Verschiedenes

Bundesfinale des Jugendredewettbewerbs

Redegewandte Süd- und NordtirolerInnen brillierten
Alle TeilnehmerInnen aus Tirol und Südtirol, v.l. 1. Reihe hockend: Anna Sophia Tschuggnall, Lea Riml, Julia Bachler, Hanna Musak, Maria Tirler, Johanna Ladner; v.l. 2. Reihe stehend: Peter Tirler, Julia Aleksic, Carina Prem, Fiona Raggl, Nicoletta Tosato, Daniela Redinger, Ingrid Gregori und Hannes Wieser – FOTO: bmfj/P. Feuersänger
Nach zahlreichen Schul- und Bezirksausscheidungen in Tirol und schließlich dem Landesfinale des Jugendredewettbewerbs in Innsbruck bzw. Bozen war es soweit: das Bundesfinale konnte losgehen.  Alle 63 mutigen und redegewandten Jugendlichen, jeweils die Landessiegerinnen bzw. Preisträgerinnen der Bundesländer aus ganz Österreich und Südtirol hatten einiges zu sagen: Es waren viele tolle Reden, in denen sie eine Menge spannende Fragen, interessante Denkansätze, mutige Positionen und berührende Erfahrungen darbrachten oder – in der Kategorie „Neues Sprachrohr“ – sogar mit kreativ-künstlerischen Auftritten die Jury und das Publikum zu überzeugen versuchten.
In ein nettes und unterhaltsames Freizeitprogramm zum Kennenlernen und Vernetzen waren die Bewerbe der unterschiedlichen Kategorien eingebettet.
Neun Mädchen aus Tirol und ein Trio aus Südtirol hatten sich auf Landesebene qualifiziert und mit ihren sehr hochwertigen Auftritten das Bundesfinale bereichert.
Besonders freuten wir uns über einige Stockerlplätze für Tirol: Im Rahmen der „klassischen Rede“ wurde je ein zweiter Platz errungen von Julija Aleksic von der Polytechnischen Schule Kufstein zum Thema „Schweigen war gestern - Mund auf für die Menschlichkeit!“ und von Lea Riml vom KORG Zams mit ihrer Rede über „Feminismus und Sexismus“.
Zudem überzeugten drei Mädchen die Jury derart, dass sie in ihrer Gruppe gewannen: Anna Sophia Tschuggnall vom Paulinum Schwaz zum Thema „Normalität“, Nicoletta Tosato von der BHAS Wörgl mit ihrer Rede zu „Wege durch die Pubertät und wie ich zu dem werde, der ich sein will“. Den dritten Sieg erlangte Johanna Ladner von der Fachberufsschule Landeck mittels ihrem Aufruf „Empört euch!“ nach Tirol bringen.
Auch Südtirol konnte durch Peter Tirler vom RG Albert Einstein in Meran einen dritten Platz in der Kategorie „Spontanrede“ mit nach Hause nehmen. Applaus!!!
Nach einer tollen Wienwoche mit vielen Erlebnissen und neuen FreundInnen aus ganz Österreich und Südtirol fuhr die neunköpfigeTiroler Mädchengruppe und das Südtiroler Trio gutgelaunt zurück.
Infos, Bilder und Ergebnisse vom Tiroler Landes- und Wiener Bundesfinale incl. einiger Reden der „Stockerlplätze“ unter

Verschiedenes

Jugendliche in Aktion

Was mich an Operation Daywork fasziniert
Zum ersten Mal treffe ich Operation Daywork (OD) im August 2011 in den Hügeln südlich von Hebron, Palästina. Ich lebe im Dorf At-Tuwani, wo OD das lokale Komitee des friedlichen Widerstands treffen und den örtlichen Kontext kennenlernen möchte. Ein Jahr später wurde dort das Peace Media Lab mit den Einnahmen des Aktionstages erbaut, Treffpunkt der Jugendlichen von At-Tuwani und Umgebung. Ich kennen diese Jugendlichen namentlich und sehe mit eigenen Augen, welche Veränderung diese solidarische Geste bewirkt hat.
2013 treffe ich im Pippo Stage in Bozen erneut auf OD. Die Mitglieder des Ausschusses haben einen Abend für Adopt Srebrenica organisiert, ein Gruppe von bosnischen Jugendlichen, die über ihr Bemühen, den Dialog zu fördern und ihre Stadt zu neuem Leben zu erwecken, berichten. Gespannt lausche ich ihren authentischen Geschichten über aktives Bürgertum.
Mein Interesse an OD ist geweckt und so nehme ich 2014 an ihrer Vollversammlung teil. Dort werden die KandidatInnen für den OD-Menschenrechtspreis vorgestellt und von den anwesenden Schüler/innen gewählt. Der/die PreisträgerIn wird im folgenden Schuljahr durch die Sensibilisierungskampagne und den Aktionstag unterstützt. Während der Diskussion wird sofort deutlich, welche bewusste und kritische Wahrnehmung der Entwicklungszusammenarbeit sich die Jugendlichen angeeignet haben: man diskutiert über Nachhaltigkeit, Solidarität, Entwicklung.
Die Entschlossenheit und das Bewusstsein der Jugendlichen, mit der sie die Entscheidungsprozesse und ihre Organisation leiten, beeindrucken mich. Tatsächlich sind es die Jugendlichen selbst, die den Preisträger wählen, die Sensibilisierungskampagne ausarbeiten und in den Schulen umsetzen, und Schüler­Innen motivieren am Aktionstag teilzunehmen. Wer könnte schließlich besser wissen, wie man Jugendliche am effektivsten erreicht, wenn nicht Gleichaltrige? Dass die Entscheidungen ausschließlich von Jugendlichen getroffen werden, erfuhr ich schließlich am eigenen Leib.
Mein Vorstellungsgespräch für die Stelle als OD Koordinatorin führte ich mit zwölf Jugendlichen, die mich auf Herz und Nieren prüften. Aber funktioniert das Konzept, den Jugendlichen die Entscheidungsgewalt zu übertragen? Funktioniert Operation Daywork? Die Zahlen sprechen für sich: 2016/2017 haben wir mit unserer Sensibilisierungskampagne über 2.500 SchülerInnen erreicht und zirka 500 SchülerInnen zur Teilnahme am Aktionstag motiviert – ein Erfolgsrezept, das sich seit mittlerweile neun Jahren wiederholt.
Im Schuljahr 2017/2018 wird sich unsere Sensibilisierungskampagne um den diesjährigen OD Menschenrechtspreisträger, die ONG AVOSAH drehen. Eine Organisation aus dem Benin, die sich gegen den Menschenhandel und die Ausbeutung von Minderjährigen einsetzt und unter Einbeziehung der Jugendlichen vor Ort die Entwicklung der örtlichen Gemeinde fördert.
Ich freue mich auf ein neues OD-Jahr mit neuen Herausforderungen und auf den Austausch mit den SchülerInnen, die mir in den letzten Jahren beeindruckende LehrerInnen waren.
Alessandra Volani
Campaign Manager und OD Koordinatorin Trentino