ ihren Stadtteil im Freien wieder. Das heißt, im Europa-Park wurde ein Bauernhof (mit Ponys, Hasen, Meerschweinchen u.a.m.) und - neu - eine Baustelle für Holzhütten mit Pallets und Brettern errichtet. Außerdem werden auch Kunstaktionen, Gartenarbeit und ein Imbiss mit Wasserspielen angeboten. Das Freigelände wird durch eine Pedibuslinie mit der Stadthalle verbunden. Diese Pedibuslinie wird von Erwachsenen begleitet und betreut, so wie alles andere auch in MiniBZ.
Alt Bewährtes
Die Spielregeln und die geplanten Aktivitäten der 16. Kinderstadt MiniBZ sind bereits traditionell: Arbeit, Bank, Geld (Euroghelli), Tageszeitung, TV, Rathaus, Kino, Theater, Taxis und alle Merkmale einer modernen Stadt, wo nur Kinder BürgerInnen und HauptdarstellerInnen sind. Dieser Aspekt sollte in besonderer Weise betont werden, denn es ist eine Eigenschaft, welche nur die Kinderstadt MiniBZ kennzeichnet und sie von allen anderen Angeboten unterscheidet. Die Kinderstadt MiniBZ ist eine Schule des Lebens, die Mädchen und Jungen nie mehr vergessen. Wir sind der Meinung – wohl voreingenommen – dass MiniBZ das schönste Spiel der Welt ist!
Termine
MiniBZ beginnt immer im Juni sofort nach Schulende und dauert drei Wochen mit 15 Spieltagen. Sie wird seit 2013 jedes Jahr angeboten, um gezielter auf Bedürfnisse und Erwartungen von Familien und Kindern eingehen zu können.
Das Kulturprogramm
MiniBZ 2017 möchte viele Möglichkeiten für inter- und multikulturellen sprachlichen Austausch anbieten. Dank der Zusammenarbeit mit Kulturverbänden und -vereinen (Kunst, Chöre, Tanz, Musik, Theater, Volkskunst, etc.) wurden bei MiniBZ 2017 Kinderkulturgruppen aus ganz Südtirol einladen, ihre künstlerischen Aktivitäten auf der Bühne der Kinderstadt vorzustellen. Südtirol ist reich an kulturellen Veranstaltungen von Kindern bis zum 14. Lebensjahr, die mit Theater, Musik und anderen Künsten öffentlich auftreten.
Die Kinderstadt MiniBZ 2017 ermöglichte allen diesen Gruppen ihre Kunst auch in MiniBZ, den BürgerInnen (alles Kinder im Alter 7-14) vorzustellen. Ihr Aufführung in der Kinderstadt ist eine Chance für die Wertschätzung des großen künstlerischen und kulturellen Erbes Südtirols (auch der kleinen Dörfer in den Tälern), das den „StädtlerInnen“ oft nicht bekannt war. MiniBZ soll ein Ort des Austausches und des Dialogs zwischen den Kulturen sein. Auf der einen Seite steht die überwiegend italienische Kultur in Bozen, die von Tag zu Tag immer „gemischter“ wird und sehr stark nach „außen“ in die ganze Provinz wirkt. Auf der anderen Seite steht die Kultur der Täler und Dörfer mit ihrer verwurzelten Tradition, welche stets mit großer Sorgfalt und Leidenschaft gepflegt wird. Dieser Austausch kann auch ein sprachlicher sein, da alle Kinder in Bozen und in Südtirol dieselben Lernschwierigkeiten beim Erlernen der jeweiligen zweiten Sprache erleben. Für das Kulturprogramm entstand eine neue Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Theaterverband, dem Südtiroler Chorverband, dem Verband der Südtiroler Musikkapellen, der AG Volkstanz in Südtirol und andere. Sie alle halfen bei der Suche nach Kinderkulturgruppen mit, die ihre Shows auf der Bühne von MiniBZ anbieten konnten, um dann den ganzen Tag spielend als BürgerInnen von MiniBZ zu verbringen.
Marke „Green Event“
Nach den bisher positiven Erfahrungen wird auch bei MiniBZ 2017 die Zusammenarbeit mit dem Ökoinstitut fortgeführt. Es begleitet MiniBz auf den Weg zur Marke „Green Event“, welche von der Landesagentur für Umwelt erteilt wird. Green Events sind Veranstaltungen, die nach umweltgerechten Kriterien nachhaltig geplant, organisiert und umgesetzt werden. Dabei sind Energieeffizienz, Abfallmanagement, regionale Wertschöpfung sowie soziale Verantwortung die wesentlichen Faktoren. Hier soll auch daran erinnert werden, dass MiniBZ seit 2011 eine CO2-neutrale Veranstaltung ist und zwar durch das jährliche Pflanzen von neuen Bäumen. Natürlich werden all diese Themen INS Spiel gesetzt!
Infos:


minibz.vke.it Zu „Mini-München“
finden Sie Informationen unter
www.mini-muenchen.info. Zu weiteren Kinderspielstadt-Projekten unter „Kinderspielstadt“ oder „Città giocosa“ durch Benutzung einer Suchmaschine