Themenparcours

Die Katze im Sack kaufen?!

Stadtrundgänge zum ethischen Konsum für Jugendliche
Wissen, was in meinem Handy steckt ...
Erfahren, wie Recycling und Re-Design funktionieren ...
Erkunden, wie ich mich bio, fair und regional ernähren kann ...
Kakaobäuerin Mary Ebaitoh
Der Stadtrundgang „Die Katze im Sack kaufen?!“ zum ethischen Konsum von Südwind Tirol bietet jungen Menschen die Gelegenheit, Innsbruck, Wörgl oder Imst unter den Gesichtspunkten des kritischen Konsums zu erforschen und gleichzeitig globale Zusammenhänge und lokale Handlungsalternativen kennenzulernen.
„Mir ist der Geschmack am wichtigsten. Wie die Produkte hergestellt werden, ist mir egal! Und jetzt positioniert euch bitte“, fordert der Referent Sebastian L. die 15 gespannt lauschenden Jugendlichen auf, die er heute gemeinsam mit Alexandra M. durch Innsbruck führt. Wir befinden uns am Wiltener Platzl, genauer gesagt bei der Station zum Thema Essen. Die ersten Jugendlichen positionieren sich auf der imaginären Linie zwischen den Schildern „Ich stimme zu“ und „Ich stimme nicht zu“, andere zögern noch. Dann positionieren sich auch die Unschlüssigen. Bei diesem Positionsbaromter geht es ums Essen und zwar darum, welche Kriterien uns beim Einkauf von Lebensmitteln wichtig sind: Preis, Geschmack, Herkunft, Produktionsbedingungen, Aussehen, vegetarisch oder vegan oder sogar der ökologische Fußabdruck? In mehreren zugespitzten Aussagen werden diese Kriterien thematisiert - die TeilnehmerInnen können sich dann dazu positionieren. Ziel ist es, verschiedene Meinungen aufzuzeigen, selbst Position zu beziehen und darüber zu diskutieren. Wichtiges Detail: Die eigene Position ist auch veränderbar. Nach weiteren Aussagen und einer lebhaften Diskussion zu Fleischkonsum und veganer Ernährung geht Sebastian L. dann genauer auf das Thema Fleisch und Futtermittel ein. Dass jedeR ÖsterreicherIn pro Jahr im Durchschnitt 65 kg Fleisch isst, können manche TeilnehmerInnen kaum glauben.
Ernährung - Elektronik - Bekleidung
Neben der Ernährung werden bei jedem Stadtrundgang auch die Themen Bekleidung und Elektronik in den Blick genommen und gemeinsam erforscht. Zusätzlich zur Vermittlung von spannenden Fakten und Hintergrundinfos zu alltäglichen Produkten sind die Herzstücke der Rundgänge aber die lokalen Alternativen, an denen es in Innsbruck, Wörgl und Imst nicht fehlt. Hier kommen die TeilnehmerInnen mit AkteurInnen vor Ort ins Gespräch: Von nachhaltigen Kopiershops und Saftläden über verschiedene Up-Cycling und DIY-Initiativen bis hin zum Stadtbauernhof ist alles dabei, sogar ein sogenanntes Fab-Lab. Letzterem stattet unsere Gruppe im Anschluss an das Wiltener Platzl einen Besuch ab.
Selbst Lernen - Selbst Machen
Dort wartet bereits Heinrich P. - Gründungsmitglied des Fab-Labs. Vor sich am Tisch hat er mehrere elektronische Teile liegen. Bei genauerem Hinschauen wird erkennbar, dass es sich um Handyteile handelt.
„Das Fab-Lab ist eine offene High-Tech-Werkstatt mit dem Ziel, Menschen einen niederschwelligen Zugang zu Geräten wie 3-D-Druckern, Lasercuttern und CNC-Maschinen zu geben, sowie Werkzeuge, Ersatzteile und Wissen für die Reparatur elektronischer Geräte zur Verfügung zu stellen“, erklärt er den TeilnehmerInnen, die sich schon neugierig in den Räumlichkeiten umschauen.
Dann werden die Handyteile genauer inspiziert. „Im Prinzip sind alle elektronischen Geräte gleich aufgebaut, sei es ein Küchengerät, ein PC oder ein Handy. Das Herzstück ist immer die Leiterplatte. Wenn ein Handy kaputt geht, hat meist die Leiterplatte einen Defekt“, fährt Heinrich fort und gibt die Handy-Leiterplatte in die Runde.
Dann führt er kurz vor, wie einfach es eigentlich wäre, die Teile so einer Leiterplatte auszutauschen. Mit einem Lötkolben erhitzt er die Lötstellen und schon kann das Teil entfernt werden. Ein Kinderspiel sei so eine Reparatur zwar nicht, zuerst müsse das defekte Teil ja erstmal gefunden werden, aber möglich sei es.
Kupfer - Gold - Tantal - Kobalt - Zinn
Wie viele verschiedene Rohstoffe in einem Handy stecken, aus welchen Ländern diese kommen und wie es den Menschen geht, die die wertvollen Metalle unter Schwerstarbeit in Minen abbauen, wird dann im Anschluss von der Referentin Alexandra M. geschildert. Auch die Konsequenzen für die Umwelt werden nicht ausgespart.
Nach einem abschließenden Rundgang durch das Fab-Lab und spannenden Geschichten über Sollbruchstellen, Glühbirnen und geplante Obsoleszenz machen wir uns auf zur nächsten Station – schon gespannt, was uns dort erwartet. Auf die Katze im Sack zu kaufen können wir bereits jetzt ein stückweit verzichten!
„Die Katze im Sack kaufen?!“
Stadtrundgänge für Jugendliche zum ethischen Konsum in Innsbruck, Imst und Wörgl, geeignet für Jugendliche ab 15 Jahren
Dauer:
ca. 100 Minuten
Kosten:
50 Euro pro Gruppe (max. 25 Personen)
Infos und Terminvereinbarung: Südwind Tirol, dina.prettner@suedwind.at oder 0512 58 24 18
Für Innsbruck kann zwischen drei Routen zu den Themenschwerpunkten „Bekleidung“, „Elektronik/Handys“ und „Ernährung“ gewählt werden. Gefördert durch das Land Tirol im Rahmen der Landesinitiative „Welt ins Gleichgewicht“
Caroline Sommeregger
Referentin für Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit bei Südwind Tirol

Themenparcours

„Bittersüße Bohnen: Kaffee und Kakao“

Ausstellung mit Führungen Mo, 12. Juni – So, 9. Juli 2017
Palmenhaus Innsbruck, Ecke Rennweg/Karl-Kapferer-Straße
Geöffnet:
täglich 9:00 – 17:00 Uhr
Eintritt:
3 Euro / 2 Euro ermäßigt
Die Sonderausstellung in der wunderbaren Welt des Innsbrucker Palmenhauses richtet den Blick auf diese besonderen Bohnen und die Menschen, die sie kultivieren. Schritt für Schritt werden die Produktionswege von Kaffee und Kakao veranschaulicht und begreifbar gemacht sowie ökologische, soziale und kulturelle Zusammenhänge beleuchtet.


Ausstellungseröffnung „Bittersüße Bohnen: Kaffee und Kakao“
Mo, 12. Juni 2017, 18:30 Uhr
Nach einem Impuls-Vortrag von Christopher Tankou (Agrarwissenschaftler, Kamerun) wird zu einem Umtrunk geladen, der Eintritt ist frei.
INTERAKTIVE FÜHRUNGEN durch die Ausstellung
Kakao-Führung „Der Schokolade auf der Spur“:
für Jugendliche von 10 bis 18 Jahren
Kaffee-Führung „Bittersüße Bohnen“:
für Personen ab 14 Jahren
Terminvereinbarung:
Südwind Tirol, martin.haselwanter@suedwind.at, Tel.: 0512 / 58 24 18
Mindestgruppengröße: 12 Personen
Kostenbeitrag (inkl. Eintritt):
3 Euro/Jugendliche; 5 Euro/Erwachsene; Dauer: 60 min.
Organisation: Südwind Tirol in Kooperation mit dem Institut Innsbruck der Österreichischen
Bundesgärten und den Hofgartenfreunden.