Jugendforschung

Jugend-Internet-Monitor

Welche sozialen Netzwerke nutzen Österreichs Jugendliche?
Der Jugend-Internet-Monitor ist eine Initiative von Saferinternet.at und präsentiert aktuelle Daten zur Social-Media-Nutzung von Österreichs Jugendlichen. Welche Sozialen Netzwerke stehen bei jungen NutzerInnen in Österreich gerade hoch im Kurs? Welche Netzwerke werden am liebsten von Mädchen genutzt? Welche haben bei Burschen die Nase vorne?
Die 6 beliebtesten Sozialen Netzwerke 2017:
WhatsApp (93%) (-1% | 2016: 94%)
YouTube (90%) (+3% | 2016: 87%)
Instagram (68%) (+13% | 2016: 55%)
Snapchat (65%) (+13% | 2016: 52%)
Facebook (48%) (-21% | 2016: 69%)
Musical.ly (26%) (NEU | 2016: keine Daten)
Was sind die größten Veränderungen zum Vorjahr?
Im Vergleich zum letzten Jahr gibt es die auffallendste Veränderung bei Facebook (-21%). War das soziale Netzwerk 2016 noch auf Platz 3, ist es nun auf den fünften Platz gerutscht. Auch eigene Erfahrungen aus Saferinternet.at-Workshops zeigen, dass Facebook meistens nur mehr als Nachrichtenkanal beziehungsweise für Spiele und nicht mehr als Soziales Netzwerk genutzt wird. Ebenfalls an Bedeutung verloren hat Twitter (-11%).
Instagram (+13%) und Snapchat (+13%) haben dafür stark zugelegt (Platz drei und vier): Bilder und Videos sind für viele Jugendliche die wichtigsten Medien geworden, um sich untereinander auszutauschen und um mit ihrer digitalen Umwelt zu kommunizieren.
WhatsApp und YouTube weiterhin an der Spitze, musical.ly als Aufsteiger neu dabei
Die beliebtesten Sozialen Netzwerke für Jugendliche in Österreich sind WhatsApp (93%) und YouTube (90%). 68 Prozent nutzen das Bilder-Netzwerk Instagram, danach folgt bereits die Foto-Sharing-App Snapchat (65%). Das größte Soziale Netzwerk der Welt, Facebook, folgt erst auf dem fünften Platz mit 48%.
Heuer erstmals in die Erhebung aufgenommen wurde das Musik-Video Netzwerk musical.ly, welches mit 26% bereits den sechsten Platz belegt und vor allem bei der jüngeren Zielgruppe (11-14-Jährige) sehr beliebt ist. Mit der App musical.ly können 15-sekündige Musikvideos, sogenannte „Musicals“, aufgenommen und mit anderen Nutzerinnen und Nutzern – den „Musern“ – geteilt werden. Der Clou: Man muss nicht selbst singen, sondern bewegt die Lippen zum Playback der Lieblingssongs. Die App spielt vor allem für die Selbstinszenierung der Jugendlichen eine wichtige Rolle.
Neu: Die relevantesten Plattformen für Jugendliche
Im Jugend-Internet-Monitor 2017 wurde zudem zusätzlich die Frage nach der Relevanz („Wie wichtig ist Dir diese Plattform ganz persönlich?“) der jeweiligen Plattform gestellt.
Die sechs relevantesten Plattformen für Jugendliche, welche mit „sehr wichtig“ bewertet wurden sind: WhatsApp (77%), YouTube (45%), Snapchat (43%), Instagram (34%), Facebook (21%), musical.ly (20%). Dabei zeigt sich, dass WhatsApp als meistgenutztes Netzwerk auch mit Abstand das relevanteste für Jugendliche ist. Snapchat ist bei der Nutzung mit Instagram praktisch gleich auf, wird aber mittlerweile als relevanter eingestuft. Facebook ist sogar nur mehr für jeden fünften Jugendlichen „sehr wichtig“.
Welche Sozialen Netzwerke nutzen Mädchen, welche Burschen?
Der Jugend-Internet-Monitor 2017 macht deutlich, dass es teilweise große Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Während die beiden am häufigsten genutzten Plattformen WhatsApp und YouTube bei beiden Geschlechtern praktisch gleich beliebt sind, gibt es bei Instagram (Platz 3) bereits deutliche Unterschiede (Mädchen 76% / Burschen 60%). Noch größer sind die Unterschiede bei Snapchat (Mädchen 76% / Burschen 54%) und bei musical.ly (37% gegenüber 14%). Auch AskFM (22% gegenüber 11%) und Tumblr (12% gegenüber 3%) sind bei Mädchen deutlich beliebter als bei den Burschen. Im Gegensatz dazu, wird die Video-Plattform für ComputerspielerInnen Twitch von wesentlich mehr Burschen (25%) als Mädchen (3%) genutzt.
Zur Erhebung
Für den Jugend-Internet-Monitor 2017 wurde eine repräsentative Online-Umfrage des Instituts für Jugendkulturforschung durchgeführt. Dazu wurden 400 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahre im Zeitraum von November/Dezember 2016 zu ihrer Nutzung von Sozialen Netzwerken befragt.
Jugend-Internet-Monitor 2017
Welche Sozialen Netzwerke nutzen Österreichs Jugendliche 2017?
(Mehrfachnennungen möglich)
QUELLE: Saferinternet.at

Jugendforschung

Partizipative Jugendforschung

Die Anfänge partizipativer Forschung reichen in die 60er und 70er Jahre zurück. Ziel partizipativer Forschungsansätze ist es, durch die Einbeziehung Betroffener die Anwendbarkeit von Forschungsergebnissen zu verbessern. Gleichzeitig soll jenen Bevölkerungsgruppen, die oftmals geringe Möglichkeiten haben sich und ihre Meinungen öffentlich einzubringen, dadurch mehr Gewicht verleihen werden.
Durch diese Verbindung von Forschung und lebensweltlichen Erfahrungen der direkt Betroffenen soll die Authentizität und Qualität der Forschungsergebnisse erhöht und, im Falle partizipativer Forschung mit Kindern und/oder Jugendlichen, ein kinder- bzw. jugendzentrierter Blick ermöglicht werden. Zudem steigert der partizipative Ansatz die Identifikation der Betroffenen mit den Forschungsergebnissen. Innerhalb des Forschungsprojektes kann die Partizipation der Betroffenen von reiner Informationsweitergabe bis hin zur begleiteten Interpretation und Analyse der Ergebnisse sowie zur Entscheidung über Handlungsmaßnahmen reichen. Grundsätzlich gilt es daher vor jeder partizipativen Forschung abzuwiegen, in welchem Ausmaß partizipative Elemente in das Forschungsvorhaben aufgenommen werden und inwieweit der Aneignung von verschiedensten Kompetenzen der involvieren Kinder und/oder Jugendlichen im Rahmen der Forschungsarbeit Gewicht gegeben werden soll.
Sozialraumanalyse als Beispiel partizipativer Jugendforschung
Der Sozialraum ist der alltägliche Lebensraum von Menschen. Dabei definiert sich der Sozialraum über bestimmte sozialstrukturelle Verhältnisse, z.B. Wohnumwelt, Bevölkerung, soziale Einrichtungen und Kommunikation. Menschen beeinflussen ihren Sozialraum und umgekehrt. Sozialraumorientierte Jugendarbeit geht davon aus, dass die Beschaffenheit des Lebensumfeldes die Situation von Kindern und Jugendlichen prägt. Eine Sozialraumanalyse hilft, bedarfs- und problemorientiert zu planen und zu arbeiten. Vor diesem Hintergrund untersuchen in partizipativen Forschungsprojekten Kinder und/oder Jugendliche in ihrem Umfeld die Situation junger Menschen sowie Ressourcen und Schwächen des Sozialraums.
Dabei kann es im Einzelnen um Folgendes gehen:
die spezifische Darstellung kleinräumiger Strukturen, Probleme und Entwicklungsvorhaben,
die Klärung geeigneter Sozialraumzuschnitte (ab welcher Größenordnung geht der Lebensweltbezug verloren und inwieweit treffen offizielle Gebietsgliederungen faktische Lebenswelten?),
die Darstellung von sozialer Ungleichheit und Unterversorgungslagen,
die Ermittlung besonderer Bedarfsgruppen und vorrangiger Räume,
die Ermittlung von Ressourcen und Potentialen nachbarschaftlicher Hilfen, sozialer Netzwerke und bürgerschaftlichen Engagements,
die Schaffung einer Informationsbasis für lokale Aushandlungsprozesse und damit ein höheres Maß an Transparenz.

Innerhalb einer Sozialraumanalyse können unter anderem folgende Forschungsmethoden zum Einsatz kommen: Subjektive Landkarte, Objektive Landkarte, Strukturierte Sozialraumbegehung, Sozialraumtest, Interview mit ExpertInnen und Schlüsselpersonen, qualitatives Interview, Forscherauftrag, Autofotografie, Fragebogenerhebung, u.a.m. Sie alle dienen dazu, unter fachkundiger Anleitung die Betroffenen zu aktivieren und durch zielgruppenspezifisches Vorgehen qualitativ hochwertige Informationen zu erlangen.