Helfen ohne Grenzen

Helfen ohne Grenzen

Bericht | 2016

Schulen und Heime
Was wir tun
Jedes Kind sollte das Recht auf Schulbildung haben. Deshalb haben wir auch 2016 unsere 5 Ray of Hope Schulen weitergeführt. Dadurch konnten 1.531 Kinder zur Schule gehen, die sonst wahrscheinlich auf der Straße wären.

Kinder, deren Eltern sich illegal in Thailand aufhalten, haben kein Anrecht auf den Besuch einer thailändischen Schule. Viele Kinder von Migranten können auch kein Thailändisch, da Burmesisch eine eigene Sprache mit einem eigenen Alphabet ist.

Diesen Kindern ist nicht nur der Zugang zu Bildung und damit zu einer besseren Zukunft verwehrt. Sie sind auch sämtlichen Gefahren der Straße ausgesetzt: Menschen- und Organhandel, Kindesmissbrauch, Drogenmissbrauch und Kinderarbeit. Deshalb ist es so wichtig, dass diese Kinder zur Schule gehen können. Es ist ihre einzige Chance auf eine bessere Zukunft.

In unseren Schulen sorgen wir auch für die Lehrer. 73 Lehrer erhielten 2016 durch uns einen sicheren Job, einen Ausweis und eine Aufenthaltsgenehmigung. Sie sind beim thailändischen Unterrichtsministerium registriert, leben legal in Thailand und sind so vor einer möglichen Verhaftung und Abschiebung geschützt.

Wir organisieren regelmäßig Weiterbildungen für unsere Lehrer und unsere Schuldirektoren. So stärken wir die pädagogischen Fähigkeiten der Lehrer und die buchhalterischen Kenntnisse der Schuldirektoren.

Wir unterstützen auch drei Schülerheime für 104 Kinder. Zwei Heime sind unseren Ray of Hope Schulen angeschlossen (Parami und Ah Yone Oo), ein Heim befindet sich im Flüchtlingslager Mae La. Die Heime bieten Waisenkindern oder Kindern aus besonders bedürftigen Familien einen beschützten Platz zum Leben. Im Heim werden sie behütet, verpflegt und können sich ganz auf ihre Schulbildung konzentrieren.
Beschreibung Anzahl Schüler Lehrer
Ray of Hope Schulen 5 1.531 73
Schülerheime 3 104
In und um Mae Sot gibt es insgesamt 68 Migrantenschulen. Dank der großzügigen Unterstützung durch die Region Trentino-Südtirol konnten wir all diese Schulen mit Schulmaterialien ausstatten. Wir versorgten knapp 15.000 Kinder mit Heften, Stiften, Spitzern und Linealen. Für uns ist das eine große logistische Herausforderung – für die Schulen eine überaus wertvolle Hilfe.
Unsere Ziele
Jedem Kind - unabhängig von Geschlecht, Religion und Ethnizität – den Zugang zu Bildung zu ermöglichen;

Kinder vor Menschen- und Organhandel, Prostitution, Kindesmissbrauch, Drogenmissbrauch und Kinderarbeit zu schützen;

Die Situation illegaler Kinder in Thailand verbessern und ihnen Wege für die Zukunft zu eröffnen;

Die Kompetenz unserer Lehrer kontinuierlich zu verbessern;

Waisenkindern oder verstoßenen Kindern in den Schülerheimen ein sicheres Zuhause und Geborgenheit zu bieten;

Mit den Bildungsministerien in Thailand und Myanmar eng zusammenarbeiten, damit diese die Schulabschlüsse der Migrantenschulen anerkennen.
Unsere Schulen im Überblick
Parami Schule
Mit ihren 600 Schülern und 29 Lehrern ist die Parami unsere größte Schule. Die Schulstufen reichen vom Kindergarten bis zur 10. Klasse. Der Name „Parami“ bedeutet „Fähigkeiten“. Tatsächlich ist die Parami eine wahre Schule der Fähigkeiten, da sie viele innovative Ideen umsetzt.

Wir unterstützen die Schule seit 2009. Seit sechs Jahren leitet die Kanadierin Megan Irving die Schule. Vor zwei Jahren haben wir einen Montessori-Kindergarten in der Schule eingerichtet, in dem speziell ausgebildete Kindergärtner 80 Kinder unterrichten.

Die Schule befindet sich relativ zentral in Mae Sot und ist leicht erreichbar. Da es eine der wenigen Schulen ist, die höhere Schulstufen anbietet, kommen die Kinder aus der weiteren Umgebung. Die Eltern arbeiten in den nahegelegenen Fabriken, aber auch auf den weiter entfernten Feldern oder verdienen ihr Geld als Tagelöhner.

Jeder kennt die Schule, da hier oft große Veranstaltungen wie Fußballturniere, Abschlussprüfungen oder Weiterbildungen stattfinden. An Nachmittagen und Wochenenden werden zudem berufsbildende Kurse wie Nähkurse für die älteren Schüler angeboten.

Das angeschlossene Schülerheim bietet 41 Waisenkindern und bedürftigen Kindern einen geschützten Platz zum Leben.
Ah Yone Oo Schule
Die Schule wurde 2005 gegründet und wir unterstützen sie seit 2009. Der Name „Ah Yone Oo“ bedeutet Morgendämmerung und steht somit für einen positiven Start. Die Schule liegt etwas außerhalb von Mae Sot nahe dem Viehmarkt.
Die Schule hat knapp 150 Schüler, die von 7 Lehrern vom Kindergarten bis zur 8. Schulstufe unterrichtet werden. Die Kinder stammen aus den ethnischen Volksgruppen Karen, Burmesen und Mon. Die Eltern der Schüler verdienen ihr Geld in den etwas weiter entfernten Fabriken, als Landarbeiter, Tischler oder Tagelöhner. Die Familien leben nahe der Schule unter sehr armen Bedingungen.

Außerdem leben 13 Kinder im Schülerheim. Hauptsächlich Straßenkinder und verstoßene Kinder erhalten ein sicheres Dach über dem Kopf und regelmäßige Mahlzeiten. Es herrscht eine sehr liebevolle und fördernde Atmosphäre. Man erkennt an jedem Detail die sorgende Hand der Schulverantwortlichen.
Ah Yone Thit Schule
Die Schule existiert seit 2005, wir unterstützen sie seit 2006. 2013 hat eine ehemalige Lehrerin der Ah Yone Oo Schule die Leitung übernommen und sie in „Ah Yone Thit“ umbenannt. Der Name bedeutet „ein neuer Anfang“. Und gewissermaßen war dem auch so, da die Schule in diesem Jahr umziehen musste. Nun befindet sie sich in einer ländlichen Gegend etwas außerhalb von Mae Sot. Die Eltern der Schüler arbeiten vorwiegend auf den umliegenden Feldern als Tagelöhner und verdienen nur sehr wenig.

Das neue Gebäude bietet reichlich Platz für die 99 Schüler und 6 Lehrer. In der regenfreien Zeit nutzen die Lehrer den großzügigen Garten, um den Unterricht im Freien abzuhalten. Die Schule hat zudem einen Garten, ein Pilzhaus und zieht einige Schweine und Hühner auf.
New Day Schule
Vor allem Kinder von Fabrikarbeitern unterschiedlichster ethnischer Gruppen (Burmesen, Karen, Rakhine und Kachin) besuchen die New Day Schule. Sie ist mit knapp 400 Schülern und 17 Lehrern eine unserer größten Ray of Hope Schulen. Die Schulstufen reichen vom Montessori-Kindergarten bis zur 8. Klasse.

Die Schule existiert seit 2006 und befindet sich nahe dem Grenzfluss zu Myanmar. Seit 2008 unterstützen wir die Schule. Damals wurden nur 100 Schüler unterrichtet. Seit der Gründung ist die Anzahl der Schüler jährlich gestiegen, da in der Umgebung mehr Fabriken gebaut wurden und mehr Arbeiter in die Gegend zogen.
KM 42 Schule
Die Grundschule “KM 42”, früher bekannt als „Best Friend“ Schule, wurde 2007 gegründet und befindet sich 42 km südlich von Mae Sot im Bezirk Phop Phra. Seit 2008 unterstützen wir die Schule. Knapp 300 Schüler werden von 14 Lehrern vom Kindergarten bis zur 5. Schulstufe unterrichtet.

Die Gegend in Phop Phra ist geprägt von der Landwirtschaft. Die meisten Eltern der KM42 Schüler arbeiten auf den Feldern und ernten landwirtschaftliche Produkte wie Reis, Mais, Bohnen, Zuckerrohr, Rosen und andere Gemüse- und Obstsorten. Dies ist auch der Grund, warum viele Kinder die Schule abbrechen, da sie den Eltern bei der Ernte helfen müssen, um das Einkommen der Familie zu sichern. Zudem ziehen die Eltern je nach Ernte zu den verschiedenen Grundbesitzern und nehmen ihre Kinder natürlich mit. Leider werden die Kinder dann oft nicht in einer neuen, näheren Schule wieder eingeschrieben und verlieren somit ein ganzes Schuljahr.
Tha Kaw Kla Schülerheim im Mae La Flüchtlingslager
Dieses Heim befand sich ursprünglich im Karen-Staat in Myanmar und musste aufgrund der Gefechte ins Mae La Flüchtlingslager nach Thailand umziehen, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten.

Die Zahl der Heimschüler beläuft sich auf 50 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 22 Jahren. Wir finanzieren seit einigen Jahren einen kleinen Teil der laufenden Kosten (Elektrizität), einen Teil der Grundnahrungsmittel (hauptsächlich Gemüse), Schuluniformen, Schulmaterialien und Hygieneartikel. Die Zukunft des Schülerheims ist ungewiss, da die thailändische Regierung die insgesamt neun Flüchtlingslager entlang der Grenze in den kommenden Jahren schließen wird.

Dankeschön!
Im Namen aller Kinder und ihrer Familien möchten wir unseren Spendern und Paten aus ganzem Herzen danken. Ohne diese großzügige Unterstützung hätten mehr als 1.500 Kinder 2016 keine Schule besuchen können.

Unser Dank gilt: ACS Data Systems AG, Axel und Sabine Senftleben, Bio Südtirol Landwirtschaftliche Genossenschaft, Caroline Capito, Familie Bartoli, Hans Augschöll, Kunstdünger GmbH, Nordwal AG, Olivia Guevarra, Sibylle Keim, Völser Robert Maschinenbau, Wolf Fenster AG. 68 Migrantenschulen und 15.000 Kinder wurden von der Region Trentino-Südtirol mit Schulmaterialien versorgt.

2016 haben wir 200.821 € oder 34,6% der Gesamtausgaben in unsere Schulen und Heime investiert.