Verschiedenes

Jugendliche in Aktion

Was mich an Operation Daywork fasziniert
Zum ersten Mal treffe ich Operation Daywork (OD) im August 2011 in den Hügeln südlich von Hebron, Palästina. Ich lebe im Dorf At-Tuwani, wo OD das lokale Komitee des friedlichen Widerstands treffen und den örtlichen Kontext kennenlernen möchte. Ein Jahr später wurde dort das Peace Media Lab mit den Einnahmen des Aktionstages erbaut, Treffpunkt der Jugendlichen von At-Tuwani und Umgebung. Ich kennen diese Jugendlichen namentlich und sehe mit eigenen Augen, welche Veränderung diese solidarische Geste bewirkt hat.
2013 treffe ich im Pippo Stage in Bozen erneut auf OD. Die Mitglieder des Ausschusses haben einen Abend für Adopt Srebrenica organisiert, ein Gruppe von bosnischen Jugendlichen, die über ihr Bemühen, den Dialog zu fördern und ihre Stadt zu neuem Leben zu erwecken, berichten. Gespannt lausche ich ihren authentischen Geschichten über aktives Bürgertum.
Mein Interesse an OD ist geweckt und so nehme ich 2014 an ihrer Vollversammlung teil. Dort werden die KandidatInnen für den OD-Menschenrechtspreis vorgestellt und von den anwesenden Schüler/innen gewählt. Der/die PreisträgerIn wird im folgenden Schuljahr durch die Sensibilisierungskampagne und den Aktionstag unterstützt. Während der Diskussion wird sofort deutlich, welche bewusste und kritische Wahrnehmung der Entwicklungszusammenarbeit sich die Jugendlichen angeeignet haben: man diskutiert über Nachhaltigkeit, Solidarität, Entwicklung.
Die Entschlossenheit und das Bewusstsein der Jugendlichen, mit der sie die Entscheidungsprozesse und ihre Organisation leiten, beeindrucken mich. Tatsächlich sind es die Jugendlichen selbst, die den Preisträger wählen, die Sensibilisierungskampagne ausarbeiten und in den Schulen umsetzen, und Schüler­Innen motivieren am Aktionstag teilzunehmen. Wer könnte schließlich besser wissen, wie man Jugendliche am effektivsten erreicht, wenn nicht Gleichaltrige? Dass die Entscheidungen ausschließlich von Jugendlichen getroffen werden, erfuhr ich schließlich am eigenen Leib.
Mein Vorstellungsgespräch für die Stelle als OD Koordinatorin führte ich mit zwölf Jugendlichen, die mich auf Herz und Nieren prüften. Aber funktioniert das Konzept, den Jugendlichen die Entscheidungsgewalt zu übertragen? Funktioniert Operation Daywork? Die Zahlen sprechen für sich: 2016/2017 haben wir mit unserer Sensibilisierungskampagne über 2.500 SchülerInnen erreicht und zirka 500 SchülerInnen zur Teilnahme am Aktionstag motiviert – ein Erfolgsrezept, das sich seit mittlerweile neun Jahren wiederholt.
Im Schuljahr 2017/2018 wird sich unsere Sensibilisierungskampagne um den diesjährigen OD Menschenrechtspreisträger, die ONG AVOSAH drehen. Eine Organisation aus dem Benin, die sich gegen den Menschenhandel und die Ausbeutung von Minderjährigen einsetzt und unter Einbeziehung der Jugendlichen vor Ort die Entwicklung der örtlichen Gemeinde fördert.
Ich freue mich auf ein neues OD-Jahr mit neuen Herausforderungen und auf den Austausch mit den SchülerInnen, die mir in den letzten Jahren beeindruckende LehrerInnen waren.
Alessandra Volani
Campaign Manager und OD Koordinatorin Trentino

Verschiedenes

Young & Museum in den Sommerferien

Jugendliche mit dem Südtirol Pass abo+ können auch heuer wieder im Sommer 55 Museen und Sammlungen in Südtirol kostenlos besuchen. Die Aktion läuft zum dritten Mal.
Jugendliche, die einen gültigen Südtirol Pass abo+ Fahrschein besitzen, können in den Sommerferien auch 2017 wieder 55 Museen und Sammlungen in Südtirol bei freiem Eintritt besuchen und dort an den Veranstaltungen teilnehmen, die für diese Zielgruppe organisiert werden. Auf dem Programm stehen zum Beispiel Feste, Konzerte, Workshops, Kinoabende, Theatervorführungen usw.. Die beteiligten Museen sind zum Großteil mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Die Aktion „Young & Museum - Freier Eintritt in die Museen mit abo+“ läuft vom 17. Juni bis 4. September 2017 und setzt sich das Ziel, Jugendliche für die breitgefächerte Museumswelt Südtirols zu begeistern. Sie entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen den von Landesrat Florian Mussner geführten Abteilungen Museen und Mobilität und war im Rahmen des Themenjahrs Young & Museum 2015 eingeführt worden; heuer findet sie zum dritten Mal statt. Über die bisher positive Bilanz des Projekts freut sich Landesrat Mussner: „Im ersten Sommer nahmen rund 2.700 Jugendliche diese Gelegenheit wahr, im vergangenen Sommer waren es knapp 4.200, das entspricht einer Steigerung von 47,5 Prozent. Wir hoffen, dass die Jugendlichen auch in diesem Jahr unsere Einladung, die Kulturschätze Südtirols in den Museen kennen zu lernen, gerne annehmen“
Der Südtirol Pass abo+ ist ein persönlicher Fahrschein, mit dem Schülerinnen und Schüler sowie Studierende alle öffentlichen Verkehrsmittel des Verkehrsverbundes Südtirol benützen können. Anspruch auf das abo+ haben Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche, die im Jahr der Gesuchstellung das 27. Lebensjahr nicht vollenden.
Infos:
Alle Informationen dazu und zu den Ausstellungen und Veranstaltungen, welche die Museen für junge Leute organisieren, können auf der Internetplattform Young Museum des Museumsportals www.museen-suedtirol.it/youngmuseum nachgelesen werden. Dort können die Liste der teilnehmenden Museen und eine Landkarte heruntergeladen werden, auf der angegeben ist, wie man diese Museen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht. Diese Landkarte liegt auch in Bahnhöfen, öffentlichen Einrichtungen, Jugendzentren, Bibliotheken und natürlich in den Museen selbst auf.