Themenparcours

Das Mosaik

Ein sexualpädagogischer Parcours
In der Verhütungsmittel-Ecke lernen Jugendliche anhand eines Kondomwettbewerbes die richtige Verwendung des Verhütungsmittels.
Der Begriff „Mosaik“ kommt aus dem Altertum und bezeichnet „eine Gattung der Maltechnik, bei der durch Zusammenfügen von verschiedenfarbigen oder verschieden geformten Teilen Muster oder Bilder entstehen.“ (siehe de.wikipedia.org/wiki/Mosaik).
Und bei dem Parcours, der hier vorgestellt wird, geht es um etwas Ähnliches, nämlich um ein Bild der verschiedenen Teile und Facetten von Sexualität. Die einzelnen Stationen des Parcours sind die Mosaiksteinchen, die ein ganzes Bild ergeben. Die Jugendlichen BesucherInnen können sich je nach Zeit und Interesse ihr eigenes Mosaikbild zusammenstellen.
Dieser sexualpädagogische Parcours ist ein Angebot für Jugendzentren und Jugendtreffs und wurde speziell für die Erfordernisse der Offenen Jugendarbeit in Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugendarbeit, der Südtiroler Plattform Sexualpädagogik und dem n.e.t.z., dem Südtiroler Dachverband der Jugendtreffs und –zentren entwickelt.
Mittels verschiedener Stationen haben jugendliche TeilnehmerInnen die Möglichkeit, sich mit sexualpädagogischen Themen auseinander zu setzen, ihr Wissen zu vertiefen und Fragen zu klären.
Das MOAIK gibt es in drei Varianten:
a) für Jugendliche im Mittelschulalter (Schwerpunkt 1. + 2. Klasse)
b) für Jugendliche ab 13 Jahren
c) für Jugendliche ab 15 Jahren
Die MOSAIK-TeilnehmerInnen wählen selbst den Start ihres Parcours und sie verbleiben so lange bei einer Station, wie es für sie interessant und spannend ist.
Die Stationen sind lebendig, altersgerecht und ansprechend gestaltet. Das MOSAIK ist zusammengesetzt aus interessanten Themen und abwechslungsreichen Methoden u.a. mehreren Quiz, einer Sinnesstraße, Filmen und Spielen. Die Stationen werden von zwei SexualpädagogInnen (einem Mann und einer Frau) begleitet, die für Nachfragen und auch weiterführende Beratungsgespräche zur Verfügung stehen.
Die Inhalte und Themen vom MOSAIK umfassen folgende Themenbereiche:
Sinne
Küsse
Beziehungen
Körper
männlicher und weiblicher Körper
Menstruationszyklus
Fruchtbarkeit
Verhütungsmittel
Sexuell übertragbare Krankheiten (nur für Jugendliche ab 15 Jahren)
Gleichgeschlechtliche Lebensweisen
eine Gitschnecke
eine Bubenecke
Pornographie (nur für Jugendliche ab 15 Jahren)
Die eigens entworfenen Rollups ergänzen den Parcours durch inhaltliche und kreative Beiträge. In einem eigenen Vorbereitungstreffen mit den MitarbeiterInnen des Jugend­treffs bzw. –zentrums wird gemeinsam mit dem Koordinator des MOSAIK überlegt, wie dieses in der Jugendeinrichtung vorbereitet und eingebettet werden kann.
Und wer selbst eine Station ausprobieren möchte, hat online die Möglichkeit dazu, nämlich beim online-Quiz zu sexuell übertragbaren Krankheiten. Der entsprechende Link lautet www.mosaik.bz.it
Anfragen und Terminvereinbarungen laufen über das Netzwerk der Jugendtreffs und –zentren Südtirols – Karin Husnelder Tel. 0471 095139 oder karin.husnelder@netz.bz.it
Michael Peintner
Erziehungswissenschaftler, Sexualpädagoge,
Sexualberater, Mitentwickler und
Koordinator des Projektes „MOSAIK“

Themenparcours

Die Katze im Sack kaufen?!

Stadtrundgänge zum ethischen Konsum für Jugendliche
Wissen, was in meinem Handy steckt ...
Erfahren, wie Recycling und Re-Design funktionieren ...
Erkunden, wie ich mich bio, fair und regional ernähren kann ...
Kakaobäuerin Mary Ebaitoh
Der Stadtrundgang „Die Katze im Sack kaufen?!“ zum ethischen Konsum von Südwind Tirol bietet jungen Menschen die Gelegenheit, Innsbruck, Wörgl oder Imst unter den Gesichtspunkten des kritischen Konsums zu erforschen und gleichzeitig globale Zusammenhänge und lokale Handlungsalternativen kennenzulernen.
„Mir ist der Geschmack am wichtigsten. Wie die Produkte hergestellt werden, ist mir egal! Und jetzt positioniert euch bitte“, fordert der Referent Sebastian L. die 15 gespannt lauschenden Jugendlichen auf, die er heute gemeinsam mit Alexandra M. durch Innsbruck führt. Wir befinden uns am Wiltener Platzl, genauer gesagt bei der Station zum Thema Essen. Die ersten Jugendlichen positionieren sich auf der imaginären Linie zwischen den Schildern „Ich stimme zu“ und „Ich stimme nicht zu“, andere zögern noch. Dann positionieren sich auch die Unschlüssigen. Bei diesem Positionsbaromter geht es ums Essen und zwar darum, welche Kriterien uns beim Einkauf von Lebensmitteln wichtig sind: Preis, Geschmack, Herkunft, Produktionsbedingungen, Aussehen, vegetarisch oder vegan oder sogar der ökologische Fußabdruck? In mehreren zugespitzten Aussagen werden diese Kriterien thematisiert - die TeilnehmerInnen können sich dann dazu positionieren. Ziel ist es, verschiedene Meinungen aufzuzeigen, selbst Position zu beziehen und darüber zu diskutieren. Wichtiges Detail: Die eigene Position ist auch veränderbar. Nach weiteren Aussagen und einer lebhaften Diskussion zu Fleischkonsum und veganer Ernährung geht Sebastian L. dann genauer auf das Thema Fleisch und Futtermittel ein. Dass jedeR ÖsterreicherIn pro Jahr im Durchschnitt 65 kg Fleisch isst, können manche TeilnehmerInnen kaum glauben.
Ernährung - Elektronik - Bekleidung
Neben der Ernährung werden bei jedem Stadtrundgang auch die Themen Bekleidung und Elektronik in den Blick genommen und gemeinsam erforscht. Zusätzlich zur Vermittlung von spannenden Fakten und Hintergrundinfos zu alltäglichen Produkten sind die Herzstücke der Rundgänge aber die lokalen Alternativen, an denen es in Innsbruck, Wörgl und Imst nicht fehlt. Hier kommen die TeilnehmerInnen mit AkteurInnen vor Ort ins Gespräch: Von nachhaltigen Kopiershops und Saftläden über verschiedene Up-Cycling und DIY-Initiativen bis hin zum Stadtbauernhof ist alles dabei, sogar ein sogenanntes Fab-Lab. Letzterem stattet unsere Gruppe im Anschluss an das Wiltener Platzl einen Besuch ab.
Selbst Lernen - Selbst Machen
Dort wartet bereits Heinrich P. - Gründungsmitglied des Fab-Labs. Vor sich am Tisch hat er mehrere elektronische Teile liegen. Bei genauerem Hinschauen wird erkennbar, dass es sich um Handyteile handelt.
„Das Fab-Lab ist eine offene High-Tech-Werkstatt mit dem Ziel, Menschen einen niederschwelligen Zugang zu Geräten wie 3-D-Druckern, Lasercuttern und CNC-Maschinen zu geben, sowie Werkzeuge, Ersatzteile und Wissen für die Reparatur elektronischer Geräte zur Verfügung zu stellen“, erklärt er den TeilnehmerInnen, die sich schon neugierig in den Räumlichkeiten umschauen.
Dann werden die Handyteile genauer inspiziert. „Im Prinzip sind alle elektronischen Geräte gleich aufgebaut, sei es ein Küchengerät, ein PC oder ein Handy. Das Herzstück ist immer die Leiterplatte. Wenn ein Handy kaputt geht, hat meist die Leiterplatte einen Defekt“, fährt Heinrich fort und gibt die Handy-Leiterplatte in die Runde.
Dann führt er kurz vor, wie einfach es eigentlich wäre, die Teile so einer Leiterplatte auszutauschen. Mit einem Lötkolben erhitzt er die Lötstellen und schon kann das Teil entfernt werden. Ein Kinderspiel sei so eine Reparatur zwar nicht, zuerst müsse das defekte Teil ja erstmal gefunden werden, aber möglich sei es.
Kupfer - Gold - Tantal - Kobalt - Zinn
Wie viele verschiedene Rohstoffe in einem Handy stecken, aus welchen Ländern diese kommen und wie es den Menschen geht, die die wertvollen Metalle unter Schwerstarbeit in Minen abbauen, wird dann im Anschluss von der Referentin Alexandra M. geschildert. Auch die Konsequenzen für die Umwelt werden nicht ausgespart.
Nach einem abschließenden Rundgang durch das Fab-Lab und spannenden Geschichten über Sollbruchstellen, Glühbirnen und geplante Obsoleszenz machen wir uns auf zur nächsten Station – schon gespannt, was uns dort erwartet. Auf die Katze im Sack zu kaufen können wir bereits jetzt ein stückweit verzichten!
„Die Katze im Sack kaufen?!“
Stadtrundgänge für Jugendliche zum ethischen Konsum in Innsbruck, Imst und Wörgl, geeignet für Jugendliche ab 15 Jahren
Dauer:
ca. 100 Minuten
Kosten:
50 Euro pro Gruppe (max. 25 Personen)
Infos und Terminvereinbarung: Südwind Tirol, dina.prettner@suedwind.at oder 0512 58 24 18
Für Innsbruck kann zwischen drei Routen zu den Themenschwerpunkten „Bekleidung“, „Elektronik/Handys“ und „Ernährung“ gewählt werden. Gefördert durch das Land Tirol im Rahmen der Landesinitiative „Welt ins Gleichgewicht“
Caroline Sommeregger
Referentin für Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit bei Südwind Tirol