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Nr. 5 | 2016

Kunst und Kultur

Brauchen Jugendkulturen strukturelle Unterstützung?

Brauchen Jugendkulturen strukturelle Unterstützung?
Jugendkulturarbeit - Ein Bericht aus der Praxis
Konzert von IlluminataKonzert von Illuminata
FOTO: Guenter Floeck

Im April dieses Jahres fand in der Steiermark die Tagung „Jugend- und Soziokulturarbeit als Bildungsarbeit“ statt. Als Jugendkulturarbeiter des „Jugendkulturzentrums Explosiv“ in Graz behandelte ich die Fragen „Brauchen Jugendkulturen überhaupt strukturelle Unterstützung? Sollen Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit Ressourcen zur Verfügung stellen oder funktionieren Jugendkulturen ohnehin selbstständig?“
Zuerst möchte ich voraus schicken, dass Jugendkulturen natürlich nicht von der Jugendarbeit oder der Kulturarbeit erfunden werden. Alle uns bekannten Jugendszenen / Jugendkulturen gingen auf eine kleine Anzahl Jugendlicher zurück, denen sich später andere anschlossen. Wenn sich diese Kulturen, bis auf einige Ausnahmen, meist mit Hilfe von spezifischer Musik, Dresscodes und Symbolen genügend verbreitet haben, schlägt die Marktwirtschaft zu und aus den meisten ehemaligen Jugend-Subkulturen wird der sogenannte „Mainstream“.
Warum soll die Offene Jugendarbeit nun kulturell interessierte Jugendliche mit Ressourcen / Strukturen unterstützen, wenn sich ohnehin der Markt darum kümmert?
Im Jugendkulturzentrum Explosiv unterscheiden wir einfachheitshalber zwischen den „passiven“ und den „aktiven“ Jugendlichen. Die „passiven“ sind diejenigen, welche szenespezifische Konzerte oder andere Veranstaltungen besuchen, Szene-Outfits tragen, sich Szenen-Codes bedienen und sich zumindest in irgendeiner Form einer Szene zugehörig fühlen, aber nicht kreativ tätig sind. Wir könnten diese auch kurz „KonsumentInnen“ nennen. Die „aktiven“ Jugendlichen sind Bandmitglieder, DJs, Graffiti-Künstler und -Künstlerinnen, Licht- und Videodesignerinnen und -designer etc. Hier einige Argumente, die sich für eine Unterstützung von jugendkulturell engagierten Jugendlichen anbieten, die eher der „passiven“ Gruppe angehören:
Diesen Jugendlichen kann man Räume zur Verfügung stellen, welche für zumindest kleine Veranstaltungen geeignet sind. In Zeiten, in denen der Konsum herrscht, wäre es wichtig neben dem normalen „Offenen Betrieb“ eines Jugendzentrums eben auch kulturelle Angebote gratis oder für die „kleine Börse“ anzubieten. Da viele Jugendliche kaum mehr das Geld zur Verfügung haben, ihre kulturellen Bedürfnisse vollständig zu befriedigen, sehe ich es als Aufgabe der Offenen Jugendarbeit an, sie dabei zu unterstützen. Die Jugendlichen können sich mit Gleichgesinnten in einem Umfeld treffen, welches nicht von marktwirtschaftlichen Kriterien bestimmt wird und keinen Konsum vorschreibt. Es stellt somit eine Alternative zu allem dar, was sie bisher in ihrem „Jugendkultur-Leben“ bei diversen Großveranstaltungen kennengelernt haben. Weiters könnten diese Jugendzentrumsbesucherinnen und -besucher auch mitentscheiden, was es so alles an kulturellen Angeboten geben sollte. Damit hätten wir bereits eine Form von Beteiligung, welche wir in der Jugendarbeit ohnehin immer wieder anstreben. Auf diese Art kann auch das Vertrauen zwischen Jugendlichen und JugendarbeiterInnen gestärkt werden. Und dort, wo Vertrauen und ein „sich heimisch Fühlen“ herrschen, beginnt die Beziehungsarbeit - eine der wichtigsten Methoden der Offenen Jugendarbeit überhaupt.
Das Explosiv arbeitet mit dieser Klientel, seit der Spezialisierung zum Jugendkulturzentrum vor 22 Jahren, ziemlich erfolgreich. Bei kulturellen Veranstaltungen werden freiwillige Jugendliche hinter der Bar, als OrdnerInnen und Licht- und TontechnikerInnen eingesetzt. Natürlich werden die Jugendlichen unterwiesen und bei ihren Aufgaben betreut, sie lernen bei diesen Diensten sowohl handwerkliche als auch soziale Kompetenzen, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, lernen den Unterschied zwischen „Dienst ist Dienst und Bier ist Bier“ und können so in Anforderungen eines zukünftigen Berufslebens gewissermaßen „hineinschnuppern“. Gar nicht selten wurden aus einigen der „passiven“ Jugendlichen plötzlich „aktive“. Von diesen wiederum arbeiten ein paar ehemalige Burschen und Mädchen nun berufsmäßig im Licht- und Tontechnikbereich.
Nun einige Argumente, die sich für eine Unterstützung von „aktiven“ Jugendlichen von Jugendkulturszenen anbieten:
Gar nicht so wenige Jugendliche gründen eine Band, möchten gerne als DJs hinter den Turntables stehen, schreiben Texte oder rappen. Diese brauchen Unterstützung in Form von Veranstaltungsräumen, Bühnen, Proberäumen, leistbare Tonstudios, aber auch die Unterstützung von Fachpersonal wie Bühnen-, Ton- und LichttechnikerInnen. AnfängerInnen haben es gerade in Österreich besonders schwer. Vom freien Markt bekommt man weder genügend Auftrittsmöglichkeiten noch einen Plattenvertrag oder andere Engagementmöglichkeiten. Nicht einmal der staatliche ORF schafft es mit unseren Zwangsbeiträgen junge KünstlerInnen ausreichend zu unterstützen. Und da wäre wieder die Offene Jugendarbeit gefragt. Junge Kulturschaffende brauchen die Möglichkeiten sich vor Publikum zu probieren und dabei Erfahrungen zu sammeln. Dabei spielt es für die Offene Jugendarbeit eine untergeordnete Rolle, ob diese Jugendlichen irgendwann einmal von ihrer Kunst leben können. Wichtiger erscheint es, dass sie mit Hilfe ihrer kulturellen Äußerungen tägliche Probleme bearbeiten, Aggressionen los werden und ihre Meinungen vor Publikum von der Bühne herab anbringen können. Als Mitglieder von Bands oder Theatergruppen lernen Jugendliche zum Beispiel Teamfähigkeit, Genauigkeit und Pünktlichkeit sowie andere Fertigkeiten, die man im späteren Leben ganz gut gebrauchen kann. Für mich besonders wichtig und erwähnenswert ist, dass Jugendkulturarbeit eine gute Möglichkeit ist, vor allem politischem Extremismus vorzubeugen und dieses auch zu bekämpfen. Wenn man Jugendkulturen bzw. wichtige in den jeweiligen Szenen anerkannte Personen / Gruppierungen unterstützt, welche sich von Gewalt, Sexismus und Rassismus distanzieren, können sich diese Einstellungen auf andere, den Szenen nahe Jugendliche ausbreiten. Die Extremisten-Szenen wie die Rechtsextreme / Neonazi oder Dschihadisten zeigen uns vor, wie es geht. Sie unterstützen politisch extreme Szenen/ Bands/ Rapper/ DJs und benutzen sie erfolgreich, um ihre jeweiligen Botschaften an Jugendliche heranzubringen. Die Offene Jugendarbeit hätte dabei die Möglichkeit gegenzulenken.
Kurz zusammengefasst
Jugendkulturarbeit bedeutet besonders: Empowerment, Beziehungsarbeit, Aufzeigen von Alternativen, Bildungsarbeit, Förderung von Kreativität, Erlernen und Schärfen verschiedener Skills, politische Arbeit. Dazu benötigt die Jugendkulturarbeit räumliche und personelle Ressourcen, mit anderen Worten: erhöhte finanzielle Mittel durch die „Öffentliche Hand“!
Rene Molnar
Jugendkulturzentrum Explosiv in Graz
Kunst und Kultur

Graffiti: die Kunst der Rebellion

Graffiti: die Kunst der Rebellion
Graffitis repräsentieren seit ihren ersten Erscheinungen in den 60-er Jahren nicht nur eine Form von Straßenkunst und einen Ausdruck urbaner Jugendkultur, sondern auch ein kreatives Mittel des kulturellen Aufruhrs, der sozialen Rebellion und des politischen Widerstandes. Es gibt zahlreiche historische Momente, in denen die Rolle von Graffitis als Instrument des politischen Kampfes ersichtlich wird: Ich möchte in drei Beispielen zeigen, wie wirksam und politisch relevant diese Ausdrucksform werden kann.
Chile
Der Putsch von 1973 in Chile stürzte die sozialistische Regierung von Salvador Allende und mündete in ein brutales Militärregime unter der eisernen Hand von Augusto Pinochet. Nach 15 Jahren Terror kam es 1988 zu einem Referendum über Pinochets Anspruch, bei der im darauf folgenden Jahr stattfindenden Präsidentenwahl als einziger Kandidat anzutreten. Die Kampagne zur Volksabstimmung erfolgte unter völlig unfairen und keinem Kriterium des gleichberechtigten Medienzugangs entsprechenden Bedingungen, weshalb den politischen WidersacherInnen des Regimes geringe Möglichkeiten für eine wirksame Kommunikationsstrategie übrig blieb (im Laufe der Kampagne wurde der Opposition lediglich eine tägliche 15-minütige Sendezeit im Staatsfernsehen gewährt, in der ein Werbespot mit dem Logo eines stilisierten Nein mit Regenbogenfarben im Hintergrund erschien).
Gleichzeitig wurde der politische Konflikt auch auf den Wänden der Städte ausgetragen, wo sich die AnhängerInnen der gegenüberstehenden Fronten durch Anfertigung von Graffitis eine Schlacht der Kreativität und des Einfallsreichtums lieferten. Diese Form von Straßenkunst, in der die politische Botschaft natürlich vor den ästhetischen Ansprüchen der Zeichnungen im Vordergrund stand, gab den GegnerInnen der Diktatur ein Instrument des politischen Kampfes, das die Kontrolle über die traditionellen Kommunikationsmittel zu umgehen vermochte. Pinochet verlor das Referendum und wurde 1990 vom chilenischen Volk definitiv abgewählt.
Nicaragua
Ähnliches geschah in Nicaragua. Anastasio Somoza war von 1967 bis 1972 und von 1974 bis 1979 Präsident von Nicaragua und für eine der brutalsten Militärdiktaturen Lateinamerikas verantwortlich. Die sandinistische Opposition gewann unter seiner Herrschaft zunehmend an Popularität, bis der Konflikt letztendlich in einen Bürgerkrieg ausartete, der ungefähr 30.000 Menschen das Leben kostete. Während der Revolution von 1979 fertigten Zugehörige des Frente Sandinista de Liberación Nacional, meistens nachts, Graffitis mit expliziten politischen Botschaften an verschiedenen Gebäuden und Mauern der wichtigsten nicaraguanischen Städte an. Der Zugang zu Presse, Radio und TV war ihnen verwehrt, weshalb Graffitis zum einzigen Instrument der Massenkommunikation wurden. Am 17. Juli 1979 wurde Somoza gestürzt.
Palästina
Ein weiteres Beispiel finden wir entlang der Segregationsmauer, die in Palästina die West Bank vom israelischen Territorium abtrennt. 2002 begann die israelische Regierung mit deren Konstruktion, heute verriegelt sie mit ihren knapp 760 km fast die Gesamtheit der besetzten Territorien westlich des Jordans. Die Sperranlage repräsentiert somit die physische, ökonomische und kulturelle Absonderung eines militärisch unterlegenen Volkes, bietet aber gleichzeitig auch die ideale Nutzfläche für die Anfertigung von politisch geprägten Graffitis, von denen einige bereits internationalen Widerhall gefunden haben. Die wohl bekanntesten sind die des britischen Street­art-Künstlers Banksy, die an mehreren Stellen der Trennmauer zu sehen sind und auf überaus eindrucksvolle, kreative und frappierende Weise dem Widerstand des palästinensischen Volkes Ausdruck verleihen. Aber auch weniger bekannte Künstler haben hier im Laufe der Jahre Kunst und Rebellion in Form von Graffitis verbunden. Der junge Araber Yousef Najimeddien hatte zum Beispiel die Idee, auf Auftrag persönliche Nachrichten aus der ganzen Welt auf die Mauer zu sprayen, womit er in relativ kurzer Zeit mehrere Kilometer grauer Wand mit mehr als tausend Botschaften übersäte. Die Inhalte der Texte sind zwar meist unpolitisch und vom Nahostkonflikt losgelöst, erreichen aber gerade deshalb eine Vielzahl von Menschen, die sich sonst kaum dafür interessieren würden. In Nordirland, Südafrika, Ägypten und vielen anderen Ländern wurden und werden immer noch Graffitis als gewaltlose Waffe gegen Diktatur, Ausgrenzung und Unterdrückung eingesetzt. Die geradezu unbegrenzten kreativen wie auch logistischen Möglichkeiten verleihen dieser Kunstgattung nämlich einen besonderen Status: Graffitis als politisches Medium kennen keine Grenzen, sie sind aufrührerisch und subversiv. Man könnte sie somit als Kunst der Jugend, als ewig jung bleibende Kunst bezeichnen. Weshalb sie ihr revolutionäres Wesen nie verlieren und auch in Zukunft Mauern in aller Welt mit Leben und Hoffnung bemalen wird.
Gianluca Battistel
Mitarbeiter im Amt f. Jugendarbeit
Kunst und Kultur

Jugend trifft Kunst

Jugend trifft Kunst
Ein Interview mit der Vizedirektorin des Kunstgymnasiums Cademia St. Ulrich zum Spannungsbogen Jugendliche und Kunst
Jugendliche im Theater, in Kunstausstellungen und Konzertsälen findet man eher selten. Wie kunst- interessiert sind Jugendliche Ihrer Meinung?
Aus meiner beruflichen Erfahrung mit den Schülern und Schülerinnen des Kunstgymnasiums kann ich sagen, dass Jugendliche wohl kunstinteressiert und offen für Neues sind. Sie besuchen gerne Kunstausstellungen, Konzerte, Musicals und Theater.
Es hängt aber auch viel von den Eltern ab, was sie mit ihnen in der Kindheit unternommen haben, auch vom persönlichen Umfeld, von Freunden und vom kulturellen Angebot. Oft ist es so, dass die Eltern ihre Kinder mehr zu sportlicher Aktivität bringen als zu kulturellen Veranstaltungen. Durch die schnelle Modernisierung der Gesellschaft sind heute die Erwartungen an die Jugendlichen in der Schule sehr hoch und es bleibt ihnen oft wenig Zeit für eigene Interessen und für die Muse.
Jugendliche lernen bei Aufführungen und in Ausstellungen einen Ort der Freiheit kennen, in dem das Kunstwerk in sich respektiert wird und den BesucherInnen die Möglichkeit zu eigenem Denken gibt. Die Ausstellung ist Training für die Wahrnehmung und Basis für die eigene Zukunft der Jugendlichen. Dadurch sehen sie verschiedene Arten und Ebenen der Interpretation eines Werkes durch geschickte Gegenüberstellungen.
Welche Kunst interessiert Jugendliche der heutigen Zeit bzw. spricht jugendliche KünstlerInnen an?
Die Jugendlichen sehnen sich und suchen nach einem eigenen Raum, mit eigener Symbolik, nach Identität in einem stabilen Milieu. Sie interessieren sich für Historisches und leiten dabei gerne neue Richtungen nach ihren Vorstellungen ab.
Mit besonderem Einfühlungsvermögen und Widersprüchen erarbeiten sie mit künstlerischen Mitteln neue Ideen und holen sich Ideen aus den neuen Medien.
Sie holen auch aus der Renaissance, dem Expressionismus, der Dada und Pop-art gerne technische und ästhetische Anregungen. Sie suchen neue Wege und äußern sich in zeitgenössischen Bildern, Malereien, Plastiken, Skulpturen, Objekten, Streetart, Bodyart, Comic, Fotografie und Videoanimation, Fotorealismus, Computerkunst, Performance, Mode, Tanz und Musik, Techno, Rock, Pop, Jazz, Blues und im Schreiben.
„Die Kunst ist frei, kennt keine Gesetze und Verbote.“
Ist Kunst ein verstaubter Begriff oder sehen Jugendliche ihr kreatives Tun auch als Kunst?
Jugendliche sehen ihr kreatives Schaffen als Kunst. Dabei sehen sie darin Freiheit, Zauber und Spiel. Bei den meisten ist der Begriff Kunst nicht verstaubt, sie verbinden gerne die Geschichte, Kultur und Freizeit und entwickeln daraus ihre neue Sichtweise.
Sie verstehen den Begriff Kunst in einem breiteren Sinne und Kontext, als wir es gewohnt sind.
Was brauchen Jugendliche, um künstlerisch tätig zu werden oder zu Kunst einen Zugang zu bekommen?
In der heutigen Zeit haben die Jugendlichen viel mehr Möglichkeiten sich zu entfalten. Schon ganz früh werden sie mit Spielzeug, technischen Aufgaben und vielen Informationen gefördert. Außerdem haben sie im Vergleich zu früher viel mehr Raum und deshalb Entfaltungsmöglichkeiten. Sie brauchen aber eine ganzheitliche Förderung, ein Gefühl für Formen und Farben in der Natur, von der wirklichen Welt, von Düften und Lauten.
Jugendliche brauchen eine Begleitung mit offenen Gesprächen in ihrem Ent­decken und in der Erlernung der traditionellen und neuen Techniken.
Sie brauchen geeignete Räumlichkeiten, kreativen Freiraum für künstlerisches Schaffen, Zugang zu Materialien, Künstler-Ateliers und Ausstellungen. Dabei spielen der Spaßfaktor und die Unterhaltung etwas Neues auszuprobieren oder zu entdecken eine große Rolle.
Von uns brauchen sie Respekt und Anerkennung ihrer Arbeiten und wir sollten sie nicht unter Druck setzen.
Inwieweit gelingt es jungen KünstlerInnen mit ihren Werken politische Botschaften zu ermitteln der wollen sie das nicht?
Im Allgemeinen hinterfragen junge KünstlerInnen eingeschliffene gesellschaftliche Normen. In bewusst gelebten Begegnungen mit Politik, Journalismus, KriegsreporterInnen, erfahren sie Situationen besonders stark, es berührt sie sehr.
Leider ist aber die politische Bildung eher mangelhaft, deshalb tun sich Jugendliche schwer, sich politisch zu orientieren und sich dann zu äußern. Sie würden sich gerne auch auf besondere Art künstlerisch ausdrücken, haben aber nicht die nötigen Informationen.
Politisches kann in ihren Werken sein. Sie reagieren sehr feinfühlig auf Ereignisse in der Welt. Einige sind engagiert und äußern ihre Meinung gerne in ihren Arbeiten. Sie sind aufgeschlossen, möchten sich frei fühlen und frei entscheiden können. Sie haben politische Ideale und leben in der Hoffnung, dass durch Veränderungen in der Politik, im Sozialen und zum Schutz der Natur und Umwelt etwas zu Gunsten der Allgemeinheit geschieht.
Nur die Orientierungslosigkeit macht ihnen zu schaffen. Sie suchen nach Werten, Tätigkeit, Vertrautheit und Transparenz. Sie haben eine Sehnsucht nach ethischer Qualität in der Gesellschaft und nach Dauerhaftigkeit.
Thea Blaas

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