Aktuell

Trotzdem schön

Tipps für die Schönheitspflege während der Chemotherapie

Die Sauerstoffbehandlung dauert etwa 20 MinutenDie Sauerstoffbehandlung dauert etwa 20 Minuten

Krankheit und vor allem die Krebstherapie wirken sich auf das Äußere aus. Gerade für Frauen ist dieser Aspekt sehr schwer zu ertragen. Dass wer krank ist, nicht auch krank aussehen muss, zeigt eine Initiative des Bezirks Überetsch Unterland.
S ich selbst gerne haben“ und „Man kann sich nie genug Gutes tun“ heißt die Initiative. Die Grundidee: Auch oder gerade während der Chemotherapie soll man sich und seinem Körper Gutes tun. Und gerade in dieser Phase ist es wichtig, dass man sein Äußeres akzeptieren kann. Wenn die Haare ausfallen und die Haut auf die Chemotherapie mit Flecken reagiert, gibt es Möglichkeiten dennoch attraktiv zu sein. Welche, hat Schönheitspflegerin Luana den zwölf Teilnehmerinnen des kleinen Schönheitsseminars am Sitz der Krebshilfe in Neumarkt am 22. Mai gezeigt. Auch im Bezirk Meran ist im vergangenen Jahr mit Erfolg ein Schminkkurs für Frauen während der Chemotherapie durchgeführt worden.
Immer noch ist die Chemotherapie ein besonders delikater Moment der Krebstherapie, der das Äußere der Patienten sehr verändern kann. Vor allem der Verlust der Haare ist für viele Frauen ein Trauma. Gemeinsam mit Modell Rosa hat die Kosmetikerin Luana den Teilnehmerinnen gezeigt, dass frau trotz allem auch in diesem delikaten Moment attraktiv sein kann. Gewusst wie!
Luana hat den Teilnehmerinnen an Rosa vorgeführt, wie das Gleichgewicht der Haut und ein gleichmäßiger Teint mit Hilfe von Sauerstoff wiederhergestellt werden können. Schon nach 20 Minuten ist die Haut gleichmäßiger, die roten Flecken bilden sich zurück. Die Augen sind weniger rot und weniger geschwollen.
Gezeigt hat sie auch, wie man mit einem geschickten, aber sehr dezenten Makeup verloren geglaubte Schönheit wieder zurückholen kann. Zum Abschluss hat Luana auch Tipps für die Wahl der richtigen Perücke gegeben. Damit alles so natürlich wie möglich aussieht und sich die Betroffene in ihrer Haut und mit ihren Haaren wohl fühlt. Die zwölf Teilnehmerinnen waren sich einig: Eine solche Veranstaltung soll wiederholt werden!

Zum Schluß der entgültige Schliff: und niemand erkennt die Symptome der Krankheit.Zum Schluß der entgültige Schliff: und niemand erkennt die Symptome der Krankheit.


Intern

Ein sicheres Netz auf allen Wegen

Die Landesversammlung der Südtiroler Krebshilfe

Netz ist ein Modewort. Netzwerk, vernetzen, im Netz sein, networker. Wie wichtig und wie konkret ein Netz tatsächlich sein kann, zeigte die Landesversammlung der Südtiroler Krebshilfe im vergangenen April in Bozen.
Unser Netz ist dehnbar, aber es ist engmaschig gestrickt“, betonte die Landespräsidentin Ida Schacher Baur bei ihrer Eröffnungsrede. Ein Netz, das Betroffene und Angehörige auffängt, ein Netz, das sich über das ganze Land erstreckt. „Ein Netz, bei dem niemand durchfällt, stets vor Ort und nah an den Menschen sind wir.“ Die Krebshilfe ist aber auch ein Netz, das sich anderen öffnet, mit anderen vernetzt, Kooperationen eingeht, betonte Ida Schacher.
Wie weit dieses Netz reicht, zeigte nicht zuletzt die lange Liste der Ehrengäste: Landesrätin Martha Stocker, SVP-Frauenreferentin und Kammerabgeordnete Renate Gebhard, Bozens Bürgermeister Gigi Spagnolli, Martin Telser, Vorsitzender des Dachverband für Soziales, Dr. Petra Obexer vom Tiroler Krebsforschungsinstitut, Dr. Helmut Amor und Dr. Paolo Bonvicini vom Ärztebeirat der Krebshilfe, Ulrich Seitz, Leiter des Amts für Krankenhäuser…
Den Vorsitz der Landesversammlung übernahm Renate Gebhard, der Südtiroler Schauspieler, Sprecher und Journalist Günther Götsch hatte die Aufgabe, den Jahresbericht der Krebshilfe in Szene zu setzen. Aufgabe, der er nach den Grußworten der Ehrengäste gewandt und mit Hilfe eines Kleiderständers nachkam.
Bei einer Landesversammlung wird Rückblick gehalten und es werden Zahlen genannt. Die Krebshilfe beweist Jahr für Jahr, dass Zahlen alles andere als langweilig sind. Günther Götsch verpackte sie sinnbildlich in Netze und hängte eines nach dem anderen an seinen Kleiderständer, Symbol für eine feste Stütze wie sie auch die Krebshilfe ihren Mitgliedern ist.
Mitglieder zählte die Krebshilfe am vergangenen 31. Dezember 2014 9.181, davon 3.227 betroffene Mitglieder und 5.954 fördernde Mitglieder. Letztere machen zwei Drittel der Gesamtmitglieder aus. Im vergangenen Jahr wurde ein Zuwachs von 344 neuen Mitgliedern verzeichnet, 111 fördernde und 133 ordentliche Mitglieder. Günther Götsch hängte für sie ein Netz mit Kegeln an den Ständer.
Im vergangenen Jahr waren Neuwahlen angesagt. Neue Bezirksausschüsse, ein neuer Zentralvorstand und eine neue, ideenreiche und schwungvolle Landespräsidentin, Ida Schacher Baur, der auch ein Netz von Götsch überreicht wurde.
Es gab viel in Netze zu verpacken: Ein neues Faltblatt zur Vorsorge, 2.710 Dienstleistungen für die Mitglieder, 437 Betroffene, die das Angebot zur Lymphdrainage wahrgenommen haben und 6.818 Therapiestunden der Physiotherapeuten in den Ambulatorien von Völs, Bozen, Brixen, Schlanders und Bruneck. Im November 2014 wurde die SKH erneut nach DIN ISO 9001:2008 zertifiziert. 141 Mitglieder haben an den Ferienaufenthalten am Gardasee, an der Adria und im Gsiesertal teilgenommen

. 339 ordentliche Mitglieder und 18 fördernde haben an der Landesversammlung teilgenommen.339 ordentliche Mitglieder und 18 fördernde haben an der Landesversammlung teilgenommen.Ida Schacher: "Wir sind ein Netz bei dem niemand durchfällt."Ida Schacher: "Wir sind ein Netz bei dem niemand durchfällt."V. l. n. r.: Landesrätin Martha Stocker, Mariangela Berlanda, Dr. Helmut Amor und der BM von Bozen, Gigi SpagnolliV. l. n. r.: Landesrätin Martha Stocker, Mariangela Berlanda, Dr. Helmut Amor und der BM von Bozen, Gigi Spagnolli

791 Teilnehmer konnten bei von der Krebshilfe angebotenen Kursen verzeichnet werden, auf 130 Seiten stehen in der zweimal jährlich erscheinenden Agenda über achtzig Kurse zur Wahl. 536 Mitglieder nutzten das reiche Angebot zur Therapie- und nachsorgeturnen und zur Wassergymnastik. Valentina Vecellio stellte im vergangenen Jahr landauf landab ihr nun auch ins italienische übersetzte und von der Krebshilfe mitgetragene Buch „Aktiv gegen den Krebs“ und ihre Bewegungstherapie vor. Es wurden 623 Stunden Ergotherapie abgehalten – Tanz, Malerei, psychologische Begleitung, Selbsthilfe – 228 Mitglieder nutzten dieses Angebot. Im Eisacktal lief erfolgreich das Projekt Betroffene für Betroffene an und an den geselligen Treffen der Krebshilfe beteiligten sich im ganzen Land 1.818 Mitglieder.
Der Kleiderständer hatte immer mehr zu tragen und nach und nach vereinigten sich die dicht an dicht hängenden, einzelnen Netze zu einem großen Netz. Zu einer Hängematte, wie Günther Götsch anmerkte.
Aber Günther Götsch war noch lange nicht fertig. Die SKH hat sich aktiv in andere Netze eingebracht und selbst networking betrieben, um es modern auszudrücken. Zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Brustgesundheitszentrum Brixen Meran, im Rahmen der Palliativmedizin in Zusammenarbeit mit den Allgemeinmedizinern, in Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt für das Projekt Humanisierung der Krankenhäuser, in einem Projekt mit der Onkologie Bozen und zusammen mit den SVP-Frauen.
Das Netz der Krebshilfe hat 1.050 Patienten aufgefangen, die durch das öffentliche und soziale Netz durchgefallen sind und finanzielle Soforthilfen von 290.828,79 € vergeben; 129 Personen mehr als im Vorjahr und 16.000 € mehr. Zusammen mit „Südtirol hilft“ konnte die Südtiroler Krebshilfe weitere 116.325 € an 40 Familien bzw. Einzelfamilien verteilen. Über die Primel-Aktion der SVP-Frauen konnte die SKH das Forschungsprojekt der Molekularbiologin Petra Obexer am Tiroler Krebsforschungsinstitut unterstützen.
Darauf ist die Südtiroler Krebshilfe stolz: zu 55% finanziert sie sich selbst über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Veranstaltungen, aus der öffentlichen Hand erhält sie 45% des Jahresaufwands (inklusive Therapiekosten), 4% kommen aus dem „Otto-per-mille-Topf“ daher auch der jedes Jahr an alle Mitglieder ergehende Aufruf, die Krebshilfe bei der Steuererklärung anzugeben als Empfänger der acht Promille aus der Lohnsteuer, die jeder Steuerzahler einer wohltätigen Organisation zukommen lassen kann. Den einzelnen kostet es nichts, aber für die Krebshilfe ist eine große Unterstützung. Landespräsidentin Ida Schacher legte besonderen Wert auf die Feststellung, dass sämtliche Spenden gänzlich für die Menschen und im sozialen Bereich verwendet werden.
Insgesamt beträgt die Jahresbilanz der Krebshilfe 1.879.717,55 Euro, davon kommen 262.913,12 aus Landesbeiträgen und 563.202,97 aus Zuwendungen des Sanitätsbetriebs. Aus der Erbschaft von Mathilde Tappeiner, die ihre Wohnung insgesamt sieben wohltätigen Vereinigungen zudachte, erhielt die SKH 21.428,57 Euro. Die Rechnungsprüfer vom Studio Paolato bestätigten der Vereinigung wie jedes Jahr ein einwandfreies und vorbildliches Finanzgebahren. Die Versammlung nahm die Bilanz einstimmig an.
Für die musikalische Gestaltung der Landesversammlung sorgte das Ludus Quartet. Koordinator Markus Unterkircher war Protokollführer, Doris Brunner hat bei der Vorbereitung der Versammlung geholfen.
Im Anschluss waren die Anwesenden zum Buffet geladen. Gelegenheit zum Austausch und jedes Jahr Anlass zu freudigen Wiedersehen. An der Versammlung teilgenommen haben 339 ordentliche Mitglieder sowie 18 Fördermitglieder.